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Details für Neugestaltung des Herrengartens stehen fest
Grauen Zeiten soll blühende Zukunft folgen

Zwischenstand: 1953 wurde das Herrengarten-Areal als Parkplatz genutzt. In den Siebzigern wurde es bebaut, demnächst sollen die jetzigen Gebäude abgerissen werden und Platz machen für einen einladenden Stadtpark am Siegufer.
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  • Zwischenstand: 1953 wurde das Herrengarten-Areal als Parkplatz genutzt. In den Siebzigern wurde es bebaut, demnächst sollen die jetzigen Gebäude abgerissen werden und Platz machen für einen einladenden Stadtpark am Siegufer.
  • Foto: Archiv
  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

js Siegen. Der Siegener Herrengarten blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Das nächste Kapitel soll ein Treffer werden und möglichst länger anhalten als seine Vorgänger. Das Areal soll ein Hingucker und einladendes Zentrum für das Stadtleben werden – ein 3,7-Millionen-Euro-Projekt. Das seit dem späten 17. Jahrhundert als Landschaftsgarten genutzte Areal an der Sieg, das selbst in der Wiederaufbauphase nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst von einer Bebauung freigehalten wurde und als Parkplatz diente, wurde erst 1977 mit dem jetzigen Gebäudekomplex bebaut. Der soll in Kürze bekanntlich abgerissen werden und Platz machen für einen einladenden City-Park. Dessen Gestaltung beschäftigt jetzt abermals die Politik. Der Bauausschuss ist am Mittwoch gefragt, Details zu beschließen.

js Siegen. Der Siegener Herrengarten blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Das nächste Kapitel soll ein Treffer werden und möglichst länger anhalten als seine Vorgänger. Das Areal soll ein Hingucker und einladendes Zentrum für das Stadtleben werden – ein 3,7-Millionen-Euro-Projekt. Das seit dem späten 17. Jahrhundert als Landschaftsgarten genutzte Areal an der Sieg, das selbst in der Wiederaufbauphase nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst von einer Bebauung freigehalten wurde und als Parkplatz diente, wurde erst 1977 mit dem jetzigen Gebäudekomplex bebaut. Der soll in Kürze bekanntlich abgerissen werden und Platz machen für einen einladenden City-Park. Dessen Gestaltung beschäftigt jetzt abermals die Politik. Der Bauausschuss ist am Mittwoch gefragt, Details zu beschließen.

Fachgremium hat sich Materialen und Gestaltungselementen beschäftigt

Basis für die politische Entscheidung ist ein Bemusterungstermin, zu dem sich der projektbegleitende Arbeitskreis Mitte Februar vor Ort getroffen hat. Gemeinsam mit Verwaltung und dem beauftragten Landschaftsarchitekturbüro hat das Fachgremium sich insbesondere mit Materialen und Gestaltungselementen beschäftigt. Die zuletzt so stark kritisierte und diskutierte Verwendung von Beton bleibt demnach von zentraler Bedeutung. Das hat nicht zuletzt einen finanziellen Hintergrund: Die vorgeschlagene Alternative, hier auf Naturstein zu setzen, würde mit etwa 370 000 Euro mehr zu Buche schlagen. Gespart werden soll nach Ansicht des Arbeitskreises aber auch in nicht-monetärer Hinsicht – und zwar bei der Verwendung von Beton; so wenig wie möglich solle hier einfließen, um endliche Ressourcen zu schonen.

Rahmen aus hellgrauem Beton

Aus hellgrauem Beton soll also der Rahmen des neuen Parks gegossen werden. Dort, wo Zugänge zum barrierefreien Areal geschaffen werden, ist diese Umrandung bodentief, dazwischen wird sie als Sitzmöglichkeit – auch mit dunkel geölten Douglasienholz-Flächen – ausgestaltet. Die Tanz- und Aktionsfläche an der nördlichen Spitze wird eine Oberfläche aus geschliffenem Terrazzoasphalt bekommen, mit grauem Grundfarbton und roten Glaseinschlüssen, die das Licht reflektieren können.

Die schematische Darstellung macht deutlich, wie die Betonumrandung des Herrengartens gestaltet werden soll. Unten links im Bild ist die Tanzfläche zu erkennen, der rechte „Zipfel“ stellt die Bühne dar.
  • Die schematische Darstellung macht deutlich, wie die Betonumrandung des Herrengartens gestaltet werden soll. Unten links im Bild ist die Tanzfläche zu erkennen, der rechte „Zipfel“ stellt die Bühne dar.
  • Foto: Stadt
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Das gefärbte Glas greift den roten Faden der Gesamtgestaltung auf – den Granatapfel. Der ist zwar beileibe kein Urgewächs des Siegerlands, spielte aber im historischen Herrengarten durchaus eine Rolle. In dem wuchsen auch exotische Bäume, Zitrusfrüchte etwa. Der Granatapfel steht daher Pate für die Parkgestaltung, immer wieder tauchen seine rote Farbe oder die Form seiner Apfelkerne auf: bei den individuell anzufertigenden Spielgeräten etwa (Inklusionstrampolin, Lauftrommel und Slackline-Pfähle). Die Blätter des ebenfalls nicht heimischen Feigenbaums sollen hingegen als Dekorationsvorlage für ein Wasserspiel dienen, das nicht nur einen Trinkbrunnen bietet, sondern auch Spielpfützen aus Betonformen.

Punktuell Lichtbetonplatten einbauen

Die Bühne, die um die Bestandsbäume im Westzipfel des Areals herum gebaut werden soll und 60 Zentimeter sich über Parkniveau erhebt, wird aus einer Stahlkonstruktion errichtet und mit Printbetonplatten belegt. Punktuell sollen Lichtbetonplatten eingebaut werden und das über Stufen und eine Rampe erreichbare Podest von unten beleuchten.

Nicht nur das Ambiente ist wichtig

Das Beleuchtungskonzept setzt auf eine Mischung aus LED-Leisten, Laternen, Scheinwerfern und Bodenleuchten und Lichtbodenspots. Wichtig ist dabei nicht nur das Ambiente – insbesondere bei den gepflasterten Bewegungsflächen soll gewährleistet sein, dass Passanten die Gesichter der anderen erkennen können. Das ist laut Arbeitsgruppenprotokoll wichtig, um „in diesem sensiblen Innenstadtbereich“ dem Sicherheitsgefühl der Menschen bei Dunkelheit zu genügen.
Die Wege im Inneren der Anlage sollen eine wassergebundene Decke bekommen und an drei Stellen so breit sein, dass ein Rollstuhlfahrer vor der Sitzmauer verweilen kann und dabei trotzdem ein weiterer Mensch mit Rollstuhl oder Rollator ungehindert passieren kann, ohne auf die Rasenfläche auszuweichen.

Zwischenstand: 1953 wurde das Herrengarten-Areal als Parkplatz genutzt. In den Siebzigern wurde es bebaut, demnächst sollen die jetzigen Gebäude abgerissen werden und Platz machen für einen einladenden Stadtpark am Siegufer.
Die schematische Darstellung macht deutlich, wie die Betonumrandung des Herrengartens gestaltet werden soll. Unten links im Bild ist die Tanzfläche zu erkennen, der rechte „Zipfel“ stellt die Bühne dar.
Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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