Heimspiel in neuer Halle

An das BAP-Gastspiel in Siegen vom Oktober 1988 konnte sich Wolfgang Niedecken gestern noch sehr gut erinnern. „Was war das erste Lied? Natürlich ,Verdamp lang her‘.“  Foto: bw
  • An das BAP-Gastspiel in Siegen vom Oktober 1988 konnte sich Wolfgang Niedecken gestern noch sehr gut erinnern. „Was war das erste Lied? Natürlich ,Verdamp lang her‘.“ Foto: bw
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bw Siegen. Cowboy-Hut, Holzfäller-Hemd, Blue-Jeans – nicht nur das Äußere von Wolfgang Niedecken war gestern bei seiner Stippvisite in Siegen sagenhaft lässig. Die BAP-Galionsfigur wirkte schlicht zufrieden. Er ist seit über 30 Jahren im Musikgeschäft – wer sollte ihm da noch etwas vormachen? Verbogen hat Niedecken sich nie. Heute wie damals textet und singt er „op Kölsch“. BAP-Fans außerhalb der Domstadt müssen sich schon anstrengen, um die Texte zu verstehen. Doch sie tun es seit Jahrzehnten. Ob Niedecken nach so vielen Jahren noch so etwas wie Druck spürt? „Klar, der ist immer geblieben“, lautete gestern seine Antwort im Pressegespräch in der Siegerlandhalle. „Der Druck wird nicht kleiner, aber man wird gelassener.“

Niedecken und seine Band BAP spielen im Rahmen ihrer Radio-Pandora-Tour am 26. März ein Konzert in der Siegerlandhalle. Deshalb war der Frontmann zu Gast in Siegen. Ein bisschen Werbung für das Gastspiel im Siegerland machen. Dort, wo BAP einst, Anfang der 80er Jahre, eines ihrer ersten „Auswärtsspiele“ gaben. „An der Uni“, erinnerte sich Niedecken, „und dann ein Jahr später natürlich hier.“ Dort, in der Siegerlandhalle, standen BAP oft auf der Bühne, nun zum ersten Mal nach dem großen Umbau. „Der Umbau wurde höchste Zeit“, fand Niedecken und verriet noch: „Die Akustik in der Halle war immer sehr, sehr problematisch.“

Drei Stunden plus x, darauf dürfen sich die Musik-Fans am 26. März freuen. Vom Meister persönlich versprochen. „Wir haben das Glück, ein Riesen-Repertoire zu haben“, meinte Niedecken. Auf die Klassiker verzichten müssen die Fans natürlich nicht, auch wenn Niedecken offenbart: „Wir spielen nur die Songs live, die wir selbst noch aushalten.“ Soll heißen: Jene Songs, die ihnen selbst gerade nicht gefallen, fliegen raus. „Wir wollen ja keine Zeit verplempern“, scherzte Niedecken.

Gastmusikerin beim Konzert in Siegen wird Anne de Wolff sein, die eigentlich fest bei Rosenstolz eingebunden ist. So viel zum Konzert in der Siegerlandhalle, für BAP inzwischen ein Heimspiel. Mehr Zeit nahm sich Niedecken gestern für die Vergangenheit.

Er erzählte, wie er zur Musik gekommen ist, inspiriert von Bands wie den Beatles und The Who. Und wie er dann zuerst die Musik an den Nagel hing, um Kunst zu studieren. Doch Niedecken kam zurück zur Musik. „Aber das sollte damals eigentlich gar nicht vor die Leute kommen“, erinnerte er sich gestern. Kam es aber doch, und plötzlich sagten die Leute zu ihm: „Dat is jot, da musste mi vo maache!“ Doch in Köln habe die Band irgendwann „im eigenen Saft gebruzzelt“. Zum Glück kam der deutschlandweite Durchbruch, mit „Verdamp lang her“.Jedes Album sei wie ein Kind, erzählte Niedecken. Insofern ist das letzte, „Radio Pandora“, sogar ein Zwilling. Denn das ist ein Doppel-Album geworden: eines etwas lauter und mit Strom, eines etwas leiser und „unplugged“. Niedecken ist sehr zufrieden mit diesen Zwillingen und mit seiner Band. Die gegenwärtige sei eh die beste BAP-Formation aller Zeiten. Ganz nebenbei setzt er sich noch für Afrika ein, speziell für Uganda. „Rebound“ heißt das Projekt, das sich der Integration kriegsgeschädigter Kinder und ehemaliger Kindersoldaten widmet. Und wenn es um Afrika geht, wechselt Niedecken auch ein offenes Wort mit Bundespräsident Horst Köhler. Vielleicht rutscht ihm dann auch das ein oder andere kölsche Wort raus, denn: „Wenn ich euphorisch oder stinksauer bin, dann rede ich Kölsch!“Karten für das BAP-Konzert in der Siegerlandhalle gibt es u. a. an der Konzertkasse der Siegener Zeitung, Obergraben 39, Tel. (02 71) 59 40-3 50.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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