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Wegen sexuellen Missbrauchs vorbestraft
Gutachter erkennt Pädophilie beim Angeklagten

Der Prozess wurde am Donnerstag in Siegen fortgesetzt.

juka Siegen. Ohne große Regung verfolgte Claus K. am Donnerstag das Gutachten von Dr. Bernd Roggenwallner. Der 37-Jährige muss sich wegen sexuellem Missbrauch von Kindern und dem Besitz von kinder- und jugendpornografischem Material vor dem Landgericht verantworten. „Meiner Meinung nach liegt hier eine Pädophilie vor“, stellte Roggenwallner, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, fest. K. habe Präferenzen für Kinder und Jugendliche entwickelt, die insbesondere auf postpubertäre Jugendliche ausgerichtet sei. „Es handelt sich für mich zudem um einen Verlust von Sinnlichkeit. Für den Angeklagten geht es um die sexuelle Handlung an sich, nicht um die Personen“, erläuterte Roggenwallner.
"Weitere Taten sind naheliegend"Die Wiederholungsgefahr sei groß, betont der Gutachter.

juka Siegen. Ohne große Regung verfolgte Claus K. am Donnerstag das Gutachten von Dr. Bernd Roggenwallner. Der 37-Jährige muss sich wegen sexuellem Missbrauch von Kindern und dem Besitz von kinder- und jugendpornografischem Material vor dem Landgericht verantworten. „Meiner Meinung nach liegt hier eine Pädophilie vor“, stellte Roggenwallner, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, fest. K. habe Präferenzen für Kinder und Jugendliche entwickelt, die insbesondere auf postpubertäre Jugendliche ausgerichtet sei. „Es handelt sich für mich zudem um einen Verlust von Sinnlichkeit. Für den Angeklagten geht es um die sexuelle Handlung an sich, nicht um die Personen“, erläuterte Roggenwallner.

"Weitere Taten sind naheliegend"

Die Wiederholungsgefahr sei groß, betont der Gutachter. „Weitere Taten sind naheliegend“, führte Roggenwallner sogar aus. Claus K. war bereits 2010 wegen sexuellem Missbrauch von Jugendlichen und dem Besitz von Kinderpornografie – rund 2000 Bilder und zwei Videos waren es damals – zu einem Jahr und sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Ein Bewährungshelfer wurde damals nicht bestellt, auch in eine Gruppe für Sexualstraftäter musste sich K. nicht begeben. Details, die am Donnerstag selbst bei Richterin Sabine Metz-Horst auf Unverständnis stießen.

2016 folgte eine Geldstrafe wegen des Besitzes von Kinder- und Jugendpornografie. „Die Bestrafung hat nicht gewirkt, stattdessen gab es zwischen 2017 und 2020 sogar eine Verdichtung der Vorkommnisse“, erklärte der Gutachter. Die Frequenz sei seitdem fast explodiert, die vollzogenen Handlungen kaum noch zu steigern. Zumal der Angeklagte auch weitere Kontakte zu jungen Menschen gesucht habe, die aber nicht erfolgreich gewesen seien.

"Ich glaube, ein Klinikaufenthalt wäre für mich das Beste"
- der Angeklagte

Auch der Angeklagte, der sich unter anderem an dem kleinen Bruder (13) seines damaligen Freundes vergangen haben soll, äußerte sich am Donnerstag insbesondere dazu, wie es mit ihm weitergehen solle. „Ich glaube, ein Klinikaufenthalt wäre für mich das Beste“, so der 37-Jährige. Er werde die sexuellen Fantasien wohl immer mit sich herumtragen und müsse lernen, diese zu unterdrücken, ihnen nicht nachzugeben. „Das kann ich nur mit Hilfe.“ Daher würde er sich lieber einweisen lassen, als in einem normalen Gefängnis die Strafe abzusitzen.

Siegener vergreift sich an Sechsjährigen

Dass er auch Treffen mit Kindern und Jugendlichen unter 14 Jahren wahrgenommen hätte, wenn es die Chance dazu gegeben hätte, bestritt K. nicht. Auch, dass die Kinder in seinen Gedanken immer jünger geworden seien, räumte der Angeklagte ein. Er habe täglich solche Gedanken und Fantasien gehabt. Am 10. Mai wird die Verhandlung mit den Plädoyers fortgesetzt, einen Tag später soll das Urteil gesprochen werden.

Autor:

Julian Kaiser aus Siegen

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