Heterogene Mischung

 Die Kunststudentinnen Johanna Dörr (l.) und Mandy Lucht führten im Rahmen eines Pressegesprächs bereits vor der Eröffnung durch die Ausstellung im ehemaligen Brauhaus. Foto: stö
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stö - Smartphones, Bilderflut und soziale Medien – was die Studierenden in ihrem Alltag beschäftigt oder begleitet, wird in ihren Arbeiten aufgegriffen. Fotos in Smartphone-Größe – das Auge ist bereits daran gewöhnt – haben Einzug in die „Brauhausfotografie“ gefunden. 16 Studierende des Faches Kunst und ein Student der Medienwissenschaft der Universität Siegen präsentieren in der diesjährigen, 26. Auflage der Ausstellung ihre Fotografien. Am Dienstagabend wurde sie feierlich eröffnet. Von der Erstellung eines Kataloges bis hin zur Hängung: Über ein halbes Jahr haben die Studierenden in Eigenregie die Schau organisiert. Jeder helfe mit und leiste einen Beitrag zum Gelingen, erzählte Johanna Dörr begeistert. Gemeinsam mit Mandy Lucht führte sie vor der Eröffnung im Rahmen eines Presserundgangs durch die Ebene 0 des ehemaligen Brauhauses in Weidenau.

Eine heterogene Mischung erwartet die Besucher: Bildprojektionen, eine Wandarbeit, ein interaktives Werk, analoge und digitale Fotografie, Serien und Einzelwerke. Thematisch gebe es bewusst keinen Rahmen, erklärt Dörr. Jeder könne einen Bildvorschlag machen, in der Gruppe würde darüber beraten. Mustafa Kizilcay lieferte, neben dem Motiv für das Werbeplakat (eine eingetütete Kamera), eine Bildserie mit dem Titel „Einkaufen“. Er fing aus seinem geparkten Auto heraus den Blick durch die Windschutzscheibe ein. Ein kurzes Innehalten, einen flüchtigen Moment fixieren, bevor der Alltag weitergeht. Die einzelnen Bilder hat er nach den Waren auf dem Kassenbon benannt – inklusive der darauf befindlichen Rechtschreibfehler. Das Siegener Nachtleben hielt Medienwissenschaftsstudent Christian Rosenthal in der Fotoserie „Eintracht“ fest und erzählt damit eine Geschichte. Ein anderer Student, der anonym bleiben will, dokumentiert in drei Schwarz-Weiß-Fotos Graffiti-Sprayer bei ihrer „Arbeit“ und dem Schaffen von Kunst im Verborgenen. Welche Baukultur hat Siegen, in welchen Stilen wurden die Häuser errichtet? Dieser Frage widmet sich Carina Dieckmann mit ihrer Diashow „Spectrum“; sie fotografierte verschiedene Häuserfronten und stellte sie mithilfe von Photoshop frei. Stil, Größe, Form und Farbe der Gebäude stehen damit im Vordergrund. Bildnachbearbeitung, egal ob am Computer oder mit dem Smartphone, ist immer wieder zu sehen. Sie wird gerne genutzt, da gibt es keine Grenzen, und alles ist erlaubt.

Nicht alle Arbeiten haben Titel. Auch das Foto von Mandy Lucht nicht – bewusst. „Die Frage ist, was sehe ich eigentlich?“, sagte die Kunststudentin. Ein Name für das Werk schränke den Freiraum zum Nachdenken ein. Ihre Kommilitonin Johanna Dörr beschäftigt sich mit Kompositionen. Aus einer Reihe von Schnappschüssen wählte sie vier Fotos. Nicht alles soll direkt erkennbar sein, sagte sie. Der Blick soll hängen bleiben. Ein Ziel, das sicherlich alle ausstellenden Studenten verfolgen.

„Brauhausfotografie 26“, Studierende
des Faches Kunst der Universität Siegen.
Bis 26. November, Brauhaus, Ebene 0,
Zum Wildgehege 25, Weidenau,
täglich 14 bis 18 Uhr.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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