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Wie ein Paar mit unterschiedlichen Religionen feiert
Heiligabend oder Zuckerfest?

Tradition wird bei Burcu und Ferhat Aldadak großgeschrieben. Für die beiden steht dabei die Religion nicht an erster Steller.
  • Tradition wird bei Burcu und Ferhat Aldadak großgeschrieben. Für die beiden steht dabei die Religion nicht an erster Steller.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

ap Siegen. Tradition wird im Hause Aldadak großgeschrieben. Ein geschmückter Tannenbaum, der Adventskranz und Plätzchen gehören zur besinnlichen (Vor-)Weihnachtszeit genauso dazu wie ein selbstgebastelter Adventskalender, der Schokonikolaus oder die filmische Einstimmung mit „Drei Nüsse für Aschenbrödel”. An Heiligabend wird ausgiebig gefrühstückt, Zeit mit der Familie verbracht, Geschenke werden ausgepackt – und es wird ganz viel gegessen.
„Meine Mama macht immer Rinderbraten”, verrät Burcu voller Vorfreude. Ihre Eltern haben armenische Wurzeln, die ihres Mannes kurdische. Die Familien aus der Türkei verbinden dieselbe Sprache, die gleichen Sitten und eine gemeinsame Kultur. Doch eine ganz fundamentale Sache unterscheidet sie: ihr Glaube.

ap Siegen. Tradition wird im Hause Aldadak großgeschrieben. Ein geschmückter Tannenbaum, der Adventskranz und Plätzchen gehören zur besinnlichen (Vor-)Weihnachtszeit genauso dazu wie ein selbstgebastelter Adventskalender, der Schokonikolaus oder die filmische Einstimmung mit „Drei Nüsse für Aschenbrödel”. An Heiligabend wird ausgiebig gefrühstückt, Zeit mit der Familie verbracht, Geschenke werden ausgepackt – und es wird ganz viel gegessen.
„Meine Mama macht immer Rinderbraten”, verrät Burcu voller Vorfreude. Ihre Eltern haben armenische Wurzeln, die ihres Mannes kurdische. Die Familien aus der Türkei verbinden dieselbe Sprache, die gleichen Sitten und eine gemeinsame Kultur. Doch eine ganz fundamentale Sache unterscheidet sie: ihr Glaube.

Gemeinsam  – aus Respekt und Liebe

Burcu wurde christlich-othodox erzogen, Ferhat muslimisch. Gefeiert wird dennoch gemeinsam, aus Respekt und Liebe zueinander – nur eben zu unterschiedlichen Anlässen und anderen Zeitpunkten. „Verschiedene Religionen sind für viele ein großes Hindernis”, erzählt Ferhat. „Für uns aber ist es eine große Bereicherung, dass wir gemeinsam die Feiertage des jeweils Anderen feiern.”
Seine Ehefrau nickt zustimmend. Im Gegenzug helfe sie seiner Mutter beim Kochen während des Ramadans. „Ich schmecke meistens das Essen ab”, erklärt Burcu, die zwar nicht mitfastet, aber immer gerne mitisst. Darüber müssen beide ein wenig schmunzeln.

„An erster Stelle steht für mich der Mensch”

Aber so harmonisch wie jetzt war es nicht immer schon. „Es gab auch Schattenseiten”, gibt die 27-Jährige zu. Die Religion sei immer mal wieder, aber vor allem zu Beginn der Beziehung ein Thema gewesen. „Wir wollten auch unsere Eltern nicht enttäuschen”, räumt der 30-jährige Medienberater ein. Und auch seine Freunde hätten ihn mehrfach darauf hingewiesen, dass Burcu „anders” sei als er. Aber das sei für ihn nie ein Hindernis gewesen. „An erster Stelle steht für mich der Mensch, nicht seine Religion”, sagt Ferhat mit großer Überzeugung.
Acht Jahre sind sie nun schon zusammen, gaben sich vor zwei Jahren das Ja-Wort auf dem Standesamt. „Auch bei der Hochzeit haben wir unsere Religion außen vorgelassen”, erklären die beiden. „Man muss nicht vor einen Imam oder Priester treten, um sich die Liebe zu beweisen”, da sind sich die Eheleute einig. Nichtsdestotrotz weiß Burcu: „Es ist nicht selbstverständlich, dass ich hier mit einem Moslem sitze.” Deshalb spielt nicht nur Toleranz, sondern auch Wertschätzung und Dankbarkeit bei den Aldadaks eine große Rolle. Das (un)gleiche Paar kann so leicht nichts trennen – erst recht nicht der Glaube. „Gott sei Dank”, lächelt Burcu Aldadak.

Autor:

Alexandra Pfeifer

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