Hexenschuss – nichts als Verwirrung

Kleine Bühne Seelbach bot Komödie »Hexenschuss« im Lÿz – Ausharren in Sitzbadewanne

sz Siegen. Ein leises Knirschen, ein stechender Schmerz, ein lauter Schmerzensschrei – Besuch vom Alptraum aller Manager und Hausfrauen, dem Hexenschuss! John Graham hat dem Volksleiden eine ganze Farce gewidmet, die vom Theaterverein »Kleine Bühne Seelbach« unter dem Titel »Hexenschuss oder der Bandscheibenvorfall« (ins Deutsche übertragen von Paul Overhoff) bereits im April in der Weidenauer Bismarckhalle mit großem Erfolg aufgeführt wurde.

Jetzt gab es ein Wiedersehen im Forum des Lÿz an drei Tagen. Am Donnerstag, ursprünglich geplant als Mitarbeiter-Abend für die Angestellten der DRK-Kinderklinik, begrüßte Dietrich Hoof-Greve vom Arbeitskreis Kunst und Kultur der Klinik auch eine Reihe »Externer« im Publikum. Aufgrund eines Programmfehlers war der Abend für die Öffentlichkeit und als Benefiz-Veranstaltung für die Klinik ausgeschrieben worden. Das nahmen natürlich alle beteiligten mit Humor und freuten sich über die Extra-Spende für das Kinderhospital.

Gut zwei Stunden pures Bühnenvergnügen wartete auf die Besucher. Wer den Donnerstag verpasst hat, kann auch am heutigen Samstag, 20 Uhr, noch einen Theaterabend einlegen. Freunde der leichten Muse und der flotten Unterhaltung treffen damit keine schlechte Wahl. Den leidigen Hexenschuss ereilt just in der Wohnung seiner Geliebten in spe den erfolgreichen Fernsehmoderator Peter Raven, dargestellt von einem buchstäblich mit allen Wassern gewaschenen Reiner Bender. Zwecks Linderung seiner Pein steckt ihn Sally, die gelangweilte Gattin eines etwas faden Piloten der British Airways, in die Sitzbadewanne. Als Sally Hills lief Inge Kaatz zwischen hysterischer Verzweiflung und findigem Strippenziehen zur Hochform auf.

Grund zur Panik hat Sally allemal, denn wegen eines Pilotenstreiks kehrt unerwartet Gatte Leonard (gespielt von einem pfiffigem Frank Nöh) heim. Während der Fernsehmann im Bad darbt und Sally verzweifelt versucht, das Eindringen ihres Mannes in die Nasszelle zu verhindern, strapaziert der Klavierstimmer Mister Phips als Wohnzimmerphilosoph mit feinem Geruchs- und Gehörsinn die Nerven der Ravens. Köstlich agiert in dieser Rolle Wolfgang Burk als ebenso arbeitsscheues wie gefräßiges und neugieriges Individuum.

Als ob das nicht reichte, um die Verwirrung perfekt zu machen, findet sich auch noch Stewardess Annabelle (zum Brüllen komisch: Christiane Angelrodt) in der Wohnung ein. Die Frau mit Hang zu Pillen und Promille war eigentlich wegen eines Schäferstündchens mit Leonards Freund Roger in die Wohnung gekommen, die dieser dem Kumpel versprochen hatte, weil er seine Gattin im Urlaub und sich selbst auf der Arbeit wähnte.

Der inzwischen herbeigerufene Dr. McKenzie (Eckhard Schmitt) und Peters Managerin Jocelyn (Karin Sauer) finden im dem Chaos verständlicherweise schwerlich den Durchblick. Wie durch Zauberhand entwickelt sich das zwischenmenschliche Kuddelmuddel letztlich doch noch zum Guten und die Crew der Kleinen Bühne Seelbach kann sich in der Gewissheit an neue Taten wagen, ein gestandenes Stück Laientheater darzustellen, das es aufs Beste versteht, sein Publikum zu unterhalten.

sib

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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