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Entwicklungshilfe "das Gelbe vom Ei"
"Helfende Henne" unterstützt Jugendliche in Namibia

Wolfram Weigel am Hühnerstall in Usakos.
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  • Wolfram Weigel am Hühnerstall in Usakos.
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nik Siegen/Usakos. Freitags um Punkt 12 Uhr ist Showtime für das Hühnervolk in der Kleinstadt Usakos in Namibia. Dann wird die Webcam "scharfgeschaltet", und jeder, der eine Patenschaft über eines der Tiere übernommen hat, kann sich Tausende Kilometer entfernt mit eigenen Augen davon überzeugen, dass die Henne in ihrem Freilandgehege tut, was eine Henne tun muss: Eier legen. Und natürlich davon, dass sie wohlauf ist.
Einmal Afrika, immer Afrika
Doch von vorn. Vor 30 Jahren verschlug es Wolfram Weigel erstmals nach Namibia, seitdem reist er immer wieder dorthin, denn: "Einmal Afrika, immer Afrika". Genau dort erreicht die SZ den Weidenauer auch. In diesem Jahr ist es sein erster Besuch.

nik Siegen/Usakos. Freitags um Punkt 12 Uhr ist Showtime für das Hühnervolk in der Kleinstadt Usakos in Namibia. Dann wird die Webcam "scharfgeschaltet", und jeder, der eine Patenschaft über eines der Tiere übernommen hat, kann sich Tausende Kilometer entfernt mit eigenen Augen davon überzeugen, dass die Henne in ihrem Freilandgehege tut, was eine Henne tun muss: Eier legen. Und natürlich davon, dass sie wohlauf ist.

Einmal Afrika, immer Afrika

Doch von vorn. Vor 30 Jahren verschlug es Wolfram Weigel erstmals nach Namibia, seitdem reist er immer wieder dorthin, denn: "Einmal Afrika, immer Afrika". Genau dort erreicht die SZ den Weidenauer auch. In diesem Jahr ist es sein erster Besuch. Seit 20 Jahren ist Wolfram Weigel mit der Kinder- und Familienhilfe Namibia, die in Usakos das Anistemi College betreibt, verbunden, engagiert sich hier unter anderem, indem er, teils unterstützt von Freunden,  "kleine Workshops mit den Basics fürs Leben" gibt, wie er berichtet. "Ich zeige den Schülern, wie man die Dinge aus eigener Initiative auf den Weg bringt. Das ist mein Ding", erzählt der 66-Jährige, der bis 2016 in Weidenau selbstständig war – Berolina ist sicherlich so manchem noch ein Begriff. 

Hier wurden schon die ersten Patinnen und Paten verewigt − Zuwachs ist sehr willkommen.
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Etwa 1000 Eier im Jahr

Rund 40 Jugendliche besuchen das Anistemi College und werden hier auch auf das Berufsleben vorbereitet, im Gastronomiebereich etwa oder als Gärtner. Und noch etwas gibt es am Anistemi College: einen Hühnerstall mit inzwischen mehr als 75 Tieren. Hierzulande wäre das keine große Sache, aber in Usakos kommt der Verkauf der Eier direkt den Kindern und Jugendlichen des College zugute. Und die Hennen sind fleißig, produzieren etwa 1000 Eier im Jahr – für den Eigenbedarf der Schule und für die Schulbediensteten, die welche kaufen können. Regelmäßig tritt außerdem Edward Strauss, von Weigel schmunzelnd "Oberhühnerstallwärter" genannt, mit einer ordentlich verpackten Palette Eier den Weg Richtung Küste an. Hier, in Swakopmund, warten zwölf Stammkunden auf frische Ware.

Hennenpatenschaft für 15 Euro

Kurz und gut: Bei ihrer November-Visite sahen Wolfram und seine Ehefrau Anette, dass es richtig rund läuft im Hühnerstall. "Dann haben wir uns spontan entschlossen, dessen Anbau zu übernehmen", erzählt Weigel. Trotzdem trieb die beiden auf dem Rückflug die Frage um, wie sie das Projekt noch weiter vorantreiben könnten. So entstand "Helfende Henne". Griffig betitelt, schnell erklärt: Hier kann man Hennenpatenschaften übernehmen, entweder für ein halbes Jahr (Kostenpunkt: 15 Euro pro Tier) oder für ein ganzes (29 Euro). "Mit 15 Euro für sechs Monate haben wir uns bewusst einen kleinen Betrag ausgesucht", so Wolfram Weigel. Schon alleine durch Mundpropaganda sei das Sponsoring gut angelaufen. Bereits jetzt sind auf diesem Weg rund 1000 Euro zusammengekommen. Mehr als 110 Hühner sollen es allerdings nicht werden. Die sorgen übrigens selbst für ihre Vermehrung, schließlich zählen auch ein paar stattliche Hähne zum Federvieh am Anistemi College.

Per Webcam dem Huhn bei der Arbeit zuschauen

Gerd Alfes von mediaService war ebenfalls schnell im "Hühner-Fieber", baute seinem Bekannten Weigel die Internetseite und organisierte den Webauftritt. Hier kann sich jeder, der möchte, über das Projekt und die Arbeit am Anistemi College informieren und mit ein paar Klicks Patin oder Pate werden. Für  Weigel ist "Helfende Henne" ein echtes Herzensprojekt. "Ich bin sehr glücklich, dass das so ein Echo gefunden hat. Wenn nicht jetzt, wann dann?" Corona habe die Welt getroffen, man müsse gerade jetzt zusammenstehen. Namibia wiederum sei in Sachen Tourismus besonders getroffen. Für ihn gehe es darum, etwas zurückzugeben, so Weigel. "Das macht wahnsinnig Spaß". Spaß haben sollen auch die Paten, wenn sie freitags per Webcam "ihr" Huhn live und in Farbe bei der Arbeit bewundern können. Die Kamera war eigentlich angeschafft worden, damit die College-Kinder während Corona Kontakt zu ihren Paten halten können. Und nun also auch die Hühner. 
https://helfendehenne.de/

Wolfram Weigel am Hühnerstall in Usakos.
Hier wurden schon die ersten Patinnen und Paten verewigt − Zuwachs ist sehr willkommen.
Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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