Himmelslaternen stürzten ab

 Achim Wickel entdeckte gleich zwei der verbotenen Himmelslaternen, die im Dernbach in Feudingen abgestürzt waren – ein gefährliches Spielzeug. Foto: Björn Weyand
  • Achim Wickel entdeckte gleich zwei der verbotenen Himmelslaternen, die im Dernbach in Feudingen abgestürzt waren – ein gefährliches Spielzeug. Foto: Björn Weyand
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bw - Ihr Name versprüht ja eigentlich Harmlosigkeit, aber Himmelslaternen sind alles andere als ungefährlich. In den meisten Bundesländern ist es längst verboten, die kleinen Heißluftlampions zum Firmament steigen zu lassen. Ihr Gebrauch ist in Nordrhein-Westfalen und im angrenzenden Hessen untersagt. Im Feudinger Dernbach stürzten dennoch zwei der Himmelslaternen in der vergangenen Woche kurz vor Pfingsten ab. Und das mitten in einer Trockenperiode. Anwohner Achim Wickel fand die Überreste, einen Schirm direkt an seinem Bisongehege und den anderen im trockenen Wald.

Der Dernbacher schlägt deswegen nun Alarm, will für die Gefahren der Himmelslaternen sensibilisieren. „Das geht einfach nicht bei dieser Waldbrandgefahr derzeit“, konstatiert Achim Wickel, der auch auf die Scheu der drei seltenen Bisons im Gehege in Feudingen hinweist. Solche Störungen von außen seien nicht zu akzeptieren, betont Achim Wickel. Zumal ja die Gefahren durch solche Himmelslaternen leider hinlänglich bekannt sind. Rückblick: Es war an Pfingsten 2009, als bei einer Privatfeier in Siegen eben solche Himmelslaternen in die Lüfte gelassen wurden. Einer der Ballons stürzte in Siegen auf den Wintergarten eines Wohnhauses – der Auslöser für einen größeren Brand, dem ein zehnjähriger Junge zum Opfer fiel, der gerade in einem Zimmer oberhalb des Wintergartens schlief. Er konnte nicht mehr in Sicherheit gebracht werden und erstickte. Auch eine 58-Jährige erlitt hierbei Verletzungen. Das Verfahren gegen einen 23-Jährigen wurde damals allerdings gegen eine Auflage von 200 Sozialstunden eingestellt.

Diese Tragödie noch vor Augen, ist der Ärger von Achim Wickel doppelt verständlich. Es sei freilich nicht festzustellen, woher diese beiden Himmelslaternen gekommen sind. „Wir hatten in den Tagen ja permanent Ostluft“, meint der Feudinger. Es könne also durchaus sein, dass die Lampions aus Hessen bis ins Obere Lahntal gezogen seien. Verboten sind sie aber natürlich in beiden Bundesländern.

Die asiatischen Himmelslaternen, auch Kong-Ming-Laterne genannt, funktionieren wie Heißluftballons. Durch ein kerzenähnliches Brennmittel wird Luft erwärmt und die Laterne steigt in den Himmel. Bereits vor dem tragischen Vorfall in Siegen hatten Polizei, Feuerwehren und Luftaufsichtsbehörden vor dem Gebrauch der Laternen gewarnt, da diese ja auch mehrfach schon Brände ausgelöst hatten. Nach der Tragödie von Siegen hatte das Innenministerium in Nordrhein-Westfalen die Fluglaternen aus Papier landesweit verboten. Weil sie leicht Feuer fangen, stellten diese Lampions „eine erhebliche Gefahr für die Allgemeinheit dar“. Trotzdem sind die Laternen nach wie vor erhältlich. Und offensichtlich hat sich weder der Siegener Vorfall noch das Verbot überall herumgesprochen. Anders ist nämlich nicht zu erklären, dass die zwei Himmelslaternen in Feudingen abstürzen konnten. Übrigens: Wer solche Lampions steigen lässt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit bis zu 1000 Euro Geldbuße rechnen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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