Harmonie und Dynamik

Into The Blue waren zu Gast im Jazz-Club Oase und präsentierten im Schauplatz Lÿz Soul-Jazz vom Feinsten. Foto: soph
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soph Siegen. „Die Band entführt uns zurück in die 60er“, mit diesen Worten begrüßte Hans-Georg Naumann (Geschäftsführer Jazz-Club Oase) das Publikum zum Konzert von Into The Blue im Siegener Lÿz. Das Quintett aus der Kölner Szene kam mit einer ordentlichen Portion Soul-Jazz im Gepäck, bereits das erste Stück versprach einen musikalisch hochwertigen Abend.

Marcus Bartelt (Baritonsax), Martin Sasse (Orgel), Johannes Behr (Gitarre), Ingo Senst (Bass) und Paul Höchstädt (Drums) spielen die Stücke nach vorne, ohne dabei hektisch zu werden. Bei den zahlreichen Soli lassen sie sich ausgiebig Zeit, Martin Sasse zieht dabei sehr stark an, lässt nicht locker, bis sich der letzte Akkord wieder mit den anderen zusammenfügt. Die gespielten Stücke sind mit Sicherheit für jeden Orgelfan ein vollendeter Genuss. Sasse entlockt seinem Instrument den typischen Sound, spielt eindringlich, ohne dabei wirklich aufdringlich zu werden, und ist manchmal so in seine Musik vertieft, dass er die Töne teilweise erbarmungslos ausspielt.

Die Band zeigt bei ihrem Auftritt deutlich, wie sehr ihnen ihre eigene Musik gefällt. Die Augen geschlossen, bei anderen Soli begeisternd im Rhythmus wippend – da stehen fünf Musiker auf der Bühne, die ihre Arbeit sichtlich genießen. Manchmal kommt es dem ungeübten Ohr vielleicht so vor, als ob da gerade jeder das spielt, was ihm einfällt. Aber jedes Ohr muss auch zugeben: Das passt alles, der musikalische Rahmen stimmt. Die meist sehr langen Stücke sind inhaltlich so abwechslungsreich gestaltet, dass es einem eher so vor kommt, als ob Drei-in-Einem gespielt werden.

Die Musiker nehmen ihr Publikum an die Hand und lassen es nicht allein, wenn es mal zu sehr virtuos wird. Stücke wie „Lou’s Walk“, „Tough Guys Don’t Cry“, „Blues For P. B.“ oder „Grapjas“ zeugen von facettenreichem musikalischem Können und einem großartigen Gespür für Harmonie und Dynamik zwischen den Instrumenten. Auch bei ruhigeren Stücken geht die konsequente Virtuosität nicht verloren, zusammen mit der vertrauten Stimmung im Schauplatz entführten die Werke in andere Welten, ohne dabei den Boden zu verlieren. Für Liebhaber dieser Musikrichtung ein gelungener Abend, der hoffentlich nicht der letzte mit Into The Blue gewesen ist.

Eine kleine Neuheit zum Schluss: Bei den Veranstaltungen der Oase liegen ab sofort E-Mail-Listen für den clubeigenen Newsletter aus, in die sich Jazzfreunde eintragen können.

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