Heimatverein geht in die Lehre

 Sprichwörtlich eine heiße Angelegenheit: Heiner Trapp, Vorsitzender des Verkehrs- und Heimatvereins Bad Berleburg, holte am Samstag die Brote aus demOfen. Foto: ial
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ial - Nachdem am vergangenen Freitag das Backhaus an der Espequelle in Bad Berleburg offiziell eröffnet worden war, wurde dem Ofen sogleich am Tag darauf richtig Leben eingehaucht. Denn lange Jahre wurde das über 200 Jahre alte Backhaus, das ursprünglich in Rinthe stand, nicht mehr genutzt und war dem Verfall nahe – obwohl es unter Denkmalschutz stand. Der Verkehrs- und Heimatverein Bad Berleburg baute es in Rinthe ab und in Bad Berleburg an der Espequelle wieder auf.

Was das Backen angeht, steckt der Verein aber noch in der Lehre, wie der 2. Vorsitzende Günther Quintes im SZ-Gespräch verriet. Es dauere sicher noch ein Jahr, bis man regelmäßig und gut backen könne. Am Samstag hatte der Bad Berleburger Konditormeister Achim Harth ein Auge auf die Geschicke im Backhaus und auch die Backgemeinschaft Wunderthausen stand mit Rat und Tat zur Seite. Denn das Backen im Backhaus will gelernt sein: In den großen Ofen passen bis zu 48 Laibe. Bei einer Ausgangstemperatur von 320 Grad Celsius werden die Brote circa eine Stunde lang gebacken, während dessen fällt die Temperatur. So muss der Ofen vor jeder Ladung neu geheizt werden. Man müsse immer ein Auge auf die Brote haben. Wird es im Ofen zu heiß, muss man die Klappe öffnen – dabei aber wiederum aufpassen, dass nicht zu viel Hitze entweicht.

Der Verkehrs- und Heimatverein nimmt sich daher noch Zeit, um Erfahrungen beim Backen zu sammeln. Erst im nächsten Jahr soll ein Konzept namens „Kneippen und Backen“ ins Leben gerufen werden. Denn während das Brot seine Stunde im Ofen verbringt, haben die Besucher des Backhauses Zeit zur Verfügung. Diese Zeit könnten sie nutzen, um etwas für die Gesundheit zu tun: Das nebenan gelegene Tretbecken lädt zur Abkühlung ein. Auch Schulen und Kindertagesstätten will der Verkehrs- und Heimatverein mit diesem Konzept ansprechen: „Man kann ja hier auch süße Teilchen und Pizza backen“, schlägt Günther Quintes vor, um die Zielgruppe zu vergrößern. Er betonte allerdings auch, dass dazu dringend Leute benötigt werden, die Interesse daran haben, in einer Backgemeinschaft mitzuarbeiten. Bis zur Realisierung des Konzepts „Kneippen und Backen“ wird noch fleißig weiter geübt.

Auch wenn sich die ersten frischen Backhausbrote am Samstag sehen lassen konnten. Als die erste Fuhre aus dem Ofen geholt wurde, duftete es bald im ganzen Haus nach frischem Brot und schon bald kam der erste Ansturm gespannter Berleburger, der sich von dem neuen Backwerk überzeugen wollte. Schnell wurden die 48 Laibe an den Mann und an die Frau gebracht.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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