Einheiten kritisieren Kameraden aus Siegen scharf (Update)
Heftiger Feuerwehr-Streit um Corona-Impfung

Die Feuerwehr Siegen kündigte jüngst an, auf vorgezogene Corona-Impfungen Einzelner verzichten zu wollen. Die übrigen Einheiten im Kreis kritisieren das in aller Schärfe als „Schlag ins Gesicht und unkameradschaftlich“.
  • Die Feuerwehr Siegen kündigte jüngst an, auf vorgezogene Corona-Impfungen Einzelner verzichten zu wollen. Die übrigen Einheiten im Kreis kritisieren das in aller Schärfe als „Schlag ins Gesicht und unkameradschaftlich“.
  • Foto: SZ-Archiv
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

sz/mir Siegen/Bad Berleburg. „Große Verwunderung und Entsetzen herrscht bei den Freiwilligen Feuerwehren im Kreis Siegen-Wittgenstein über einen Bericht in der SZ am 10. April, dass sich die Feuerwehr Siegen in Verzicht übt und den Erhalt der wenigen zugewiesenen Impfdosen ablehnt.“
Dirk Höbener, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Bad Laasphe, hat die Pressemitteilung versandt: „Die Feuerwehren aus Kreuztal, Hilchenbach, Freudenberg, Wilnsdorf, Erndtebrück, Bad Berleburg, Neunkirchen, Netphen, Burbach und Bad Laasphe stehen voll hinter der Entscheidung des Landrates Andreas Müller, 500 Impfdosen für die Feuerwehren im Kreis Siegen-Wittgenstein zur Verfügung zu stellen.“

Feuerwehr Siegen verzichtet auf schnelle Spritze

"Die Diskussion bringt niemanden weiter"

Die SZ hakte nach: Reinald Thiemann (Freudenberg) sieht ganz klaren Bedarf nach Impfungen bei den Ehrenamtlichen, Freudenberg stehe ganz anders da als Siegen: „Wir müssen das ganze Spektrum abdecken und auch zur Autobahn ausrücken, da wissen wir nie, ob wir auf Infizierte treffen oder nicht.“
Thiemann sieht noch einen Aspekt: „Ganz viele Kreise impfen schon ihre Feuerwehrleute, das ist notwendig, und wir sollen aus ethischen Gründen zurückstehen? Ja, auch für unsere Leute haben wir eine ethische Verantwortung, das stimmt. Die Diskussion bringt niemanden weiter.“

Droht ein langer Streit zwischen der Feuerwehr aus Siegen und dem Rest im Kreis?

Zur Erinnerung: Landrat Andreas Müller hatte auf Drängen von Kreisbrandmeister Bernd Schneider und der elf Wehrführer 500 Impfdosen für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren zur Verfügung gestellt. Am Freitag hatte der Leiter der Feuerwehr Siegen, Matthias Ebertz, die Zuweisung von 60 Impfdosen für die ehrenamtlichen Feuerwehrleute in Siegen zurückgegeben.
Ebertz’ Vorgehen stößt bei den übrigen Feuerwehrchefs auf Unverständnis und Verärgerung. Auf das Problem angesprochen, zeigte sich Harald Stecher (Hilchenbach) verärgert: „Erst kämpfen wir gemeinsam, dass überhaupt geimpft wird, und dann schert Siegen aus. Das geht so nicht.“ Droht da ein längerer Streit zwischen Siegen und dem Rest des Kreises? Stecher sieht nur eine Möglichkeit: „Miteinander reden hilft, sonst nichts.“

Die Feuerwehrchefs Berthold Braun (Kreuztal) und Karl Friedrich Müller (Erndtebrück) betrachten diese unnötigen Gewissensbisse als „Schlag ins Gesicht und unkameradschaftlich“.
„Anders als in der Großstadt Siegen, deren Hauptamtliche geimpft wurden, müssen unsere ehrenamtlichen Helfer rund um die Uhr damit rechnen, zu ungewissen Einsatzlagen alarmiert zu werden“, betonen die Leiter der Feuerwehren, Dirk Höbener und Sebastian Reh (Netphen).

Kreisbrandmeister Bernd Schneider gibt sich optimistisch

500 Impfdosen für 3300 ehrenamtliche Feuerwehrleute: Allein die Ankündigung des Impfbeginns sei von den Kameraden mit Freude begrüßt worden. Kreisbrandmeister Bernd Schneider ist zuversichtlich, in absehbarer Zeit alle Freiwilligen in der Feuerwehr impfen lassen zu können.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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