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Abriss noch in diesem Jahr?
Herrengarten-Planung nimmt Fahrt auf

Im Anschluss an das geöffnete Siegufer soll der heute bebaute Herrengarten in einen City-Park umgewandelt werden. In diesem Jahr sollen die Abrissbagger anrücken, in den Folgejahren soll die Neugestaltung folgen.
  • Im Anschluss an das geöffnete Siegufer soll der heute bebaute Herrengarten in einen City-Park umgewandelt werden. In diesem Jahr sollen die Abrissbagger anrücken, in den Folgejahren soll die Neugestaltung folgen.
  • Foto: / Entwurf: Rehwaldt Landschaftsarchitekten
  • hochgeladen von Marc Thomas

js Siegen. Die Umwandlung des Herrengartens nimmt Gestalt an – wenn auch vorerst nur auf dem Papier. Jetzt beschäftigen sich Verwaltung und Politik mit der weiteren Ausgestaltung der vorliegenden Entwurfsplanung des Dresdner Landschaftsarchitekturbüros Rehwaldt. Die wird ab der kommenden Woche in den zuständigen Fachausschüssen beraten und auf die Genehmigungsreise geschickt. Das Projekt, bei dem das heute bebaute City-Areal in einen Park am Siegufer verwandelt werden soll, wird im ungünstigsten Fall rund 3,7 Millionen Euro kosten. Nicht eingeschlossen sind darin die Abriss- und Planungskosten, für die die Stadt eine Corona-bedingt von 80 auf 100 Prozent aufgestockte Förderung des Landes NRW erhält und die sich auf etwa denselben Batzen wie die Neugestaltung summierten dürften.

js Siegen. Die Umwandlung des Herrengartens nimmt Gestalt an – wenn auch vorerst nur auf dem Papier. Jetzt beschäftigen sich Verwaltung und Politik mit der weiteren Ausgestaltung der vorliegenden Entwurfsplanung des Dresdner Landschaftsarchitekturbüros Rehwaldt. Die wird ab der kommenden Woche in den zuständigen Fachausschüssen beraten und auf die Genehmigungsreise geschickt. Das Projekt, bei dem das heute bebaute City-Areal in einen Park am Siegufer verwandelt werden soll, wird im ungünstigsten Fall rund 3,7 Millionen Euro kosten. Nicht eingeschlossen sind darin die Abriss- und Planungskosten, für die die Stadt eine Corona-bedingt von 80 auf 100 Prozent aufgestockte Förderung des Landes NRW erhält und die sich auf etwa denselben Batzen wie die Neugestaltung summierten dürften.

Laut Entwurfsplanung soll das Dreiecksareal zu einer großen Freifläche werden, die von einem Betonsitzelement umrahmt wird. Das wiederum ist an manchen Stellen bodentief und ermöglicht den barrierefreien Zugang. An der Nordwestspitze ist ein ebenfalls von einem Betonsitzelement umschlossenes Podest vorgesehen, das etwa 60 Zentimeter über der Rasen-Ebene liegt. Dieses herausragende Element ist nötig, um die beiden Platanen und den Gingkobaum zu erhalten. Denn, und das gilt auch für die übrigen Bestandsbäume: Sie sollen allesamt in die neue Planung mit eingebaut werden. Einzige Ausnahme ist der Tulpenbaum am Aufgang zum Restaurant im Herrengartengebäude, der erst bei der Siegufer-Erneuerung gepflanzt wurde, der aber schon jetzt stark geschädigt ist. Das zwangsläufig eingeplante Podest soll die Chance bieten, eine „traditionelle Bühne unter Bäumen“ zu schaffen.

Tanzfläche statt Wasserspiel

An der Nordostspitze des Areals soll nicht etwa ein Wasserspiel entstehen, wie es in einer früheren Planungsphase geplant war. Die direkte Nähe zur Sieg hat ein Umdenken erwirkt; jetzt soll hier eine Tanzfläche entstehen. Umrahmt von einer zur Rasenfläche hin bodentiefen Sitzstufe soll sie der aktiven Siegener Tanzszene einen Ort zur Entfaltung bieten. Als weitere Elemente des Herrengartens schlagen die Planer Staudenbeete, Spielgeräte, eine atmosphärische Beleuchtung, fest installierte, zur Sonne hin drehbare Liegen im „Rothaarsteigstil“ vor. Das metallische Windsegel auf einem hohen Mast, ein Kunstwerk von Friedel Deventer aus Kassel, könnte im Bereich der Tanzfläche integriert werden, schlagen die Landschaftsplaner vor – falls der Künstler damit einverstanden sein sollte, dass der Mast gekürzt wird. Nicht vorgesehen ist eine feste Toilettenanlage, da das nächstgelegene öffentliche WC 400 Meter entfernt liegt und zudem Gastronomen in der Umgebung über das Programm „Nette Toilette“ Möglichkeiten bieten, die Notdurft zu verrichten. Anschlüsse für eine mobile Toilettenanlage soll es aber geben.

Änderungen wird es bei der Verkehrsführung geben, u.a. wird die aktuelle Einbahnstraßenregelung in der Straße Herrengarten umgedreht. Die Verbindung zwischen Herrengarten und Fürst-Johann-Moritz-Straße soll zudem mit einer Reihe von Pollern unterbrochen werden. Der Beginn der Fußgänzerzone wird weiter in Richtung Hindenburgstraße verschoben. Laut Entwurf sollen Fürst-Johann-Moritz-Straße und die Straße Herrengarten in etwa in der heutigen Fläche erhalten bleiben – entlang der Siegstufenanlage hingegen wird die künftige Verkehrsfläche breiter ausfallen. Dieser Bereich soll das Granitsteinpflaster erhalten, das heute schon in der Brüder-Busch-Straße zu finden ist, er soll zudem besser beleuchtet werden und somit Boulevardcharakter bekommen.

Abriss noch in diesem Jahr

Und so könnte die Zeitplanung aussehen, wenn die Politik der Entwurfsplanung zustimmt: Der Abriss der Bebauung soll möglichst noch in diesem Jahr über die Bühne gehen. Im Herbst dann soll ein Förderantrag für die Neugestaltung gestellt werden. Sobald die erwünschten Zuschüsse gewährt werden, können die Bauarbeiten ausgeschrieben werden. Das dürfte nicht vor dem Jahr 2022 der Fall sein; dementsprechend hat die Stadtverwaltung bei der Kostenschätzung die jährlichen 2-Prozent-Steigerungen und eine Ungenauigkeit von bis zu 23 Prozent eingerechnet. In diesem ungünstigsten Fall könnten die oben genannten Baukosten zu Buche schlagen.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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