Herbert Steuber verstorben

hb Geisweid. Trauer bei allen Sportfreunden im Siegener Norden. Herbert Steuber, der „große alte Mann“ des Fußball-Bezirkligisten VfL Klafeld-Geisweid, ist im Alter von 81 Jahren verstorben. Das Fußballerherz hörte am Dienstag ganz plötzlich auf zu schlagen. Bis dahin war Herbert Steuber noch ständig im „alten Dorf“ unterwegs und versorgte liebevoll seine kranke Frau, mit der er seit einiger Zeit in der Altenwohnanlage in der Sohlbacher Straße lebte.

Herbert Steuber war immer ein Mann der leisen Töne. Doch das hindert ihn nicht, deutliche Worte zu sprechen, wenn es um die Geschicke seines Vereins ging. Jeden Donnerstag traf er sich bis vor kurzem mit alten VfLern im neuen Sportheim am Hofbachstadion, um über vergangene Zeiten zu sprechen und die aktuelle Lage zu erörtern.

Den Zeitungsbericht der Siegener Zeitung vom legendären 2:1-Pokalsieg am 17. August 1936 im Siegener Charlottental gegen Fortuna Düsseldorf (damals immerhin Finalteilnehmer am Endspiel zur Deutschen Meisterschaft) hatte er dabei immer in seiner Jackentasche. Ihn hütete er wie seinen Augapfel und gab ihn nicht aus der Hand. Die Begeisterung für das Fußballspiel wurde Herbert Steuber gleichsam mit in die Wiege gelegt. Sein Vater Ernst Steuber war viele Jahre Jugendleiter und Schiedsrichter beim VfL. In der legendären Nachkriegself des VfL gehört er mit den beiden „Wöhrmännern“ und Spielern wie Gerhard Pithan, Rudi Rechs und Werner Figge zu den bekanntesten Fußballern im „Fürstentum Klafeld“, mit denen sich der ganze Ort identifizierte.

Als Trainer war Herbert Steuber später eine unumstrittene Größe rund um Schießberg und Hofbachstadion. Er schaffte als einziger Coach mit seinem VfL Klafeld-Geisweid zweimal hintereinander Meisterschaft und Aufstieg. Dabei markierten die Bezirksklassen-Meisterschaft und der damit verbundene Landesliga-Aufstieg in der Spielzeit 1962/63 den Auftakt zu einer großartigen Aufwärtsentwicklung, die untrennbar mit dem Namen Herbert Steuber verbunden ist.. Schon in der folgenden Spielzeit 1963/94 holte er mit dem Team um die Ostehr-Zwillinge den Landesligatitel.

Damit hatte Herbert Steuber mit dem VfL erstmals den Aufstieg in die Amateur-Oberliga Westfalen geschafft. Joachim Jänisch, 1955 Mitglied der Deutschen Meister-Mannschaft von Rot-Weiß Essen, löste anschließend den „Meistertrainer“ ab. Besonders engagierte sich Herbert Steuber auch im Jugendbereich. Unvergessen war für ihn immer die Begegnung mit dem ehemaligen Bundestrainer Sepp Herberger bei dessen Besuch im Hofbachstadion im Jahre 1968. Der großen VfL-Familie war Herbert Steuber ein großes Vorbild. Er wird mit seinem fußballerischen Sachverstand sowie seiner Bescheidenheit und menschlichen Größe allen jungen und alten „Fürsten“ in Zukunft sehr fehlen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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