Hauberg soll Weltkulturerbe werden

 Getreideernte im historischen Hauberg in Fellinghausen: Das Wissen um die forstlichen und landwirtschaftlichen Nutzungsformen im Siegerland und in Wittgenstein würde der Kreis gerne auf der UNESCO-Liste der immateriellen Kulturerben sehen. Foto: dima
  • Getreideernte im historischen Hauberg in Fellinghausen: Das Wissen um die forstlichen und landwirtschaftlichen Nutzungsformen im Siegerland und in Wittgenstein würde der Kreis gerne auf der UNESCO-Liste der immateriellen Kulturerben sehen. Foto: dima
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tile - Der Siegerländer Hauberg soll nach wie vor immaterielles Weltkulturerbe werden. Was die Bürgermeisterkonferenz bereits im Frühjahr befürwortete, soll jetzt in eine entsprechende Bewerbung münden, die beim Kreis Siegen-Wittgenstein koordiniert wird. Im Regionalen Entwicklungsplan des Kreises wurde der „Antrag auf Anerkennung der Siegerländer Haubergswirtschaft als immaterielles Kulturerbe“ bereits als umzusetzende Maßnahme aufgenommen. Nun geht es um die konkrete Umsetzung. Laut Beschlussvorschlag soll die Koordinierung der Bewerbung durch einen externen Experten erfolgen, der eine Qualifizierung, beispielsweise „durch den Nachweis eines Masterstudienganges Kulturerbe“, vorweisen kann. Bis zum Einreichen des Antrags im Oktober 2017 sind Aufwendungen von 20.000 Euro im Jahr 2016 und von 30.000 Euro für das Jahr 2017 vorgesehen.

„Externe Unterstützung ist erforderlich, da eine echte, übergeordnete Institution fehlt“, erklärt Burbachs Bürgermeister Christoph Ewers. Die Frage sei also gewesen: „Wer kann es machen?“ Der Waldbauernverband wäre u. U. eine potenzielle Stelle gewesen, aber eben auch der Kreis. Der anerkannte Forstexperte hatte bereits 2012 mit MdB Volkmar Klein (CDU) einen ersten Vorstoß gewagt, das Haubergswesen für die UNESCO-Liste vorzuschlagen. Daher freue er sich, dass diese „Bemühungen erfolgreich gewesen sind“.

Sofern die beiden Gremien grünes Licht geben, würde im kommenden Jahr ein langes und komplexes Verfahren eingeleitet. Vom 2. März bis zum 30. Oktober 2017 müsste der Kreis seinen Vorschlag beim nordrhein-westfälischen Ministerium für Familie, Jugend, Kultur und Sport (MFKJKS) einreichen. In Düsseldorf würden alle eingereichten Anträge bis Mitte April 2018 geprüft werden.

„Bis zu vier Vorschläge können die Länder dann unserem unabhängigen Expertenkomitee vorlegen“, erläutert Katja Römer, Sprecherin der Deutschen UNESCO-Kommission, das Prozedere. Das Komitee wiederum spreche der Kultusministerkonferenz (KMK) seine Empfehlungen aus, die dort abgenickt werden müssten. Laut Zeitplan des Kreises falle diese Entscheidung im Dezember 2018.

Fiele sie positiv aus, wäre die Siegerländer Haubergswirtschaft zunächst in der nationalen Liste der immateriellen Kulturerben verzeichnet – eine Bedingung, die erfüllt sein muss, um am internationalen Auswahlverfahren teilzunehmen. Frühestens zum 31. März 2019 dürfte Deutschland die heimischen Ambitionen offiziell bei der UNESCO in Paris hinterlegen – der Auftakt eines weiteren, langwierigen Prozesses, diesmal auf internationaler Bühne, der im November 2020 mit einer Entscheidung enden könnte.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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