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Damm-Sanierung zögert sich hinaus
Hochwasser bereitet Anwohnern große Sorgen

So sieht das Ausmaß der Zerstörung am Siegdamm aus. Seit der Entwurzelung durch den Sturm am 30. April hat sich nichts getan.
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  • So sieht das Ausmaß der Zerstörung am Siegdamm aus. Seit der Entwurzelung durch den Sturm am 30. April hat sich nichts getan.
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tip Niederschelden. Während man in Bayern nach massiven Überschwemmungen mit den Aufräumarbeiten begonnen hat, macht man sich auch im Siegerland angesichts ergiebiger Regenfälle und steigender Pegel Sorgen. In Niederschelden ganz besonders. Denn ein Unwetter Ende April hatte am dortigen Siegdamm Bäume entwurzelt und Schäden hinterlassen. Die Anwohner haben dies moniert – passiert ist bis jetzt aber noch nichts.

Schon mehrfach musste Kurt Freund sein Haus in der Bogenstraße mit Sandsäcken vor den Wassermassen schützen. Jetzt hat er Angst, dass das Wasser der Sieg wieder bedrohlich nah kommen könnte. Vielleicht sogar mehr denn je. Denn am 29. April hatte ein Sturmtief dafür gesorgt, dass insgesamt sieben Bäume entlang des Inseldorfweges entwurzelt worden waren (die SZ berichtete).

tip Niederschelden. Während man in Bayern nach massiven Überschwemmungen mit den Aufräumarbeiten begonnen hat, macht man sich auch im Siegerland angesichts ergiebiger Regenfälle und steigender Pegel Sorgen. In Niederschelden ganz besonders. Denn ein Unwetter Ende April hatte am dortigen Siegdamm Bäume entwurzelt und Schäden hinterlassen. Die Anwohner haben dies moniert – passiert ist bis jetzt aber noch nichts.

Schon mehrfach musste Kurt Freund sein Haus in der Bogenstraße mit Sandsäcken vor den Wassermassen schützen. Jetzt hat er Angst, dass das Wasser der Sieg wieder bedrohlich nah kommen könnte. Vielleicht sogar mehr denn je. Denn am 29. April hatte ein Sturmtief dafür gesorgt, dass insgesamt sieben Bäume entlang des Inseldorfweges entwurzelt worden waren (die SZ berichtete).

Windhose entwurzelt sieben Bäume

Die Niederscheldener Feuerwehr hatte daraufhin die bei Spaziergängern und Radfahrern beliebte Strecke provisorisch abgesperrt. Zu groß war die Gefahr, von herabfallenden Ästen getroffen zu werden. Die Aufräumaktion ging dann auch recht zügig von statten.

"Ich wohne seit 40 Jahren hier.
Ich weiß, wie schnell das Wasser steigen kann.“

Kurt Freund
Anwohner der "Bogenstraße“

Was aber bis heute geblieben ist, sind die Schäden am Damm. Denn die Wurzeln der umgeknickten Bäume ragten zum Teil bis in den Schutzwall hinein. Noch immer sind die Auswirkungen zu sehen.

Fehlende Zuständigkeit

Kurt Freund, dessen Garten direkt hinter dem Damm beginnt, griff zum Telefon. „Ich habe etliche Mitarbeiter der Stadt Siegen, beim Kreis Siegen-Wittgenstein, im Umweltamt, bei der Unteren Wasserbehörde und dem Entsorgungsbetrieb der Stadt Siegen (ESi) kontaktiert. So richtig zuständig gefühlt, hat sich meiner Meinung nach niemand“, so der Niederscheldener. Schließlich schrieb Freund Bürgermeister Steffen Mues persönlich an. Immerhin: Es kam eine Antwort einer Mitarbeiterin. „Ich habe Ihr Anliegen an die zuständigen Fachabteilungen weitergeleitet und werde mich nach deren Rückmeldung wieder mit Ihnen in Verbindung setzen“, hieß es in dem Schreiben.

So sieht das Ausmaß der Zerstörung am Siegdamm aus. Seit der Entwurzelung durch den Sturm am 30. April hat sich nichts getan.
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Das war vor zwei Wochen. Seitdem hat sich nach Freunds Angaben nichts getan am Siegdamm. Das Wetter der vergangenen Tage und die Vorhersagen machen ihm nun große Sorgen: „Ich wohne seit 40 Jahren hier. Ich weiß, wie schnell das Wasser steigen kann.“ Innerhalb von ein bis zwei Stunden könne der Pegel bis zur Dammkrone steigen. Dies habe er bei extremen Verhältnissen schon mehrfach beobachten können. „Nicht auszudenken, was passiert, wenn der Damm wirklich durchlässig wird“, so der Anwohner.

Pegel auf Monats-Höchststand angestiegen

Die Pegel jedenfalls haben in den vergangenen Tagen immer wieder überdurchschnittlich hohe Werte erreicht. Das Landesumweltamt Nordrhein-Westfalen meldete für die Sieg in Niederschelden in der Nacht auf Mittwoch einen Pegelstand von 192 Zentimetern. Er war von rund 75 Zentimetern in den Tagen davor innerhalb von wenigen Stunden sprunghaft auf einen Monats-Höchststand angestiegen. Das für Teile der Sieg zuständige Landesumweltamt Rheinland-Pfalz gab am Mittwoch vorsichtige Entwarnung: „Gemäß Modellberechnungen besteht allenfalls eine geringe Hochwassergefährdung.“

So sieht das Ausmaß der Zerstörung am Siegdamm aus. Seit der Entwurzelung durch den Sturm am 30. April hat sich nichts getan.
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Doch was ist nun mit den Beschädigungen am Siegdamm? Tatsächlich ist der Entsorgungsbetrieb der Stadt Siegen (ESi) für die Unterhaltung des Damms zuständig. Schon Monate vor dem Unwetter im April hatte dieser angekündigt, das Wurzelwerk der Bäume auf mögliche Auswirkungen auf den Damm zu prüfen.

Sanierung von beschädigtem Damm in 29. Kalenderwoche

Die SZ erhielt am Mittwoch auf Anfrage folgende Antwort: Ein Wurzelteller eines umgefallenen Baumes sei noch nicht entfernt worden. Dies sollte, aus Gründen der Standsicherheit, erst später erfolgen. Der beschädigte Damm müsse nämlich in der Tat aufwändig saniert werden. Darüber habe ESi Anfang Mai informiert. „Ein Fachunternehmer musste beauftragt werden und wird dafür einen Spezialbagger – einen Schreitbagger – und spezielles Abdichtungsmaterial einsetzen“, teilt ESi nun mit. Das Ganze ist für die 29. Kalenderwoche, also Mitte Juli, vorgesehen. Vorher habe der Spezialbagger nicht zur Verfügung gestanden.

Autor:

Tim Plachner

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