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Corona-Pandemie
Heimische Mediziner zu Kinder-Impfungen: "Äußerst bedenklich"

In den NRW-Zentren darf neuerdings nicht nur das Biontech-Vakzin, sondern auch das von Moderna ab zwölf Jahren veimpft werden. Die Arzneimittelbehörde EMA gab den Impfstoff am Freitag offiziell für diese Altersgruppe frei.
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  • In den NRW-Zentren darf neuerdings nicht nur das Biontech-Vakzin, sondern auch das von Moderna ab zwölf Jahren veimpft werden. Die Arzneimittelbehörde EMA gab den Impfstoff am Freitag offiziell für diese Altersgruppe frei.
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

ap Siegen/Olpe. Ist eine Impfung ab zwölf einfach nur unnötig oder sind es nicht doch vor allem die Jüngeren, die den schützenden Piks jetzt dringend brauchen? „Das kann zum jetzigen Zeitpunkt keiner wirklich sagen“, betont der Olper Kinder- und Jugendarzt Joachim Füllenbach. Zwar sehe es ganz danach aus, dass der Nutzen größer ist als das Risiko – Genaueres wisse man aber eben nicht.
Aus diesem Grund müssten Eltern ausführlich aufgeklärt werden, bevor sie einer Impfung ihrer Sprösslinge gegen das Coronavirus zustimmen. „Und das ist aus meiner Sicht in einem Impfzentrum nicht möglich“, zeigt der Olper Mediziner klare Haltung.

ap Siegen/Olpe. Ist eine Impfung ab zwölf einfach nur unnötig oder sind es nicht doch vor allem die Jüngeren, die den schützenden Piks jetzt dringend brauchen? „Das kann zum jetzigen Zeitpunkt keiner wirklich sagen“, betont der Olper Kinder- und Jugendarzt Joachim Füllenbach. Zwar sehe es ganz danach aus, dass der Nutzen größer ist als das Risiko – Genaueres wisse man aber eben nicht.
Aus diesem Grund müssten Eltern ausführlich aufgeklärt werden, bevor sie einer Impfung ihrer Sprösslinge gegen das Coronavirus zustimmen. „Und das ist aus meiner Sicht in einem Impfzentrum nicht möglich“, zeigt der Olper Mediziner klare Haltung.

Impfungen für Kinder nur mit Vorerkrankungen

Der neueste Erlass des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS) erlaubt nämlich genau das. Das Corona-Vakzin soll zwar nach wie vor nur im Falle eines erhöhten Risikos für einen schweren Verlauf durch Vorerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen ab zwölf verimpft werden – so empfiehlt es die Ständige Impfkommission (Stiko).
Doch nach einem ausführlichen Beratungsgespräch mit einem Kinderarzt und Zustimmung aller Sorgeberechtigten darf der Biontech-Impfstoff – und neuerdings auch das Moderna-Vakzin – auch in Kinderarme gelangen.

Heimische Mediziner skeptisch

„Das sehe ich kritsch“, positioniert sich Füllenbach. Schließlich kenne man die Kinder überhaupt nicht und Zentren seien dafür gemacht, in kurzer Zeit möglichst viele Menschen zu impfen. Folglich ließen die räumlichen und strukturellen Voraussetzungen der Impfzentren eine angemessene Beratung gar nicht zu. In seiner Praxis könne er Eltern und Kinder hingegen umfassend aufklären – woraufhin sich mindestens 80 Prozent, so schätzt er, dann doch gegen eine Impfung entschieden. „Eine ergebnisoffene, adäquate Aufklärung ist aus meiner Sicht im Impfzentrum nicht möglich“, folgert Füllenbach.

Joachim Füllenbach.

Auch rechtlich sei die Impfung von Zwölf- bis 15-Jährigen in den Zentren „äußerst bedenklich“. „Wenn etwas passiert, müssen wir dafür haften“, erklärt der Olper Kinderarzt. Die Verantwortung trage nicht das Land, sondern einzig und allein der impfende Arzt. „Ich weiß nicht, wie die Impfzentren das lösen wollen. Ich persönlich tu mich mit dem Gedanken jedenfalls schwer.“ Aus ethischer Sicht stelle die Kinderimpfung aber kein Problem (mehr) dar.

Folgen einer Corona-Infektion bei Kindern unklar

Diese Meinung teilt auch Kinder- und Jugendmediziner Dr. Michael Prinz. „Wenn die Eltern es unbedingt wollen, dann machen wir das mittlerweile auch“, so der Siegener Arzt. Wie sinnvoll das ist? Da ist sich auch er nicht ganz sicher. „Eine Sache macht uns momentan etwas stutzig“, berichtet Prinz.

Dr. Michael Prinz.

Die Zahl der genesenen Kinder mit Post-Covid-Symptomen habe in letzter Zeit deutlich zugenommen. „Die Kinder sind dann richtig krank, haben drei Wochen am Stück Fieber“, erklärt der Mediziner. Ursache? Unklar. Nach wie vor könne man absolut nicht einschätzen, welche (Langzeit-)Folgen nach einer Corona-Infektion zu erwarten sind. „Das würde natürlich für eine Impfung sprechen“, sagt Prinz. Aber ob es der richtige Weg ist, vorsorglich alle Kinder zu impfen? „Bei der Frage hängen wir im Moment so ein bisschen zwischen den Stühlen.“

Autor:

Alexandra Pfeifer

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