Grippewelle überrollt das Land

Die Karten zeigen die Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen in Deutschland in der vierten und fünften Kalenderwoche 2017. Blau steht für eine normale Aktivität, Grün für moderat, Gelb für deutlich und Rot für stark erhöht. Grafik: Robert-Koch-Institut
  • Die Karten zeigen die Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen in Deutschland in der vierten und fünften Kalenderwoche 2017. Blau steht für eine normale Aktivität, Grün für moderat, Gelb für deutlich und Rot für stark erhöht. Grafik: Robert-Koch-Institut
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stö - Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Reizhusten, Fieber: Das sind nur einige der zumeist plötzlich auftretenden Symptome, die eine Grippe mit sich bringt; und die rollt wie eine Welle über Deutschland. Die Karten des Robert-Koch-Instituts (RKI) zeigen, wie die Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen in der Bundesrepublik mit jeder Woche steigt. Zu diesen Erkrankungen gehört vor allem die Grippe, die von den Influenza-Viren hervorgerufen wird. Auch der Kreis Siegen-Wittgenstein bleibt von der „echten“ Grippe nicht verschont. Genaue Zahlen der Erkrankten aus der Region liegen aber nicht vor, da die Infektionskrankheit nicht meldepflichtig sei, so Torsten Manges, Pressereferent des Kreises.

Dass die Grippewelle momentan aber stark ausgeprägt sei, mehr als in den vergangenen Jahren, das beobachtet zum Beispiel auch Dr. Michael Klock, Allgemeinmediziner und Vorsitzender des Ärztevereins Siegerland. Auch viele Übergangsformen zwischen grippeähnlichen Erkrankungen und der Influenza-Grippe stelle er fest. Die Patienten fühlen sich länger erschöpft. Und er betont: „Raucher haben oft länger davon.“ Klock empfiehlt, sich gegen die Grippe impfen zu lassen. Das sei auch jetzt noch möglich. Zwei Gründe führt er an: Erstens wisse man nicht, wann der Gipfel der Grippewelle erreicht sei, und zweitens sei die Impfung eine gute Vorbeugung für die nächste „Welle“. Normalerweise würden aber Ende des Jahres Grippeimpfungen vorgenommen.

Auch Claudia Reich, Sprecherin der Apothekerschaft Siegen-Wittgenstein, ist Befürworterin einer Impfung und rät dies vor allem älteren Menschen und Personen mit Vorerkrankungen. Weitere Vorsorgetipps, die sie nennt: Oft die Händewaschen, beim Husten und Niesen ein Taschentuch oder gegebenenfalls den Arm vor Mund und Nase halten, Räume gut durchlüften und benutzte Taschentücher nicht in den Mülleimern entsorgen, die andere Personen mit benutzten. Warum ausgerechnet im Januar und Februar so viele erkranken? Der Winter hält an und die Abwehrkräfte seien langsam „aufgebraucht“, so Reich. Mehr Leute würden krank und mehr stecken sich an: ein Schneeballeffekt. Diese Ansteckungskette müsse unterbrochen werden, doch das sei gar nicht so einfach.

Ein Problem seien Wartezimmer, dort könne man sich schnell anstecken, so die Apothekerin. Sie rät: Wenn möglich, sollten zumindest Medikamente von Familienmitgliedern oder Bekannten der Erkrankten besorgt werden. Zum einen könnten so weitere Ansteckungen vermieden werden, zum anderen sei es für den Patienten oft schwierig, sich überhaupt noch auf den Beinen zu halten. Klock empfiehlt den Erkrankten, sich zu schonen, den Körper nicht zu belasten, viel zu trinken und zu inhalieren. Wichtig sei, dass man nicht nur flach liege, sondern den Körper auch etwas aufrichte, das erleichtere das Atmen. „Ein gesunder Mensch kommt aber gut durch die Grippe“, beruhigt Apothekerin Claudia Reich.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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