Haus Oranienstraße steht zum Verkauf

Anfang des 20. Jahrhunderts im italienischen Stil erbaut: das Haus Oranienstraße, Ausstellungsforum des Siegerlandmuseums. Jetzt will die Stadt die Villa verkaufen - und steht in Verhandlungen mit der Sparkasse Siegen. Foto: mac
  • Anfang des 20. Jahrhunderts im italienischen Stil erbaut: das Haus Oranienstraße, Ausstellungsforum des Siegerlandmuseums. Jetzt will die Stadt die Villa verkaufen - und steht in Verhandlungen mit der Sparkasse Siegen. Foto: mac
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ciu - Der Verkauf des Hauses Oranienstraße ist beschlossene Sache. Was unkommentiert und undiskutiert als Antwort auf eine Anfrage der Linken zum Ausstellungsforum des Siegerlandmuseums den städtischen Kulturausschuss gegeben wurde, ist Fakt. Gestern bestätigte Bürgermeister Steffen Mues gegenüber der SZ, dass im Rat "so gut wie einstimmig" ein Grundsatzbeschluss gefallen sei, der vorsieht, das Haus im Zuge des Haushaltssicherungskonzepts zu schließen und zu verkaufen (geschätzter Wert: rund 550?000 Euro). Besucherzahlen ("im Jahr keine 2000 und häufig deutlich weniger") und Personalkosten stünden in keiner zu rechtfertigenden Relation zueinander. Nun suche die Stadt nach einer Lösung, um "die Oranienstraße" möglicherweise trotzdem als Ausstellungsraum vorzuhalten.

Sparkasse interessiert

Interesse signalisiert hat die Sparkasse Siegen bzw. der Stiftungs-Service. Geklärt werden müssten freilich noch "etliche entscheidende Punkte", so Armin Benfer, Pressesprecher des Geldinstituts. So stelle sich die Frage nach der künftigen Nutzung des Hauses, etwa nach einer Kombination aus Eigen- und Fremdnutzung.

Kunstverein braucht Ausstellungsforum

Das Siegerlandmuseum, so Verwaltungsleiter Eike Jungheim, könnte sich beispielsweise vorstellen, auch künftig an der Oranienstraße zeitgenössische Kunst auszustellen. Aktuell laufen die Planungen von Prof. Dr. Ursula Blanchebarbe und ihrem Team bis Anfang 2011. Und auch der Kunstverein Siegen (der bislang die Ausstellungen in der Galerie S im Weidenauer Sparkassengebäude kuratierte) hätte Bedarf für eigene Ausstellungen. Zumal, das sagte Geschäftsführer Franz-Josef Weber, der sich ansonsten in Sachen Oranienstraße bedeckt hielt, die Kunstvereins-Ausstellungen im Museum für Gegenwartskunst (von zunächst zwei im Jahr projektierten) in diesem Jahr auf Null zurückgegangen seien.

Ein Zuhause für die Saenger-Stiftung

Die Villa an der Oranienstraße, die von ihrem schönen Garten aus sehr mediterran anmutet, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut. Der Bauherr, der Hüttendirektor August Ruhfus, langjährig technischer Direktor des Stahlwerks und Vorstandsmitglied der Aktiengesellschaft Charlottenhütte, hat das Haus vermutlich nie selbst bewohnt; er verzog 1904 nach Düsseldorf. Zu dieser Zeit bewohnte der Fabrikant Heinrich Gontermann das Haus, Mitinhaber und Mitgesellschafter der Siegener Walzengießerei und Dreherei Gustav Gontermann. In den späteren Jahrzehnten wechselten die Besitzer mehrfach. 1977 erwarb die Stadt Siegen die Villa; zehn Jahre später erhielt die Adolf-Saenger-Stiftung im Haus Oranienstraße 9 ein Zuhause. Am 2. Mai 1975 hatte Adolf Saengers Witwe Johanna per Stiftungsurkunde verfügt, dass 66 Öl- und Temperagemälde sowie über 500 Zeichnungen und Skizzen aus dem Nachlass ihres verstorbenen an den Kreis Siegen-Wittgenstein und die Stadt Siegen gehen - und ständig öffentlich gezeigt werden - sollten. Das sei hinsichtlich der Stadt, so Eike Jungheim, nicht unmittelbar ans Haus Oranienstraße gebunden, sondern beziehe sich generell auf das Obere Schloss und das Torhaus des Schlosses.

Atelier für Uwe Pieper

Ob der Siegener Künstler Uwe Pieper auch nach einem Verkauf des Hauses die Atelierräume im Dachgeschoss der Villa nutzen kann, wird gleichfalls zu klären sein. Wohl hätten sie gehört, dass die Sparkasse interessiert an der Übernahme des Hauses sei, sagte Magdalena Kaiser- Pieper, doch mit ihrem Mann habe bislang niemand gesprochen. Über 25 Jahre hatte Uwe Pieper sein Atelier im Oberen Schloss, was die Stadt gewissermaßen verpflichte, ihm einen Kunstraum zur Verfügung zu stellen. Wie den an der Oranienstraße.Hier wird Uwe Pieper vom 24. Oktober bis 21. November ausstellen. Geplant ist eine große Retrospektive zum 70. Geburtstag. Kaiser-Pieper: "Wir zeigen Arbeiten aus 50 Jahren, darunter solche, die noch nie ausgestellt worden sind." Und sie erzählt von einem Galerieschrank voller Zeichnungen. "Das sind so schöne Sachen!"

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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