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Anklage erschüttert Siegener Kulturszene
Hat Ex-Apollo-Dramaturg Kinder missbraucht?

Die Wirkungsstätte des angeklagten Dramaturgen: das Siegener Apollo-Theater.
  • Die Wirkungsstätte des angeklagten Dramaturgen: das Siegener Apollo-Theater.
  • Foto: Karl-Hermann Schlabach
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

kalle Siegen.  Er gehörte über viele Jahre zu den Lieblingen der heimischen Kulturszene. Wenn Jan V. mit seinem Dackel durch die Theaterkatakomben lief, um Besuchergruppen das Apollo-Theater schmackhaft zu machen, war ihm meist tosender Beifall sicher, jubelten die Freunde der Szene. Man mochte ihn.
Doch jetzt sind dunkle Wolken über dem Theater aufgezogen, sehr dunkle Wolken. Die Siegener Staatsanwaltschaft wirft dem ehemaligen Journalisten und Gospel-Sänger vor, sich in elf Fällen sexuell an Jugendlichen vergangen zu haben. In drei Fällen, so die Staatsanwaltschaft, soll es beim Versuch geblieben sein. Des Weiteren steht der Besitz von jugendpornografischen Schriften (auch in Tateinheit mit Besitz von kinderpornografischen Schriften) zur Anklage.

kalle Siegen.  Er gehörte über viele Jahre zu den Lieblingen der heimischen Kulturszene. Wenn Jan V. mit seinem Dackel durch die Theaterkatakomben lief, um Besuchergruppen das Apollo-Theater schmackhaft zu machen, war ihm meist tosender Beifall sicher, jubelten die Freunde der Szene. Man mochte ihn.
Doch jetzt sind dunkle Wolken über dem Theater aufgezogen, sehr dunkle Wolken. Die Siegener Staatsanwaltschaft wirft dem ehemaligen Journalisten und Gospel-Sänger vor, sich in elf Fällen sexuell an Jugendlichen vergangen zu haben. In drei Fällen, so die Staatsanwaltschaft, soll es beim Versuch geblieben sein. Des Weiteren steht der Besitz von jugendpornografischen Schriften (auch in Tateinheit mit Besitz von kinderpornografischen Schriften) zur Anklage.

Hauptverhandlung terminiert

Damit nicht genug. In vier Fällen wird ihm versuchter schwerer sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen. Das bestätigte die Pressesprecherin des Landgerichtes Siegen, Silvia Sünnemann, auf Anfrage der SZ.
Neun Monate hat das Gericht geprüft, ob es die Anklage der Staatsanwaltschaft zulässt, eine Hauptverhandlung eröffnet. Diese ist jetzt terminiert.
Zuletzt arbeitete Jan V. unter Intendant Magnus Reitschuster als dessen Stellvertreter, war als Dramaturg und als Pressesprecher des Apollos an vorderster Front des Theaters tätig, suchte das Licht der Öffentlichkeit. Im Januar 2018 ging er in den Ruhestand. Zum Renteneintritt ließ er sich nochmals mit größter öffentlicher Wirkung in den Medien „feiern“, Weggefährten rühmten seiner Verdienste um das Apollo und die Kultur.

Massives Zerwürfnis mit Apollo-Führung

Der Vorhang zum Drama öffnete sich schon einige Wochen später. In der Siegener Kulturszene gab es erste Gerüchte, dass sich Jan V. an Kindern und Jugendlichen sexuell vergangen haben soll. Das Pikante: Der Angeklagte hat im Theater immer wieder auch spezielle Kinder-Führungen gemacht, ist mit seinen jungen Gästen in alle geheimnisvollen Winkel und Ecken des Siegener Theaters an der Morleystraße gegangen.
Neben diesen Vorwürfen kam noch ein massives Zerwürfnis mit der Apollo-Führung ans Licht. Nach seinem Eintritt in den Ruhestand soll Jan V. – vermutlich aus Wut – einen Diebstahl im Apollo begangen haben, sowie für drei Fälle von Sachbeschädigungen verantwortlich sein. Auch diese Vorwürfe werden in der im Februar 2021 terminierten Verhandlung eine (kleine) Nebenrolle spielen.
Intendant Magnus Reitschuster muss sich bereits früh über die Tragweite der Vorwürfe gegen seinen ehemaligen Stellvertreter bewusst gewesen sein. Er hatte die Brisanz erkannt und den auf Krisenkommunikation spezialisierten Medienberater Dirk Metz verpflichtet.

Autor:

Karl-Hermann Schlabach (Redakteur) aus Siegen

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