Heimat über Marke

 Die Erzquell-Brauerei steht zu ihrer Heimatverbundenheit und freut sich nach wie vor über eine gute Rendite. Archivfoto: thor
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ch - Schlechte Zeiten, gute Zeiten: Derzeit melden die Bierbrauer gute Geschäfte. Erst bescherten ihnen etliche sonnige Frühlingswochen ein Absatzplus, aktuell sorgt die Fußball-Weltmeisterschaft für Bierdurst. „Es läuft rund“, so Dr. Axel Haas, geschäftsführender Gesellschafter der Erzquell-Brauerei, zur SZ, nicht nur mit Blick auf Brasiliens Ballsport-Großereignis.

Dabei steckt der deutsche Biermarkt eigentlich mitten in der Krise, viele der mehr als 1300 Braustätten haben zu kämpfen. Der Konsum geht kontinuierlich zurück. Anfang der 90er-Jahre trank jeder Deutsche im Durchschnitt mehr als 140 Liter Gerstensaft, 2014 bewegt sich der Pro-Kopf-Verbrauch weiter auf die 100-Liter-Marke zu. Das bestätigt auch die einzige große, umfassende Studie zum deutschen Biermarkt, die aktuelle Zahlen parat hält. Das Glas, das sich die Brauer teilen müssen, wird laut den Marktforschern von Camelot Management Consultants (München) immer kleiner und leerer, die demografische Entwicklung und geänderte Trinkgewohnheiten haben die Bierproduktion in den vergangenen zwölf Jahren um mehr als 10 Prozent sinken lassen, während zeitgleich die Zahl der Brauereien sogar um fast 3 Prozent gestiegen ist. Und: Der Markt ist zersplittert. In dem Land, welches so stolz auf seine Bierbrautradition ist, gibt es 5000 Biermarken bzw. -sorten.

Die Erzquell-Brauerei hat sich erfolgreich in ihrer regionalen Nische eingerichtet. „Flexibilität ist das unternehmerische Gebot der Stunde“, erklärt Dr. Axel Haas. Permanent werden die Produktionskapazitäten an den beiden Standorten im Siegtal (35 Mitarbeiter) und in Wiehl (55 Beschäftigte) angepasst, „wir investieren stetig in kleinen Schritten in moderne, energieeffiziente Fertigung, in Kostensenkung und damit vor allem in Produktivität!“ Jüngst erst wurde z. B. in Wiehl eine neue Flaschenabfüllung installiert. Das trage dazu bei, dass selbst bei sinkendem Hektoliterausstoß am Ende des Vertriebsweges die Margen gehalten werden könnten „und die Rendite unter dem Strich nach wie vor stimmt“, so Haas.

Dem Unternehmer, der den Familienbetrieb in der vierten Generation führt, ist dabei noch etwas ganz anderes wichtig: „Wir haben, im Gegensatz zu vielen anderen, die Heimat über die Marke gestellt!“ Die im Jahr 1885 gegründete Erzquell Brauerei Siegtal etwa sei kulturell fest verwurzelt in der Heimatregion. Von Niederschelderhütte aus wird der Markt, der vor allem die Kreise Siegen-Wittgenstein und Altenkirchen sowie die angrenzenden Nachbargebiete umfasst, bedient und beworben. „Und das soll und wird auch so bleiben“, davon ist Haas überzeugt. Das Bekenntnis zum Standort sei, bei gleichbleibend produzierter Produktqualität, die sich von selbst verstehe, zugleich das wesentliche Argument für den Verkauf der diversen Bierspezialitäten, allen voran Erzquell Pils.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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