Hirsch qualvoll verendet

 Mit dem Geweih hatte sich dieser Hirsch in der Nacht von Samstag auf Sonntag in einer Umzäunung verheddert und bis zum Morgen vergeblich versucht, sich zu befreien. Foto: privat
  • Mit dem Geweih hatte sich dieser Hirsch in der Nacht von Samstag auf Sonntag in einer Umzäunung verheddert und bis zum Morgen vergeblich versucht, sich zu befreien. Foto: privat
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mir - Am Sonntag gegen Mitternacht hörte  Harald Kinast aus Werthenbach am steilen Hang oberhalb seines Hauses merkwürdige Geräusche, die ihm aber nicht unbekannt vorkamen. Hirsche gibt es so ganz nah am Rothaarsteig eine Menge. Und in der Brunftzeit machen sie sich bekanntlich laut bemerkbar. Doch diesmal war alles anders. Harald Kinast ahnte, dass das Knacken und Krachen am Hang nichts Gutes bedeuten könnte. Zumal es nicht aufhörte. Aber im Dunkeln nachschauen, das mochte er auch nicht.

Morgens um halb sieben begab er sich auf die Suche und wurde am Spazierweg 150 Meter oberhalb seines Grundstücks sofort fündig. Ein kapitaler Hirsch lag tot am Weg, er hatte sich mit seinem Geweih in der reißfesten Umzäunung einer Pferdekoppel total verheddert. Kinast: „Das Tier war noch warm.“ Was den Schluss zulässt, dass der Hirsch sechs Stunden vergeblich versucht hat, sich zu befreien. 

„Dem Pferdehalter kann man keinen Vorwurf machen, das wollen wir auf keinen Fall“, waren sich Kinast und der Jagdaufseher einig. Den alten, todbringenden Zaun hat er sofort entfernt, einen neuen weit oberhalb auf sicherem Terrain angebracht. Ganz wichtig ist dem Jäger, der mit Namen nicht genannt werden möchte, die Prävention: „Es wäre gut, wenn auch andernorts diese für Hirsche gefährlichen Umzäunungen entfernt oder verändert werden.“

Der Appell hat noch einen Grund, es gab am vorherigen Wochenende schon einmal einen Vorfall mit einem Hirsch. Keine 100 Meter entfernt. Harald Kinast hat alles auf seinem Handy festgehalten, ein kurzes Video gedreht: Ein ähnlich großer Hirsch hat sich in einem Zaun verfangen, ringt 20 Minuten mit dem Objekt auf einer Wiese, ehe er freikommt und zurück in den Wald läuft. Mit zwei Meter Seil im Geweih. 

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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