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Massive Kritik an der Politik
Heimische Gastronomen lehnen 2-G-Regel ab

Frank Storm, Inhaber des Schwarzen Schafes in Weidenau, hat einen klaren Standpunkt zur Umsetzung der 2-G-Regel: „Wenn ich das mache, habe ich wieder weniger Umsatz und muss Leute entlassen.“
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  • Frank Storm, Inhaber des Schwarzen Schafes in Weidenau, hat einen klaren Standpunkt zur Umsetzung der 2-G-Regel: „Wenn ich das mache, habe ich wieder weniger Umsatz und muss Leute entlassen.“
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  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

sp Siegen/Bad Berleburg. Soll die 2-G-Regel eingeführt werden? Verpflichtend, oder doch lieber freiwillig? Diese Fragen werden derzeit landauf und landab diskutiert, die Meinungen gehen dabei weit auseinander. Die heimischen Gastronomen haben eine klare Meinung zum „2-G-Optionsmodell“, das jüngst die Hansestadt Hamburg eingeführt hat: Dort können Gastro-Unternehmer und Veranstalter frei wählen, ob sie nur Geimpfte und Genesene (2 G) in ihren Lokalitäten zu lassen oder ob auch Personen mit einem negativen Corona-Test (3 G) der Zugang gewährt wird.

sp Siegen/Bad Berleburg. Soll die 2-G-Regel eingeführt werden? Verpflichtend, oder doch lieber freiwillig? Diese Fragen werden derzeit landauf und landab diskutiert, die Meinungen gehen dabei weit auseinander. Die heimischen Gastronomen haben eine klare Meinung zum „2-G-Optionsmodell“, das jüngst die Hansestadt Hamburg eingeführt hat: Dort können Gastro-Unternehmer und Veranstalter frei wählen, ob sie nur Geimpfte und Genesene (2 G) in ihren Lokalitäten zu lassen oder ob auch Personen mit einem negativen Corona-Test (3 G) der Zugang gewährt wird.

Gastronomen fürchten weniger Umsatz durch 2-G-Regel

Bei der 2-G-Regel entfallen fast alle Corona-Auflagen, doch Frank Storm, Inhaber des Schwarzen Schafes in Weidenau, hat einen klaren Standpunkt: „Wenn ich das mache, habe ich wieder weniger Umsatz und muss Leute entlassen. Freiwillig werde ich definitiv keine 2-G-Regel umsetzen.“ Damit werde sein Lokal nicht voller, im Gegenteil, „dann müsste ich davon ausgehen, dass weniger Leute kommen.“ Sollte es unterschiedliche Regeln in den Bundesländern geben, so befürchtet Storm, würden die Gäste beispielsweise nach Hessen oder Rheinland-Pfalz fahren. Unabhängig davon, ob die 2-G-Regel eingeführt wird, sagt der Gastronom: „Es wird noch einen großen Einbruch in der Gastronomie geben, wenn die Tests kostenpflichtig werden.“

Derzeit wird kontrolliert, ob die Gäste geimpft, getestet oder genesen sind.

Auch Markus Podzimek, Inhaber des Naschwerks, würde bei dem 2-G-Modell nicht mitmachen. „Die drei Gs tun uns eh schon weh“, seit sie vor etwa zwei Wochen eingeführt worden sind, sei im Siegener Standort der Umsatz um 20 Prozent eingebrochen. „Wir brauchen nicht ständig neue Regeln.“ Podzimek weist zudem darauf hin, dass bei den Nachweisen auch Missbrauch betrieben werde könne. Seine Mitarbeiter könnten nicht überprüfen, ob die vorgezeigten Dokumente wirklich echt seien.

Dehoga Westfalen lehnt "Impfpflicht durch die Hintertür ab"

Unsicher darüber, wie sie sich bei der freiwilligen Umsetzung der 2-G-Regel entscheiden würde, ist bislang Silvia Köster- Benkendorf, Inhaberin des Hotels und Restaurants „Alte Schule“ in Bad Berleburg. „Es klappt ganz gut mit der 3-G-Regel. Ich weiß nicht, ob uns die 2 Gs weiterhelfen.“ Es sei eine schwierige Frage: „Am Ende schreibt man den Menschen vor, was sie tun oder lassen können.“ Und sie sagt deutlich: „Auch die Gäste, die nicht geimpft sind und sich testen lassen bringen uns Geld.“

Lars Martin äußert sich für den Dehoga Westfalen ebenfalls deutlich: „Eine gesetzliche Verpflichtung der 2Gs wäre eine Impfpflicht durch die Hintertür, indem es allen Ungeimpften schwer gemacht wird, da sind wir als Dehoga strikt dagegen, wir würden ja instrumentalisiert.“ Mit den drei Gs sei ein guter Mittelweg gefunden und nach dem Hausrecht stünde es jedem Gastronom frei, nur Geimpften oder Genesenen den Zutritt in sein Lokal zu gewähren. „Es verpflichtend einzuführen, das wäre aus unserer Sicht das Falsche.“ Der Staat sollte es ansonsten Impfpflicht nennen und diese auch selbst umsetzen.

Meyer Siegen bislang nicht geöffnet

Von einer indirekten 2-G-Regel spricht Pablo Ruhr vom Musikclub „Meyer“ in Siegen. Wer in einer Disco oder einem Club feiern will, der muss genesen oder geimpft sein, oder er muss einen (kostenpflichtigen) PCR-Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist. „Das läuft auf 2G hinaus, die Zielgruppe sind Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 20 und 30. Nur um in den Club zu gehen, gibt da keiner 60 Euro aus.“
Er kritisiert: „Die, die in der Verantwortung stehen, übernehmen die Verantwortung nicht.“ So oder so. Den Club hat Pablo Ruhr bislang nicht geöffnet. Vom Land fehlten die Vorgaben, wie genau ein Hygienekonzept auszusehen habe. So lange das nicht klar sei, öffne er nicht. Grundsätzlich, so betont Ruhr, halte er die Regeln aber für sinnvoll, schließlich sei eine Diskothek ein Ort, wo sich junge Menschen potenziell anstecken könnten.

Impftempo steigern
Keine Sicherheit
Frank Storm, Inhaber des Schwarzen Schafes in Weidenau, hat einen klaren Standpunkt zur Umsetzung der 2-G-Regel: „Wenn ich das mache, habe ich wieder weniger Umsatz und muss Leute entlassen.“
Derzeit wird kontrolliert, ob die Gäste geimpft, getestet oder genesen sind.
Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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