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Prozess um Brandstiftung im Gasthof Meier
Hilfe für Angeklagten hat Priorität

Bevor es zu einem Urteil am Siegener Landgericht kommt, sollen Mitarbeiter der LWL-Klinik gehört werden. Dort ist der Angeklagte derzeit untergebracht.
  • Bevor es zu einem Urteil am Siegener Landgericht kommt, sollen Mitarbeiter der LWL-Klinik gehört werden. Dort ist der Angeklagte derzeit untergebracht.
  • Foto: cs (Archiv)
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

mick Siegen. Die Aussicht, einen Angeklagten in eine Entziehungseinrichtung einzuweisen, weil der Sachverständige hofft, dass sich dessen depressiver Zustand in einem halben Jahr so weit gebessert haben könnte, dass er therapiefähig wird, bereitete dem Gericht Probleme. In Übereinstimmung mit dem Verteidiger und dem Staatsanwalt hat die 1. große Strafkammer am Freitag entschieden, die Entscheidung in Sachen Brandstiftung aufzuschieben und weitere Zeugen zu laden.
Klinik-Mitarbeiter sollen gehört werdenFast parallel haben Verteidiger Ihsan Tanyolu und das Gericht vorgeschlagen, die Mitarbeiter der LWL-Klinik in Dortmund zu hören, die sich in den vergangenen Monaten mit dem Angeklagten beschäftigt haben.

mick Siegen. Die Aussicht, einen Angeklagten in eine Entziehungseinrichtung einzuweisen, weil der Sachverständige hofft, dass sich dessen depressiver Zustand in einem halben Jahr so weit gebessert haben könnte, dass er therapiefähig wird, bereitete dem Gericht Probleme. In Übereinstimmung mit dem Verteidiger und dem Staatsanwalt hat die 1. große Strafkammer am Freitag entschieden, die Entscheidung in Sachen Brandstiftung aufzuschieben und weitere Zeugen zu laden.

Klinik-Mitarbeiter sollen gehört werden

Fast parallel haben Verteidiger Ihsan Tanyolu und das Gericht vorgeschlagen, die Mitarbeiter der LWL-Klinik in Dortmund zu hören, die sich in den vergangenen Monaten mit dem Angeklagten beschäftigt haben. Dieser ist dort seit der – zugegebenen – Brandstiftung im Siegener Gasthof Meier im Frühjahr vorläufig untergebracht und fühlt sich dort sicher. Die Kammer hofft, die Zeugen am 16. November nach Siegen zu bekommen.

Ohne erfolgreiche Therapie droht das Gefängnis

Neben dem Schutz der Öffentlichkeit gehe es auch darum, dem Angeklagten zu helfen, bringt Staatsanwalt Philipp Scharfenbaum die übergreifende Strategie auf den Punkt. Der Sachverständige habe am Mittwoch selbst eingestanden, „dass die Ärzte die Hände über dem Kopf zusammenschlagen“, wenn sie den Angeklagten im aktuellen Zustand überstellt bekämen. Zeichne sich dann nach ein paar Monaten ab, dass sich die Depression nicht weiter zurückbilde, dass eine Therapie nicht infrage komme, „dann geht er ins Gefängnis und sitzt seine Strafe ab“, führt Elfriede Dreisbach aus. Und ohne Strafe komme der 56-Jährige nicht aus der Sache heraus, weiß auch sein Anwalt.

Entgegenkommen auf allen Seiten

Im Anschluss an die kommende Zeugenvernehmung stünden zwei Wege offen: Äußern sich die Betreffenden im Sinne des Sachverständigen, könnte anschließend oder am 2. Dezember plädiert werden. Andernfalls käme das in Betracht, was der Verteidiger bereits als Antrag in Aussicht gestellt hat: Ein zweiter Gutachter würde bestellt. Was unter Umständen bedeuten könnte, dass der Prozess noch einmal von vorn beginnen müsste. Wobei alle Beteiligten andeuten, sich in dieser Hinsicht möglichst weit entgegenkommen zu wollen – weil das Wohl des Angeklagten unbedingt Vorrang haben müsse.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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