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Immer mehr Autos in der Region
Gute Alternativen fehlen

Auch in Siegen-Wittgenstein steigt die Zahl der angemeldeten Autos seit 2012 weiter kontinuierlich an. Laut ADAC sind besonders die hohe Flexibilität und fehlende Alternativen die Hauptgründe für dieses Phänomen.
  • Auch in Siegen-Wittgenstein steigt die Zahl der angemeldeten Autos seit 2012 weiter kontinuierlich an. Laut ADAC sind besonders die hohe Flexibilität und fehlende Alternativen die Hauptgründe für dieses Phänomen.
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juka Siegen/Olpe. Wer kennt es nicht: Mal eben schnell mit dem Auto zum Supermarkt fahren, auf dem Weg zur Arbeit noch kurz beim Bäcker halten oder am Mittag die Kinder aus der Schule abholen. Die Fahrzeuge bieten Flexibilität, die ein Großteil der Bevölkerung nicht missen möchte. Wenig verwunderlich daher, dass das mit fast 18 Millionen Einwohnern bevölkerungsstärkste Bundesland Nordrhein-Westfalen auch die meisten Pkw verzeichnet, Anfang 2020 waren es über zehn Millionen angemeldete Fahrzeuge. Setzt man die Fahrzeuge allerdings in Verhältnis zu der Einwohnerzahl, entsteht ein ganz anderes Bild. Auf 1000 Einwohner gerechnet steht NRW deutschlandweit mit 570 Fahrzeugen nur im Mittelfeld. Klar ist dennoch: Die Anzahl der Pkw steigt immer weiter.

juka Siegen/Olpe. Wer kennt es nicht: Mal eben schnell mit dem Auto zum Supermarkt fahren, auf dem Weg zur Arbeit noch kurz beim Bäcker halten oder am Mittag die Kinder aus der Schule abholen. Die Fahrzeuge bieten Flexibilität, die ein Großteil der Bevölkerung nicht missen möchte. Wenig verwunderlich daher, dass das mit fast 18 Millionen Einwohnern bevölkerungsstärkste Bundesland Nordrhein-Westfalen auch die meisten Pkw verzeichnet, Anfang 2020 waren es über zehn Millionen angemeldete Fahrzeuge. Setzt man die Fahrzeuge allerdings in Verhältnis zu der Einwohnerzahl, entsteht ein ganz anderes Bild. Auf 1000 Einwohner gerechnet steht NRW deutschlandweit mit 570 Fahrzeugen nur im Mittelfeld. Klar ist dennoch: Die Anzahl der Pkw steigt immer weiter. 2012 waren es hier erst 522 Pkw auf 1000 Einwohner.

Die Gründe dafür, dass sich die Pkw weiterhin einer so großen Beliebtheit erfreuen, sind laut ADAC Westfalen äußerst vielfältig. „Das Auto vereint mehrere Vorteile: Man ist damit zeitlich und räumlich unabhängig und gleichzeitig flexibel unterwegs, nicht an Fahrpläne, Anschlussverbindungen oder die Entfernung zur nächsten Haltestelle gebunden“, erklärt Pressesprecherin Anne-Sophie Barreau. Obwohl ein Auto teurer ist, würden immer mehr Menschen in einen eigenen Pkw und seine Instandhaltung investieren. Das hat laut ADAC Westfalen einen einfachen Grund: „Die alternativen Mobilitäts-Angebote sind nicht attraktiv genug, um den Umstieg von Auto auf das Rad oder Bus und Bahn voranzutreiben.“ Auch attraktive Möglichkeiten für Fußgänger gebe es zu wenig.

"Die alternativen Mobilitäts-Angebote sind nicht attraktiv
genug, um den Umstieg voranzutreiben."

Anne-Sophie Barreau
Pressesprecherin ADAC Westfalen

Eine Frage des Alters ist dies allerdings nicht, beteuert der Automobilclub. „Es ist ein Trugschluss, dass junge Menschen bei ihrer Mobilität nicht mehr auf das Auto setzen“, untermauert Barreau. Oft seien die Autos einfach über die Eltern angemeldet. Auch bei den Senioren gibt es einen weiteren Trend zu erkennen, diese blieben noch bis ins hohe Alter mit dem eigenen Pkw mobil, zeigt der ADAC auf. „Insgesamt sind wir auch immer mehr unterwegs. Gerade im Berufsleben wird viel Flexibilität erwartet. Deshalb ist auch hier das Auto wichtig“, so Barreau.

Auto-Dichte in heimischen Kreisen besonders hoch

Diese Entwicklung hat auch vor unserer Region keinen halt gemacht. In Siegen-Wittgenstein gab es 2012 knapp 159 300 Fahrzeuge, acht Jahre später liegt man bei über 176 000. Olpe macht in diesem Zeitraum einen Sprung von fast 10 000 Pkw von 79 400 auf 89 300. Nach einer Auswertung des Landes NRW ist in unserer Region allerdings besonders die Dichte der Fahrzeuge enorm hoch. In Siegen-Wittgenstein kommen 636 Fahrzeuge auf 1000 Einwohner, in Olpe sind es sogar 667. Damit landet der Kreis, knapp hinter Euskirchen, NRW-weit auf Rang zwei und, genau wie „SiWi“, deutlich über dem Landesdurchschnitt. „Auf dem Land sind die Menschen viel stärker auf das Auto angewiesen, weil es deutlich weniger alternative Mobilitäts-Angebote gibt“, begründet Barreau. Ein Faktor sei zudem, dass in ländlichen Regionen deutlich mehr Platz vorhanden sei, um das Auto zu parken.

Diese Annahme wird mit Blick auf die Zahlen aus Ballungsgebieten ganz klar unterstrichen. Bürger in Städten wie Köln (451), Duisburg (466) oder Münster (467) kommen wesentlich besser ohne Fahrzeug klar. In Bonn geht die Pkw-Dichte seit 2014 sogar kontinuierlich zurück, ist aber auch ein Einzelbeispiel bei sonst immer weiter steigenden Zahlen.

Trend könnte sich laut ADAC fortsetzen

Sollten weiterhin keine attraktiven Mobilitätsangebote als Alternative zum Auto geschaffen werden, kann der ADAC sich gut vorstellen, dass sich dieser Trend auch weiterhin fortführen wird. „Eine integrierte Mobilitätsplanung, die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmer aufeinander abstimmt, ist der Schlüssel zum Erfolg“, hält der Automobilclub fest. Dies erfordere allerdings auch eine langfristige Planung und große Investitionen. Ob diese folgen werden, bleibt abzuwarten.

Autor:

Julian Kaiser aus Siegen

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