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Die Germanistin Dr. Jana Mikota preist die Schönheit des Lesens
Gut fürs Fühlen und Denken

Lesen entführt in neue Welten, fördert die Empathie, regt die Fantasie an und steigert nachweislich die Fähigkeit zum abstrakten Denken.
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  • Lesen entführt in neue Welten, fördert die Empathie, regt die Fantasie an und steigert nachweislich die Fähigkeit zum abstrakten Denken.
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goeb Siegen. Die Germanistik-Dozentin Dr. Jana Mikota von der Universität Siegen preist die Schönheit des Lesens. „Es entführt in neue Welten, fördert die Empathie, es regt die Fantasie an und steigert nachweislich die Fähigkeit zum abstrakten Denken.“

Gemeint ist in diesem Fall in erster Linie schöngeistige Literatur, etwa Romane, aber auch Sachbücher weiten natürlich den Horizont ihrer „Empfänger“. Nach ihrer Beobachtung und laut Erhebungen des Börsenvereins des deutschen Buchhandels ist im Corona-Jahr wieder mehr gelesen worden als sonst. Zumindest beim Absatz von Kinderbüchern ist das spürbar. „Es wird aber auch viel ausgeliehen“, stellt sie fest.

Die Krise habe auch eine neue Solidarität mit den kleinen Buchläden bei vielen Bürgern entstehen lassen.

goeb Siegen. Die Germanistik-Dozentin Dr. Jana Mikota von der Universität Siegen preist die Schönheit des Lesens. „Es entführt in neue Welten, fördert die Empathie, es regt die Fantasie an und steigert nachweislich die Fähigkeit zum abstrakten Denken.“

Gemeint ist in diesem Fall in erster Linie schöngeistige Literatur, etwa Romane, aber auch Sachbücher weiten natürlich den Horizont ihrer „Empfänger“. Nach ihrer Beobachtung und laut Erhebungen des Börsenvereins des deutschen Buchhandels ist im Corona-Jahr wieder mehr gelesen worden als sonst. Zumindest beim Absatz von Kinderbüchern ist das spürbar. „Es wird aber auch viel ausgeliehen“, stellt sie fest.

Die Krise habe auch eine neue Solidarität mit den kleinen Buchläden bei vielen Bürgern entstehen lassen. „Und ist es nicht wunderbar, was sich die Buchhändler alles haben einfallen lassen im Austausch mit ihren Kunden? Ein ganz großes Lob haben die verdient.“

Zur anspruchsvollen Literatur hingeführt

Gerade hat das neue Semester begonnen. Wer Literatur studiert, liest natürlich gern. „Ich bin der Meinung, dass man sich hochlesen muss“, sagt die Dozentin, die sich augenzwinkernd als „Büchersnob“ bezeichnet. Unter den vielen Autorinnen und Autoren, die sie liebt, ragt Anna Seghers hervor und unter den Kinderbuchautorinnen Mirjam Pressler. Zur anspruchsvollen Literatur müsse man hingeführt werden, ist sie überzeugt. Deswegen: Was ein Häkchen werden will, krümmt sich beizeiten.

Gegen E-Books hat sie nichts einzuwenden, sie persönlich bevorzugt aber das Buch in der Hand. Ja, der Markt sei schnelllebig, bestätigt sie, die Masse der Neuerscheinungen erstaunlich.

"Mich wundert,
dass es keinen öffentlichen Aufschrei gibt."

Dr. Jana Mikota
Germanistik-Dozentin Uni Siegen

Die Frage ist, wird das alles noch gelesen? Die vielgerühmte digitale Revolution jedenfalls scheint eher einen gegenteiligen Effekt zu erzielen. Der jüngste Pisa-Test war wieder ein kalter Guss. 21 Prozent der 15-Jährigen lesen auf dem Niveau von Drittklässlern. Wissenschaftler führen die Abdrift auf die Massenverbreitung des Smartphones und anderer Endgeräte zurück und sehen einen direkten Zusammenhang mit dem um sich greifenden funktionalen Analphabetismus.

Lesen, um Informationen zu beschaffen

Gerade das wichtige „deep reading“, also das Eintauchen in eine Geschichte über Stunden, kommt bei vielen Jugendlichen nicht mehr an. Laut einer jüngsten Erhebung gaben über 50 Prozent der Getesteten an, nicht zum Vergnügen zu lesen, sondern einzig, um sich Informationen zu beschaffen.

An das Lesen anspruchsvoller Literatur muss man herangeführt werden, sagt Germanistik-Dozentin Dr. Jana Mikota.
  • An das Lesen anspruchsvoller Literatur muss man herangeführt werden, sagt Germanistik-Dozentin Dr. Jana Mikota.
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Dr. Mikota zitiert Kirsten Boies Petition ans Bundesministerium für Bildung und Forschung – die Hamburger Erklärung: Jedes Kind muss lesen lernen! Lesen ist immer noch die Schlüsselqualifikation für die Teilhabe an der Gesellschaft. „Das ist fatal“, sagt Jana Mikota, „wenn Kinder nicht an Bücher herangeführt werden. Das holen sie auf weiterführenden Schulen nicht mehr nach“.

Grundschulkinder von Platz 5 auf Platz 21

Mit „Stabil auf Talfahrt“ überschrieb die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die Ergebnisse der Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU) für Deutschland. Seit der Jahrtausendwende rutschten die Grundschulkinder von Platz 5 auf Platz 21 ab. 2022 werden neue Ergebnisse veröffentlicht. Man rechnet schon mit dem schlimmsten.

„Mich wundert, dass es keinen öffentlichen Aufschrei gibt“, erklärt die Dozentin. Es gebe viele sehr engagierte Grundschullehrerinnen und etablierte Lesekultur an Schulen. Wachsen Kinder mit Eltern auf, die regelmäßig ein Buch in die Hand nehmen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch sie zu Lesern werden, viel größer. Fest steht aber auch: Tun sie es nicht, werden sie nur höchst selten zu Büchernarren.

Lesen entführt in neue Welten, fördert die Empathie, regt die Fantasie an und steigert nachweislich die Fähigkeit zum abstrakten Denken.
An das Lesen anspruchsvoller Literatur muss man herangeführt werden, sagt Germanistik-Dozentin Dr. Jana Mikota.
Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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