»Hidden Champion« in Energie- und Umwelttechnik

Rotamill GmbH mit Luftreinigungs- und Schwefelmahlanlagen erfolgreich auf dem Weltmarkt

Siegen. Die Rotamill Anlagen- und Ventilatorenbau GmbH in Siegen-Kaan-Marienborn zählt zu den »Hidden Champions« oder heimlichen Gewinnern ihrer Branche. Ihr Erfolgsgeheimnis definiert Geschäftsführer Iric de Caluwé so: »Als kleines Unternehmen sind wir bei gleicher Qualifikation flexibler und preisgünstiger als vergleichbare größere Unternehmen.« Der Mittelständler hat seit seiner Gründung im Jahr 1974 zielstrebig den Weltmarkt mit First-Class-Produkten der Energie- und Umwelttechnik erobert.

Globalisierung kein Fremdwort

Den Grundstein legte der gebürtige Niederländer de Caluwé 1974 zusammen mit Horst Rottler, der auch heute Mitgesellschafter des Maschinenbau-Unternehmens ist. Aus einer zufälligen Geschäftsgelegenheit, eine Schwefelmahlanlage nach Griechenland zu liefern, entstand die Firma Rotamill. Heute fertigen rund 50 Mitarbeiter auf 4000 m2 in erster Linie Anlagen zur Abluftreinigung sowie Industrieventilatoren, ferner Schwefelmahlanlagen und Apparate der Wärmetechnik für die Tochterfirma Schirm GmbH. Mit seiner breiten Produktpalette ist das Unternehmen eindeutig exportorientiert, wobei ein Großteil der internationalen Kunden in Ostasien sitzt. Der Rotamill-Geschäftsführer und gelernte Flugzeugbautechniker hat sich von Anfang an auf den Export konzentriert. De Caluwé: »Wir haben schon Globalisierung praktiziert, als noch keiner davon gesprochen hat.« Der Erfolg auf den wichtigsten Märkten, u.a. in Frankreich, Belgien, Niederlande, Griechenland, Schweiz, China, Korea, Indonesien und Ägypten, ist der Beweis. Die Nachfrage nach den mit eigenem Know-how entwickelten, auf CAD-Anlagen konstruierten und im Betrieb gefertigten Rotamill-Produkten ist groß. Vor kurzem hat eine Abluftreinigungsanlage für die Fernseh-Bildröhrenfertigung, genauer: eine regenerative Nachverbrennungsanlage System Oxidator, das Siegerland in Richtung China verlassen. Diese Anlage wird in der Oberflächenbeschichtung von Kunststoffteilen, z. B. Bildschirmröhren, zur Reinigung von lösemittel- bzw. geruchsstoffbeladenen Abluftströmen angewendet. Eine technische Innovation hat Rotamill gleich mitgeliefert: die Fernwartung. Über Satellit und Modem können die Prozeßdaten im PC von den Herstellern ständig kontrolliert und Parameter modifiziert werden, ohne daß ein betriebseigener Techniker oder Monteur vor Ort sein muß. »Nicht nur ein Gewinn für die Umwelt, sondern in jeder Hinsicht auch für den Betrieb«, versichert der Siegerländer Unternehmer.

Innovativ und risikofreudig

Innovations- und Risikobereitschaft muß ein Hidden Champion wie Rotamill natürlich auch in Zukunft behalten. Dazu gehören die ständige Weiterentwicklung und Spezialisierung der Mitarbeiter und Produkte sowie der Einsatz der jeweils modernsten Fertigungsverfahren. Ein Anspruch, der im Bereich der Umwelttechnik als Bestandteil der Firmenphilosophie von jedem einzelnen verinnerlicht wird. Ein Beispiel für das Umweltbewußtsein des Unternehmens ist die sogenannte autotherme Verbrennung, ein Verfahren, das die Luft ohne Verbrennung von Primärenergie, z. B. Gas, reinigt. Das hält die Energiekosten gering und schützt die Umwelt. Eingesetzt wird dieses Verfahren in Abluftreinigungssystemen Typ Oxidator sowie, falls nötig, in Kombination mit einer weiteren Firmen-Produktspezialität, dem Konzentrator für große, lösemittelhaltige Luftmengen bei geringer Konzentration (z. B. Großdruckereien und Großlackierereien).

Zusammenarbeit mit einem Ingenieurbüro

Synergieeffekte in der Umwelttechnologie versprach die Zusammenarbeit mit dem Siegener Ingenieurbüro Schirm Wärmetechnik GmbH. Im Auftrag der Tochterfirma fertigt Rotamill Apparate und Anlagen für die Wärmerückgewinnung und Energieverwertung. Geschäftsführer de Caluwé zu dem Erfahrungsaustausch: »Hier schließt sich für uns der Kreis von Energie- und Umwelttechnik.« Mittelständler mit Weltmarktniveau setzen einer Untersuchung zufolge lieber auf Bewährtes, statt sich auf Experimente einzulassen. Das trifft nicht auf de Caluwé zu, der bereits eine neue Produktlinie installiert hat: in der Pkw-Handlingstechnik. Solches Risiko, neue Wege zu gehen, können sich nur »hidden Champions« leisten. ac

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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