„Glaube und Liebe schützen“

 Der CVJM-Posaunenchor begleitete die Feierlichkeiten und spielte an beiden Gedenkstätten die Deutsche Nationalhymne.  Volkstrauertag: Nach einer Andacht im evangelischen Jugendheim in Erndtebrück marschierten rund 150 Bürger, angeführt von einer Abordnung der Bundeswehr sowie Bürgermeister Henning Gronau, zum Ehrenmal. Fotos (3): Holger Weber  Am Ehrenmal legte Erndtebrücks Bürgermeister Hennig Gronau (links in der Mitte) gestern einen Kranz nieder.
  • Der CVJM-Posaunenchor begleitete die Feierlichkeiten und spielte an beiden Gedenkstätten die Deutsche Nationalhymne. Volkstrauertag: Nach einer Andacht im evangelischen Jugendheim in Erndtebrück marschierten rund 150 Bürger, angeführt von einer Abordnung der Bundeswehr sowie Bürgermeister Henning Gronau, zum Ehrenmal. Fotos (3): Holger Weber Am Ehrenmal legte Erndtebrücks Bürgermeister Hennig Gronau (links in der Mitte) gestern einen Kranz nieder.
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howe - Volkstrauertag: Überall in Wittgenstein gedachten die Menschen gestern der Opfer der Kriege, der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft, der Opfer von Verfolgung, Hass und Gewalt.

Erndtebrücks Pfarrerin Kerstin Grünert nannte die Menschen in ihrem Gedenken gestern im evangelischen Jugendheim „Geschwister, Gottes Kinder, die Frieden bewahren wollen“.

In ihrer Andacht erinnerte die Pfarrerin zunächst an ihren Aufenthalt an der Gedenkstätte Bergen-Belsen. Beim Ablaufen des riesigen Geländes habe sie die Dimensionen kaum begreifen können. Ihr sei aufgefallen, dass man Explosionen gehört habe. Direkt in unmittelbarer nähe zur Gedenksstätte befinde sich auch das militärische Gebiet. „Vergangenheit und Gegenwart sind hier miteinander verwoben.“ Sie habe gespürt, dass die Erinnerung an die Opfer der Kriege und der Gewaltherrschaft immer wichtiger sei.

„Wir müssen gedenken, um die Gegenwart und die Zukunft mit Sinn und Verstand zu gestalten.“ Einige „laute Leute“, wie sie Kerstin Grünert bezeichnete, würden das Bemühen um Toleranz und Frieden zerstören. Gegenwart und Zukunft machten also auch Angst. „Aber wir haben Waffen gegen diese Angst und Hoffnungslosigkeit.“ In der Bibel seien diese Waffen zu finden. Kerstin Grünert las aus Paulus’ Briefe an die Thessalonicher. Paulus habe über die „Waffen“ geschrieben und die Gemeinde von Thessaloniki aufgefordert, sich nicht von der Angst lähmen zu lassen. „Euer Glaube und eure Liebe schützen euch wie ein Panzer und eure Hoffnung auf das Heil ist ein Helm.“ Kritisch merkte Kerstin Grünert in ihrer vorzüglichen, treffenden Andacht an: Die jüngste Vergangenheit zeige, dass man nicht sagen könne, das Vergangene werde nicht wieder passieren.

„Wir müssen auf der Hut sein, wo Vergangenheit und Gegenwart auf unheilvolle Weise miteinander verwoben sind.“ Die Folgen der Schreckensherrschaft aus den 1930er, 1940er Jahren seien bekannt: „Krieg, Verfolgung, Hetze, Folter und Mord.“ Deutschland habe aus dieser Zeit viel gelernt, das sei sichtbar im Grundgesetz. Pfarrerin Kerstin Grünert bezog sich in ihren Ausführungen auf ein Vorwort von Johannes Rau. Das Grundgesetz sei eine Absage an Ideologien, an die Diskriminierung von Menschen wegen ihres Glaubens oder ihrer Hautfarbe. Die Würde des Menschen sei unantastbar. Das sei ein bleibender Auftrag im demokratischen Rechtsstaat. Kerstin Grünert erinnerte daran, dass im Grundgesetz eben nicht von „den Deutschen“ oder dem Volk die Rede sei, sondern von den Menschen. „Es ist nun an uns, die Buchstaben des Grundgesetzes mit Leben zu füllen.“ Dabei seien Glaube, Liebe und Hoffnung die Waffen des Menschen.

„Wir haben Waffen gegen Hoffnungslosigkeit und Gelähmtsein. Lasst uns für eine friedvolle Welt kämpfen.“ Die Andacht im evangelischen Jugendheim wurde musikalisch umrahmt vom CVJM-Posaunenchor Erndtebrück/Oberndorf und vom Kirchenchor Erndtebrück. Im Anschluss marschierten rund 150 Bürger und Vereinsvertreter, angeführt von einer Abordnung der Bundeswehr, zum Ehrenmal. Dort legte Erndtebrücks Bürgermeister Henning Gronau unter den Klängen des Posaunenchors einen Kranz nieder. Nicht nur am Ehrenmal hielten die Menschen im Gedenken an die Gefallenen der beiden Weltkriege inne. Auch an der Gedenkstätte für die Opfer der alliierten Bombenangriffe auf die Edergemeinde sprach Henning Gronau einige Worte.

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