Land will Pool-Testungen
Grundschulen starten Corona-Selbsttests

Blick in die 3a der Giersbergschule: “Es hat zwar ein bisschen in der Nase gekitzelt, aber das können wir jetzt immer so machen”, sagt Louisa zu den Corona-Selbsttests.
  • Blick in die 3a der Giersbergschule: “Es hat zwar ein bisschen in der Nase gekitzelt, aber das können wir jetzt immer so machen”, sagt Louisa zu den Corona-Selbsttests.
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  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

ch Siegen. Der Jubelschrei hallt durchs Klassenzimmer. Auch Louisa, Charlotte und Oskar reißen die Arme in die Höhe. Wie die anderen Mädchen und Jungen der 3a der Giersbergschule sind sie erleichtert: Sie haben den Corona-Selbsttest absolviert, alle Testergebnisse sind negativ. Die Mathestunde kann beginnen. Wieder einmal also ein schulischer Neustart in der Pandemie, wieder einmal heißt es für die zwei Dutzend Grundschulen der Krönchenstadt in dieser Woche: Wechselunterricht. Auch rund 190 Schüler der Giersbergschule werden mal in Präsenz in der Schule, mal per Homeschooling unterrichtet. Digital. Auf Distanz. “Damit haben wir mittlerweile ja reichlich Erfahrung, das können wir”, so Katrin Schöler, Klassenlehrerin der 3a.

Corona-Selbsttests für alle Schüler

Eingeübt ist mittlerweile auch die Anwendungen der Selbsttest. Seit den Osterferien werden sie in der Notbetreuung eingesetzt, die trotz geschlossener Schule unter dem Sender für diejenigen Kinder aufrecht erhalten worden ist, die im Lockdown nicht in den eigenen vier Wänden lernen konnten. Nun wird in der Breite getestet, alle Schüler kommen dran, alle machen mit.
Zwei Mal die Woche wird getestet, Katrin Schöler hat für das erste Mal alles sorgsam vorbereitet. Tafelbild, ein Faltblatt mit kindgerechtem Testleitfaden, dazu je Schüler ein mit Namenszug beschrifteter Pappteller samt Testkit und Probenröhrchen, das kippsicher in einem Glas voll Knete steckt: Schritt für Schritt führt die Lehrerin die Mädchen und Jungen im Alter von neun und zehn Jahren durch das Prozedere, nimmt sie im übertragenen Sinne an die Hand, leitet sie zum korrekten Nasenabstrich an (die Kinder müssen den Test in Eigenregie anwenden). Und das ist gut so. “Ich konnte gestern Abend nicht einschlafen”, so Charlotte, für sie und viele andere Mitschüler war es der erste Corona-Test. “Den habe ich mir ganz anders vorgestellt”, sagt Oskar, “aber es ist halb so schlimm”, stellt er fest. Auch Louisa zieht zufrieden Bilanz: “Es hat zwar ein bisschen in der Nase gekitzelt, aber das können wir jetzt immer so machen!”

Corona-Testung könnte schon bald anders laufen

Stellt sich die Frage, wie lange noch? Die Testung könnte schon bald komplett anders laufen. Nordrhein-Westfalen will bis Mitte Mai an allen Grund- und Förderschulen im Land sogenannte Lolli-Tests zum Erkennen von Corona-Infektionen anbieten. Bei dieser Methode muss kein Stäbchen in die Nase oder tiefer in den Rachen geführt werden. Kinder lutschen schlicht und einfach 30 Sekunden lang an einem Abstrichtupfer - eben am „Lolli“. Die Tupfer werden danach in einem Behälter gesammelt und als Gruppenpool in einem Labor ausgewertet. Es handelt sich um PCR-Tests. In Köln sind sie bereits in Kitas und Schulen im Einsatz.

Überblick: Kleines Test-ABC

Alle Corona-Tests haben ein Ziel: Sie sollen anzeigen, ob jemand Coronaviren in sich trägt oder eben nicht. Worin aber liegen die Unterschiede bei den verschiedenen Corona-Testungen? Hier eine kurze Übersicht:

Antigen-Schnelltest: Heißt so, weil das Ergebnis schnell vorliegt. Er wird durch geschultes Personal durchgeführt, ähnlich wie beim -> PCR-Test per Nasen- oder Rachenabstrich. Die Auswertung erfolgt im Gegensatz zu den PCR-Test aber direkt vor Ort.

Gurgeltest: Bei dieser Variante muss man eine kleine Menge Kochsalzlösung gurgeln. Sie wird dann über einen Trichter in ein Probenröhrchen gespuckt und im Labor ausgewertet.

Lollitest: Es handelt sich um in Eigenregie durchgeführte PCR-Gruppen-Tests, die vor Ort angewendet - die Wattestäbchen werden gelutscht und im Pool gesammelt - und im Labor ausgewertet werden.

PCR-Tests
sind der “Goldstandard”. Medizinisches Fachpersonal nimmt die Abstriche, die Auswertung erfolgt durch Labore, die Genauigkeit ist am höchsten.

Selbsttests:
Sie kann jeder zu Hause selbst durchführen. Weil sie zur Anwendung durch Privatpersonen bestimmt sind, sind die Probenentnahme und -auswertung vereinfacht. Der Test kann mit einem Nasenabstrich oder mit Speichel gemacht werden.

Spucktest: Hierbei spuckt man in der Regel in eine kleine Tüte. Mit Hilfe einer Pipette kommt die Speichelprobe in ein Röhrchen mit Pufferlösung, wird geschüttelt und auf einen Teststreifen getropft. Wie bei den anderen Selbsttests erhält man nach 15 Minuten ein Ergebnis.

Hinweis: Schnell- und Selbsttests haben gegenüber den PCR-Tests eine höhere Fehlerrate. Daher muss nach jedem positiven Schnell- und Selbsttest immer ein PCR-Test gemacht werden. Auch nach dem positiven Lollitest wird ein PCR-Test angeordnet.

Autor:

Christian Hoffmann (Redakteur) aus Siegen

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