Hochschulen müssen sich auf ihre Stärken konzentrieren

Prof. Dr. Margret Wintermantel zu Gast beim Jahresempfang

kk Siegen. Das Jahr neigt sich dem Ende zu, und die Universität Siegen lädt traditionell zum Jahresempfang. Keinen Rückblick auf das »vielleicht spannendste, gewiss aber aufregendste Semester« wollte Rektor Prof. Dr. Ralf Schnell geben. Vielmehr warf er einen Blick nach vorn, auf Chancen und Risiken des Hochschulfreiheitsgesetzes, das den bedeutendsten Umbruch in der Hochschullandschaft seit Wilhelm von Humboldt einläute. Ab 2008 werde die Universität Siegen ein neues Profil besitzen – mit neuer Grundordnung, Hochschulrat, Präsidium und möglicherweise einem neuen Namen. Schnell plädierte dafür, sich der Zukunft bewusst zu stellen: »Die Universität Siegen hat eine Zukunft.« Die resultiere aus der Differenzierung, der Tatsache, dass die Hochschule nur ihr eigene Potenziale besitze.

Siegens Bürgermeister und Kuratoriumsvorsitzender Ulf Stötzel blickte stolz auf Universität und Stadt. Erstere werde immer besser, Letztere sei mittlerweile auf Hochglanz gebracht und auch für Studierende attraktiv.

Mit dem Diesterweg-Ring geehrt wird nur mehr eine Persönlichkeit außerhalb der Universität. Ein derartiges Urteil über Kollegen schien dem Rektorat »nicht angemessen«. Die Ehrung zuteil wurde in diesmal Siegens Alt-Bürgermeisterin Hilde Fiedler. Die Laudatio auf die 87-Jährige hielt Alt-Rektor Prof. Dr. Klaus Sturm. Beide wurden im Jahr 1989 in ihre hohen Ämter gewählt. Sturm erinnerte daran, dass zu Beginn der 90er Jahre an der Hochschule Aufbruchstimmung herrschte: »Wir haben immer seltener gesagt, dass wir klein sind.« An der Trägerin des Diesterweg-Rings imponiere ihm besonders deren Engagement für die Hochschule, »das auf Leidenschaft für Kultur und Wissenschaft basiert« sowie deren »Leidenschaft für internationale Kontakte und Begegnungen«.

Festrednerin des Abends war Prof. Dr. Margret Wintermantel von der Universität des Saarlandes, ihres Zeichens Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz. Sie zeigte auf, dass und wie aus der Differenzierung in der Hochschullandschaft Chancen erwachsen können. Zuvorderst stärkte sie der Exzellenzinitiative den Rücken, räumte aber ein, dass Exzellenz viele Dimensionen besitze. Die Exzellenzinitiative, die wichtig für die Spitzenforschung sei, kennzeichne aber auch das Ende der Vermutung, dass alle Hochschulen gleich seien.

An jeder Hochschule sei es nun, in Konkurrenz zu anderen die eigenen Stärken zu stärken und das Profil zu schärfen. Wintermantel: »Jede Hochschule muss sich besinnen, wo sie gut ist.« Das Angebot zu konzentrieren heiße, dass nicht mehr alle Hochschulen das gesamte Fächerspektrum vorhalten könnten. Das Gesamtinteresse der Hochschule stehe aber über den Einzelinteressen der Fächer und Fachbereiche.

Auch »neue, innovative Hochschultypen« stellte die Festrednerin in Aussicht. Damit meint sie einen Mix aus Universität und Fachhochschule unter einem Dach. Der Typus könne sich danach ausrichten, ob in Bereichen die Forschung oder die Lehre dominiere. Wintermantel: »Vielleicht hat die Universität Siegen als ehemalige Gesamthochschule hier eine besondere Chance, sich zu profilieren.« Last not last plädierte der Gast aus Saarbrücken, der aus dem Kreis Altenkirchen stammt, für einen »fairen Wettbewerb der Hochschulen«. Will heißen: Der Wettbewerb der Hochschulen dürfe keiner zwischen den Ländern werden.

Zum Abschluss des offiziellen Teils des Jahresempfangs wurden die Preise für ausländische Studierende verliehen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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