GSS setzt noch auf Einsicht zum Wohle der Stadt

kalle Siegen. Auf die Entscheidung der Mehrheit im Siegener Haupt- und Finanzausschuss, die Sonntagsöffnungen in den vier Marktbezirken der Stadt auf Null herunterzuschrauben (die SZ berichtete), hat die Gesellschaft für Stadtmarketing Siegen (GSS) mit Bestürzung und Bedauern reagiert. Für den Vorsitzenden der Gesellschaft, Uwe Kraatz, ist diese politische Entscheidung in Zeiten der größten Weltwirtschaftskrise nicht nachvollziehbar. Das erklärte er gestern im Rahmen einer Pressekonferenz. Bereits die Beschränkung eines jeden Marktbezirks auf ein oder zwei offene Sonntage (jeweils von 13 bis 18 Uhr) benachteilige Siegen als Oberzentrum enorm und stärke die Nachbarstädte. Dies und die neue Entscheidung sei eine der größten Wettbewerbsverzerrungen für den Einzelhandel – und das Problem sei auch noch hausgemacht.

Das Hauptwerbeinstrument der Stadt Siegen, zu 100 Prozent vom Einzelhandel und anderen Unternehmen finanziert, die Stadtzeitung „Siegen-Inspiriert“, stehe dann auf der Kippe. Große Einzelhändler, so Kraatz weiter, würden sich dann aus diesem so erfolgreichen Projekt zurückziehen um eigene Marketingmaßnahmen – zugeschnitten auf ihr Geschäft – einzusetzten. Die GSS sei bis zur Entscheidung im Haupt- und Finanzausschuss der Meinung gewesen, einen fairen Kompromiss mit maximal zwei offenen Sonntagen im Jahr für die jeweils vier Stadtbezirke Weidenau, Siegen, Geisweid und Niederschelden gefunden zu haben. Sie habe daher auch zugestimmt, beim NRW-Tag im September viele Hunderttausend Euro in dieses Projekt zu investieren. Dafür werde man nun nachträglich abgestraft. Kraatz: „Sollte diese Entscheidung ebenfalls vom Rat getroffen werden, ist die bisherige Plattform der Gesellschaft für Stadtmarketing in Gefahr!“

Auch Rudolf König, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Siegen, kann das Votum der Politik nicht nachvollziehen. Die Stadt Siegen habe bei der Ausrichtung von verkaufsoffenen Sonntagen immer das richtige Maß gewahrt. Man sei gegenüber anderen Oberzentren weit unter dem Durchschnitt. König: „Es wäre töricht, sich diese Marketingchancen zu nehmen“.

Michael Dittrich, Center-Manager der City-Galerie, sprach von einem deutlichen Schritt zurück, den das Oberzentrum begehen werde. Dann würde man wieder in „klein klein“ spielen, statt als großer Einzelhandelsstandort gegen die Konkurrenz aufzutreten.

Doch bei aller Wut wollen die Händler es nicht „zum Supergau“ kommen lassen. Jetzt würden die verbleibenden Tage dazu genutzt, um mit den Kommunalpolitikern Kontakt aufzunehmen, so Kraatz.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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