Beschäftigte sollen am Christofferhaus beteiligt werden
Hausverbot für Verdi-Funktionäre

Die Eingangstüren zum Christofferhaus in Siegen bleiben für Verdi-Funktionäre geschlossen. Das Unternehmen sprach ein Hausverbot aus.  Foto: kalle
  • Die Eingangstüren zum Christofferhaus in Siegen bleiben für Verdi-Funktionäre geschlossen. Das Unternehmen sprach ein Hausverbot aus. Foto: kalle
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kalle/sz Siegen.  Wenige Wochen nach dem Urteil des Siegener Arbeitsgerichts, bei dem sich die Geschäftsführung der „Novita Leben im Alter“ als Trägerin des Christofferhauses auf einen Vergleich einließ und u. a. der ehemaligen Betriebsratsvorsitzenden eine viel beachtete Abfindung in Höhe von 100  000 Euro zahlte, sprach Novita-Chef Christoph Hofmann im Gespräch mit der Siegener Zeitung Klartext. Es sei nie um die Behinderung von Betriebsratsarbeit gegangen, wie von Verdi unterstellt und vor Gericht gebracht worden sei.

"Betriebsrat nicht behindert"

Im Anschluss an den Gerichtstermin, so Hofmann weiter, habe man versucht, gemeinsam mit der Gewerkschaft klarzustellen, dass die Leitung der Senioreneinrichtung an der Siegener Friedrich-Wilhelm-Straße sich niemals gegen den Betriebsrat gestellt habe, ihn behindert hat oder behindern wollte. Hofmann: „Weder lehnen wir eine kooperative Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat noch das Eintreten der Dienstleistungsgewerkschaft für angemessene Arbeitsbedingungen in der Pflege ab!“ Die geplante gemeinsame Presseerklärung wurde von Verdi abgelehnt. Hofmann: „Von einer Entschuldigung ganz zu schweigen.“ Den angerichteten Rufschaden bezeichnete er als „erheblich“.

Gewerkschaft spalte Arbeitnehmer

Im Gegenteil: „Wir mussten Mitarbeitern der Gewerkschaft Verdi Hausverbot erteilen, da diese sich angemaßt hatten, ohne unsere Kenntnis das Betriebsgelände zu betreten, die Entscheidungsfindung des bei uns bestehenden Betriebsrates zu beeinflussen und sich wie seine Vorsitzende zu verhalten.“ Es sei für das Unternehmen nicht hinnehmbar, wenn eine Gewerkschaft den Versuch unternehme, die Belegschaft zwischen Gewerkschaftsangehörigen einerseits und nicht organisierten Arbeitnehmern andererseits zu spalten.

Unwahre Behauptung

Verdi habe 600 Unterschriften auf Basis einer unwahren Behauptung erhalten: nämlich der Behauptung, die Leitung des Christofferhauses „behindere massiv die Arbeit des gewählten Betriebsrates“. Hofmann: „Wir weisen diese Behauptung hier nochmals mit aller Entschiedenheit zurück, genauso die Behauptung, wir würden den Betriebsrat abschaffen wollen.“

In die Integrität eingegriffen

Allein die Dienstleistungsgewerkschaft greife in einer nicht hinnehmbaren Art und Weise in die Integrität des bestehenden Betriebsrates und des Betriebsverfassungsgesetzes mit ihren Verhaltensweisen ein, wodurch die kooperative Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat beeinträchtigt werde. Verdi spalte hierdurch die Belegschaft und gefährde dadurch die Versorgung der dem Unternehmen anvertrauten Bewohner.

Kooperation mit Verdi weiter eine Option

Wie geht es weiter? Man strebe eine vertrauensvolle Zusammenarbeit der Geschäftsleitung mit dem Betriebsrat an: Kooperation statt Konfrontation. Man denke in der Geschäftsführung für das Christofferhaus über das Modell des arbeitnehmereigenen Unternehmens oder aber der Beteiligung der Beschäftigten am Betrieb nach. Dabei solle der gewählte Betriebsrat eine entscheidende Rolle spielen. Nach wie vor stehe man einer Zusammenarbeit mit Verdi nicht im Wege. Die Erfahrung der Gewerkschaft könne in dem Prozess wertvoll sein.

Autor:

Karl-Hermann Schlabach (Redakteur) aus Siegen

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