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Impfstart in den Arztpraxen
Große Hoffnung, aber nur kleine Lieferung

Auch in der Arztpraxis von Dr. Dr. Charles Christian Adarkwah wurden am Mittwoch die ersten Impfungen vorgenommen.
  • Auch in der Arztpraxis von Dr. Dr. Charles Christian Adarkwah wurden am Mittwoch die ersten Impfungen vorgenommen.
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  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

ap/dpa Siegen/Olpe. Am Dienstag sind die Vorbereitungen für die ersten Impfungen gegen das Corona-Virus auch in den Hausarztpraxen in NRW angelaufen, um der stockend verlaufenen Impfkampagne einen deutlichen Schub zu geben. Ein pünktlicher Start zum 6. April war in den hiesigen Praxen jedoch eine logistische Herausforderung bis Unmöglichkeit.

„Wir sind wetterbedingt erst nachmittags von der Apotheke beliefert worden“, berichtet der Geisweider Mediziner Dr. Florian Becher. Deshalb habe er die ersten Impftermine erst für den Folgetag vergeben können. Auch in der Olper Praxis am Imberg haben am Mittwoch 45 Patienten ihren ersten Hausarzt-Piks bekommen. „Es ist sehr gut gelaufen“, freut sich Jan Patrick Goebel. „Wir haben viele glückliche Menschen gesehen.

ap/dpa Siegen/Olpe. Am Dienstag sind die Vorbereitungen für die ersten Impfungen gegen das Corona-Virus auch in den Hausarztpraxen in NRW angelaufen, um der stockend verlaufenen Impfkampagne einen deutlichen Schub zu geben. Ein pünktlicher Start zum 6. April war in den hiesigen Praxen jedoch eine logistische Herausforderung bis Unmöglichkeit.

„Wir sind wetterbedingt erst nachmittags von der Apotheke beliefert worden“, berichtet der Geisweider Mediziner Dr. Florian Becher. Deshalb habe er die ersten Impftermine erst für den Folgetag vergeben können. Auch in der Olper Praxis am Imberg haben am Mittwoch 45 Patienten ihren ersten Hausarzt-Piks bekommen. „Es ist sehr gut gelaufen“, freut sich Jan Patrick Goebel. „Wir haben viele glückliche Menschen gesehen.“ Die restlichen Dosen würden aufgeteilt und im Laufe der Woche verimpft – „um besser in die Abläufe reinzukommen und den Zeitbedarf abschätzen zu können“, erläutert der Olper Hausarzt.

Aber auch anderorts gab es Probleme mit der Apotheken-Lieferung: „In unserer Praxis haben wir weniger Dosen bekommen, als uns zugesagt wurden“, beklagt Dr. Dr. Charles Christian Adarkwah. Statt der über 100 angeforderten Impfdosen hätten nur 72 die Kredenbacher Gemeinschaftspraxis erreicht. Dr. Michael Schmidt und Shahla Kamgar haben in ihrer Doppelpraxis sogar nur die Hälfte des geforderten Impfstoffes bekommen: Statt der versprochen 60 Dosen gab es für die beiden Siegener Mediziner nur 30.

Nachfrage bereits sehr hoch

Auch wenn Menge der gelieferten Impfdosen teilweise zu niedrig und zudem (noch) sehr begrenzt ist – die Nachfrage ist in allen Hausarztpraxen schon jetzt sehr hoch. Um den gewaltigen Ansturm logistisch zu bewältigen, gebe es „Riesenwartelisten“ mit rund 300 Patienten, wie Schmidt erzählt, und auch sein Kredenbacher Kollege Adarkwah sagt: „Unsere Warteliste ist explodiert.“ Allein am Dienstag habe es in seiner Praxis über 200 Anmeldungen gegeben. „Und am Mittwochmorgen ging das minütlich so weiter.“

Trotzdem halte man sich streng an die Priorisierung und behandele zuerst ältere und am meisten gefährdete Patienten, betont Becher. Aber auch chronisch Kranke hätten eine Chance auf das Anti-Corona-Vakzin. Damit nichts übrig bleibt, müsse jedoch genau geplant werden, wie viele Dosen und Patienten (ein)bestellt werden müssen. „Wir bekommen donnerstags Rückmeldung, wie viele wir von den dienstags bestellten Dosen bekommen und planen dann für die kommende Woche“, erklärt der Facharzt für Innere Medizin, der auch im Eiserfelder Impfzentrum tätig ist.

"Könnten deutlich mehr machen"

Von den 500 Impfungen, die er und seine Kollegen in der Geisweider Gemeinschaftspraxis theoretisch pro Woche verabreichen könnten, sei man aber noch weit entfernt. „Wir könnten deutlich mehr machen“, betont der Arzt. Er zeigt sich aber zuversichtlich, im Laufe des Monats mehr als die derzeit 36 (reellen) Impfdosen zu erhalten. „Das ist wirklich nötig“, findet Becher – auch, weil er und seine Mediziner-Kollegen im Impfzentrum an der Grenze des Leistbaren seien, sagt er.

Bis zu dem Zeitpunkt, an dem mehr Stoff in die Hausarztpraxen gelangt, klammern sich die hiesigen Ärzte an die Hoffnung, aus der einen oder anderen Flasche etwas mehr Impfstoff herausziehen zu können. Der Kredenbacher Hausarzt Dr. Dr. Charles Christian Adarkwah nutzt zudem die Zeit, um eine gute Logistik und Infrastruktur aufzubauen – „damit die Praxis nicht zum Flaschenhals wird, wenn genügend Impfstoff da ist.“

Weitere Fragen und Antworten zum Thema gibt es hier.

Autor:

Alexandra Pfeifer

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