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Die Sache funktioniert nicht reibungslos
Heimfinder-App im SZ-Test

Auf einem Apple-Handy funktioniert die neue Heimfinder-App, auf Android-Geräten derzeit noch nicht. Taggenau soll die App freie Pflegeplätze anzeigen.  Foto: cs
  • Auf einem Apple-Handy funktioniert die neue Heimfinder-App, auf Android-Geräten derzeit noch nicht. Taggenau soll die App freie Pflegeplätze anzeigen. Foto: cs
  • hochgeladen von Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin)

ihm Siegen/Bad Berleburg. Irgendwann stehen viele Familien vor dieser Situation: Die alte Mutter oder der Vater können nicht mehr allein zu Hause leben, alle Anstrengungen der Familie und die Hilfe des professionellen Pflegedienstes reichen nicht mehr aus. Dann – und zwar oft recht plötzlich – muss ein stationärer Heimplatz gefunden werden. Die für NRW am Montag vorgestellte „Heimfinder-App“ soll via Smartphone bei der Suche helfen.

Das erste Manko der App: Es gibt sie derzeit nur für iPhones, nicht für Android-Handys. Nach Auskunft des Gesundheitsministeriums wird sich das aber schnell ändern. Apple und Google habe man die Daten zeitgleich zur Verfügung gestellt, aber bei Apple sei es eben schneller gegangen.

Die gute Nachricht: Der Service kann auch unter www.heimfinder.nrw.

ihm Siegen/Bad Berleburg. Irgendwann stehen viele Familien vor dieser Situation: Die alte Mutter oder der Vater können nicht mehr allein zu Hause leben, alle Anstrengungen der Familie und die Hilfe des professionellen Pflegedienstes reichen nicht mehr aus. Dann – und zwar oft recht plötzlich – muss ein stationärer Heimplatz gefunden werden. Die für NRW am Montag vorgestellte „Heimfinder-App“ soll via Smartphone bei der Suche helfen.

Das erste Manko der App: Es gibt sie derzeit nur für iPhones, nicht für Android-Handys. Nach Auskunft des Gesundheitsministeriums wird sich das aber schnell ändern. Apple und Google habe man die Daten zeitgleich zur Verfügung gestellt, aber bei Apple sei es eben schneller gegangen.

Die gute Nachricht: Der Service kann auch unter www.heimfinder.nrw.de im Internet aufgerufen werden. Allein durch die Bildschirmgröße ist da manches übersichtlicher. Etwas behäbig reagiert allerdings die App ebenso wie die Homepage auf Texteingaben – da ist manchmal etwas Geduld gefragt, bis die Buchstaben erscheinen.

Verschiedene Suchmöglichkeiten

Nach der Installation bzw. dem Aufruf bietet der Heimfinder vier verschiedene Suchmöglichkeiten an:

• freie Kurzzeitpflegeplätze,
• freie Dauerpflegeplätze,
• Einrichtungen nach Ort suchen,
• alle Angebote auf einer Karte.

Sucht man nach freien Kurzzeit- oder Dauerplätzen, bekommt man auch nur die Einrichtungen angezeigt, die solche Plätze derzeit zu bieten haben. Alle Heime – erfasst sind landesweit 2381 – sind verpflichtet, taggenau ihre Kapazitäten zu melden. Das legt die Durchführungsverordnung des Wohn- und Teilhabegesetzes NRW fest. Sie gilt seit dem 1. Januar.

Gestern um 11 Uhr z. B. zeigte der Heimfinder für Siegen bei „Einrichtungen nach Ort suchen“ acht Pflegeheime an. Die Farbe Rot dominierte bei den Ergebnissen. Rote Symbole bekommen die Heime, bei denen keine Plätze vorhanden sind. Gibt es einen freien Platz, wird das Symbol gelb, bei zwei oder mehr Plätzen gibt der Heimfinder grünes Licht. Ein Klick auf die betreffende Zeile, und es erscheinen Adresse, Ansprechpartner und Kontaktdaten der Einrichtung.

Keine zuverlässigen Angaben

Allerdings funktionierte die App nicht zuverlässig. Haus Gilberghof in Eiserfeld zeigte um 11.10 Uhr acht freie Kurzzeitpflegeplätze in der Übersicht an. Beim Weiterklick auf die Einrichtung bekam man folgende Meldung zu sehen: „0 Kurzzeitpflegeplätze sofort frei“. Und darunter: „Letzte Meldung vom 22.01.2020, 10.21 Uhr“. Interessanterweise passierte dieser Fehler am PC nicht. Hier gab es bei beiden Ansichten die offenbar korrekte Meldung für den Gilberghof: 0 freie Kurzzeitplätze. Klare Empfehlung: Die App kann vielleicht unterwegs und auf die Schnelle einen ersten Überblick geben, aber den Computer sollte man auch zu Rate ziehen.

Für Siegen gab es gestern Vormittag jedenfalls ein ernüchterndes Ergebnis: ein freier Kurzzeitpflegeplatz im Sophienheim und insgesamt sechs verfügbare Dauerheimplätze in drei Einrichtungen.

Viele Familien sind – notgedrungen – durchaus bereit, auch längere Fahrwege für einen guten Heimplatz in Kauf zu nehmen. Dann kann die Umkreissuche helfen. Erlaubt man dem Heimfinder den Zugriff auf den eigenen Standort und klickt auf „freie Dauerpflegeplätze“, dann werden von nah nach fern nur die Heime mit freien Kapazitäten angezeigt. Gestern Vormittag fanden sich so im Kreis Siegen-Wittgenstein 42 freie Plätze. Davon allerdings allein 24 im Haus St. Anna in Netphen. Diese auf demenzkranke Bewohner spezialisierte Einrichtung ist insofern etwas Besonderes, als hier nur Bewohner mit einem Unterbringungsbeschluss einziehen können. Die Belegung ist also an eine relativ hohe Hürde gebunden.

Bei den Kurzzeitpflegeplätzen in Siegerland und Wittgenstein sah es mager aus: Sechs freie Plätze meldete der Heimfinder.

Der Blick über die Kreisgrenze hinaus bietet ein noch erschreckenderes Bild: Im gesamten Kreis Olpe gab es gestern laut Heimfinder lediglich zwei freie Kurzzeitpflegeplätze und zwei freie Dauerheimplätze – jeweils in Wenden und in Finnentrop. Ansonsten nur rote Symbole: Die Heime im südlichen Sauerland sind offenkundig praktisch ausgebucht.

Nordrhein-Westfalen ist das erste Bundesland, das den elektronischen Heimfinder flächendeckend eingeführt hat. Im Kreis Altenkirchen ist dieser Service derzeit nicht verfügbar. Ob Rheinland-Pfalz und die anderen Bundesländer nachziehen, wird wohl auch von den Erfahrungen in NRW abhängen.

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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