Hitlergruß trübte die WM-Freude

Vor dem Amtsgericht Bad Berleburg musste sich ein 30-Jähriger wegen Entgleisungen beim Public Viewing zur Fußball-WM verantworten. Er hatte mehrfach „Heil Hitler“ geschrien. Die Quittung bekam er jetzt: Er muss in Haft. Foto: Archiv
  • Vor dem Amtsgericht Bad Berleburg musste sich ein 30-Jähriger wegen Entgleisungen beim Public Viewing zur Fußball-WM verantworten. Er hatte mehrfach „Heil Hitler“ geschrien. Die Quittung bekam er jetzt: Er muss in Haft. Foto: Archiv
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howe - Völlig fehl am Platze war ein 30-jähriger Mann im Sommer beim „Public Viewing“ auf dem Bad Berleburger Marktplatz. Statt die deutsche Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien anzufeuern und in dem schwarz-rot-goldenen Fahnenmeer ein durchweg positives Signal kollektiver Freude zu erkennen, rief der 30-Jährige mehrfach „Heil Hitler“ in die Menge und zettelte einen Streit an.

Sicherheitsdienst und Polizei gingen dazwischen, konnten den aggressiven Mann aber nicht davon abbringen, die genannte Parole zu wiederholen. Selbst, als die Beamten Fesseln anlegten, um den Fehlgesteuerten auf die Wache zu bringen, beleidigte dieser die Polizisten mit den Worten „Halt die Fresse, ich mache euch platt.“ Am Dienstag buk der 30-Jährige kleine Brötchen und gestand seine Taten. „Ich war ziemlich betrunken bei der WM. Ich weiß auch nicht, wie es dazu kam.“

Oberamtsanwältin Judith Hippenstiel schwoll bei der Verhandlung im Bad Berleburger Amtsgericht der Kamm: „Sie haben sich nicht im Griff. Wenn man so einen Mist macht, dann hat man nicht mal den Hintern, sich zu entschuldigen? Das ist unterste Kante.“ Der betroffene Polizeibeamte nahm die Entschuldigung des Angeklagten nicht an. „Das ist jetzt zu spät“, reagierte er auf das „Entschuldigung“ des 30-Jährigen.

Vor Gericht wogen die Vorstrafen des Mannes besonders schwer, denn in 2011 war er unter anderem wegen Volksverhetzung, Bedrohung und Beleidigung ein Jahr lang hinter Gitter. Außer „Heil Hitler“ fiel dem Mann noch „Scheiß Neger“ ein. Opfer war damals ein unbescholtener Fahrgast, der von dem 30-Jährigen aufs Übelste provoziert und mit dem Messer bedroht wurde.

Richter Torsten Hoffmann verurteilte den 30-Jährigen wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen nach §86a Strafgesetzbuch zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten – ohne Bewährung. Selbst die Verbüßung einer Haftstrafe habe den Angeklagten nicht davon abgehalten, erneut Straftaten zu begehen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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