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Videokonferenzen boomen in Corona-Zeiten
Guck mal, wer da spricht

So klappt die virtuelle Konferenz im Homeoffice: Man sieht alle Gesprächsteilnehmer, kann in der großen Gruppe diskutieren und bei Bedarf sogar noch Inhalte über den Bildschirm teilen.
  • So klappt die virtuelle Konferenz im Homeoffice: Man sieht alle Gesprächsteilnehmer, kann in der großen Gruppe diskutieren und bei Bedarf sogar noch Inhalte über den Bildschirm teilen.
  • Foto: Zoom
  • hochgeladen von Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin)

ihm Siegen. Wie halten Firmen den Laden am Laufen, wenn mindestens die Hälfte der Mitarbeiter im Homeoffice sitzt? Eine kleine Umfrage der SZ bringt eine große Vielfalt von Videokonferenz-Tools zutage, die in der Wirtschaft genutzt werden. Denn eins wissen alle: Die Kommunikation muss funktionieren. E-Mails, Messenger-Dienste, gemeinsame Google-Dokumente und das gute alte Telefon sind nützlich, aber ab und zu ist der Face-to-Face-Kontakt unersetzlich.

Befragt hat die SZ rund 25 Marktführer aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein. Wegen der Osterferien waren einige Büros nicht besetzt, aber die meisten haben geantwortet.

Zuerst die gute Nachricht: Fast alle Unternehmenssprecher berichten über ausreichende Bandbreiten für die datenintensiven Videokonferenzen.

ihm Siegen. Wie halten Firmen den Laden am Laufen, wenn mindestens die Hälfte der Mitarbeiter im Homeoffice sitzt? Eine kleine Umfrage der SZ bringt eine große Vielfalt von Videokonferenz-Tools zutage, die in der Wirtschaft genutzt werden. Denn eins wissen alle: Die Kommunikation muss funktionieren. E-Mails, Messenger-Dienste, gemeinsame Google-Dokumente und das gute alte Telefon sind nützlich, aber ab und zu ist der Face-to-Face-Kontakt unersetzlich.

Befragt hat die SZ rund 25 Marktführer aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein. Wegen der Osterferien waren einige Büros nicht besetzt, aber die meisten haben geantwortet.

Zuerst die gute Nachricht: Fast alle Unternehmenssprecher berichten über ausreichende Bandbreiten für die datenintensiven Videokonferenzen. Klagen über mangelhafte Verbindungsqualität, Abbrüche und verzögerte Übertragung waren die absolute Ausnahme.

Folgende Videokonferenz-Instrumente werden von den Unternehmen genutzt:

• Zoom,

• DNFconf,

• Jitsi,

• Vitero,

• Microsoft Teams,

• Blizz,

• Teamviewer,

• Skype for Business,

• Webex,

• Polycom,

• GoTo Meeting,

• Hangouts Meet (Google).

Echte Profis in Sachen virtueller Arbeitsorganisation sind die Mitarbeiter des Forschungskollegs Fokos der Universität Siegen. Ihr Thema ist die Zukunft des Arbeitens, deswegen wird die Praxis hier auch ganz genau beobachtet und wissenschaftlich analysiert. Man habe in den vergangenen Tagen verschiedene Anbieter wie DNFconf, Jitsi, Zoom und Vitero getestet, berichtet Vanessa Simon: „Nun nutzen wir überwiegend Zoom, da die Verbindungen stabil sind und die Software einfach zu bedienen ist.“ Weiterer Vorteil: Auch externe Personen können unkompliziert über einen Link an den Konferenzen teilnehmen.

Premiere: virtuelle Tagung

Zoom ist in der Basisversion kostenlos. Fokos hat sich allerdings für die Corona-Zeit einen kostenpflichtigen Pro-Account zugelegt. Noch im April will das Forschungskolleg die erste größere Tagung (Thema: Digitalisierungsforschung) virtuell durchführen: „Wir sind sehr zuversichtlich, dass alles reibungslos funktionieren wird und die Veranstaltung auch digital erfolgreich sein wird. Ursprünglich war beispielsweise geplant, dass die Wissenschaftler an Stellwänden Poster vorstellen. Nun bereiten die Teilnehmenden eine Kurzpräsentation vor und werden während der Vorstellung ihrer Arbeit einfach den eigenen Bildschirm teilen, sodass alle Teilnehmenden die Präsentationsfolien sehen können. Während der gesamten Konferenz steht bei Zoom auch eine Chatfunktion zur Verfügung.“

Das richtige Programm für Videokonferenzen muss in der Wirtschaft verschiedene Anforderungen erfüllen: Leichte Bedienbarkeit, Stabilität, Datensicherheit, geringe Kosten und nicht zuletzt Passgenauigkeit für die gewünschte Teilnehmerzahl. Es gibt Tools, die nur relativ kleine Gruppen ermöglichen. Team Viewer zum Beispiel zieht die Grenze bei 25 Teilnehmern, Skype erlaubt 50, während Microsoft Teams 250 nennt und Webex und Zoom sogar mit bis zu 1000 Teilnehmern werben. Allerdings: Je größer die Gruppe, desto teurer wird’s in der Regel.

Bandbreite reicht meist aus

Die Bandbreite an den Siegerländer und Wittgensteiner Standorten der Unternehmen reicht meist aus. Selbst mehrere Videokonferenzen, die parallel zueinander stattfinden, brächten die Übertragung nicht an ihre Grenzen, teilt zum Beispiel die Industrie- und Handelskammer Siegen über ihre eigene Konferenzpraxis mit.

Managing Director Stefan Buch von der Firma TMT in Siegen berichtet: „Mit „Teams“ haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Erst gestern hatte ich eine Konferenz mit Kollegen aus Luxemburg, Frankreich, Belgien und Deutschland inklusive Video und Desktop-sharing mit 44 Teilnehmern, die über gut zwei Stunden sehr stabil gelaufen ist.“

An und an gebe es mal Verbindungsschwierigkeiten, räumt Peter Lemm, Pressesprecher der Krombacher Brauerei, ein. Man nutze vorwiegend Skype for Business, wickle aber nach wie vor auch sehr viel über Telefonkonferenzen ab.

Bei der Mariengesellschaft Siegen (dazu gehört das St.-Marien-Krankenhaus) setzt man auf unterschiedliche Instrumente für die interne und externe Kommunikation. Microsoft Teams ist für den internen Gebrauch das Mittel der Wahl, extern wird auch Zoom genutzt. Pressesprecher Dr. Christian Stoffers hat allerdings jüngst Verbindungsabrisse bei einer Konferenz mit Kollegen aus Österreich festgestellt.

Manchmal nur mit Ton

Wenn Teilnehmer an vielen verschiedenen Standorten sitzen, wie das derzeit sehr häufig der Fall ist, suchen die Unternehmen pragmatische Lösungen. Thomas Matena von Buhl Data Systems aus Neunkirchen: „In Meetings mit vielen Teilnehmern verzichten wir ggf. darauf, dass jeder Teilnehmer sein Videobild überträgt. So sind dann auch deutschlandweite Konferenzen über mehrere Standorte hinweg problemlos machbar.“ Weitgehend reibungslose Kommunikation melden auch die Erich Utsch AG (Siegen), die Maschinenfabrik Herkules und die Firma Ejot aus Bad Berleburg.

Sehr digital aufgestellt ist die Firma Statmath, die ihren Stammsitz An der Alche hat. Man nutzt GoTo Meeting und kann über mangelnde Bandbreite auch zur Videoübertragung nicht klagen. Christian Friedrich: „An unserem Nebenstandort im Summit im Leimbachtal dagegen gibt es gelegentlich Verbindungsprobleme.“ In der Nachbarschaft, etwas weiter oben im Leimbachtal, ist die Firma Guntermann & Drunck dagegen zufrieden: „Wir sind im neuen Gewerbegebiet gut angebunden und haben bisher keine Probleme mit der Bandbreite.“

Zurück zu Statmath: „Bei den meisten Kollegen, die sich im Homeoffice aufhalten gibt es kaum Einschränkungen. Ab und zu ist mit Verbindungsabbrüchen zu rechnen, was aber die grundsätzliche Arbeitsfähigkeit der Kollegen wenig bis gar nicht einschränkt“, resümiert Christian Friedrich.

Bandbreite kurzfristig erhöhen

Der Maschinenbauer Dango & Dienenthal in Siegen antwortet differenziert: „Die Bandbreite an dem Firmenstandort Siegen ist dank Glasfaser-Zuleitung ausreichend. Ferner haben wir die Option, die Bandbreiten kurzfristig bei Bedarf zu erhöhen. Bei den privaten Internet-Anschlüssen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die derzeit im Home-Office arbeiten, gibt es allerdings in einigen wenigen Fällen große Probleme. Wenn nur eine 2-Mbit-Leitung zur Verfügung steht, ist das nicht ausreichend, um damit einen Home-Office Arbeitsplatz effizient zu betreiben.“

Um eine störungsfreie Videokonferenz abzuwickeln, ist Bandbreite ohnehin nicht alles. Sitzen mehrere Menschen in einem Raum – zum Beispiel das Kernteam, das am Standort die Präsenz sichert – reichen das Mikrofon und die Kamera eines Laptops nicht aus. Zumal die Mitarbeiter sich ja auch wegen Corona nicht zu nah kommen sollen. Eine externe Kamera und ein gutes Mikrofon sollten installiert sein. Die Mitarbeiter im Homeoffice können mit dem Laptop zurechtkommen.

Video-Etikette

Und schließlich: Eine gewisse Videokonferenz-Kultur muss man auch erst einmal lernen. Es wirkt einfach besser, wenn man beim Sprechen in die Kamera schaut, denn damit schaut man die Teilnehmer direkt an. In einer Face-to-Face-Konferenz würde man beim Sprechen ja auch nicht unter sich blicken. Den Drang, sich gegenseitig ins Wort zu fallen, sollte man bei Videokonferenzen noch mehr unterdrücken als bei analogen Besprechungen. Denn auch eine schnelle Datenleitung kommt dann nicht mehr hinterher.

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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