BIS AUF WEITERES
Hasenvater

SZ-Redakteur Thorsten Stahl.
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Naaa? Haben Sie auch schon Hanni, die huschige Hauskatze, wieder im Tierheim abgegeben? Ober haben Sie für Günni, den goldigen Retriever, eine hübsche Laterne auf einem Rastplatz an der A 45 gefunden? So schön das mit den kuscheligen Freunden ja auch im Lockdown war – jetzt, da der Aktionsradius über den nächsten Supermarkt hinausgeht und sogar Urlaube wieder möglich sind, fällt manchem auf, wie lästig der Familienzuwachs auf vier Pfoten doch sein kann. Ich selbst nehme mich da raus, denn ich bin schon seit vielen Jahren Hasenvater. Gut, es sind zwei Kaninchen, aber Hase klingt in allen Lebenslagen nun mal besser.

Ursprünglich sollten sich ausschließlich unsere Kinder um die beiden Mümmelmänner kümmern, ein frommer Wunsch. Immerhin haben die Kollegen einen eigenen Instagram-Account – und ich fürchte, sie haben mehr Follower als ich. Das ist insofern ungerecht, als ich ihren Stall (ich würde lieber von Chalet sprechen) nach und nach auf eine Länge von 5,32 m erweitert habe, zudem gibt es oben im Garten eine Art Castel Gandolfo als Sommerresidenz. Wird das einem gedankt? Natürlich nicht. Jeden Morgen, wenn ich das High-Protein-Trockenfutter bringe, wird an der Tür gerappelt, als wäre das hier Guantanamo und nicht Schelden. Das gleiche Spiel am Abend bei feinster Bio-Rohkost. Gottseidank bin ich da meistens raus.

Nun sind es nicht mehr die Original-Hasen. Die Devise war immer: Keiner bleibt allein. Aber immer nur zwei, nachdem das Trio-Experiment mit einer weiblichen Mitbewohnerin grandios gescheitert war (dabei möchte ich es belassen). So habe ich erfahren, dass man im Todesfall sogar Beileidskarten von der Tierarztpraxis bekommt.

Wie dem auch sei: Irgendwann soll auch die Hasenzeit bei uns beendet sein, somit wird im Falle des Ablebens immer nur ein gleichaltriges oder leicht älteres Tier angeschafft. Doch manchmal wache ich schweißgebadet auf: Was ist, wenn einer von den beiden der Johannes Heesters unter den Kaninchen ist? Die Kinder längst aus dem Haus, sehe ich mich das Futter mit dem Rollator zum Stall bringen. Kurz, aber nur ganz kurz denke ich dann an den Rastplatz.

t.stahl@siegener-zeitung.de

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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