Arbeitsmarkt im Corona-Jahr
Höchststand bei der Kurzarbeit

Das Coronavirus hat 2020 auch dem Arbeitsmarkt in den Kreisen Siegen/Wittgenstein und Olpe stark zugesetzt.
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  • hochgeladen von Marc Thomas

Siegen/Olpe. Das Coronavirus hat 2020 auch dem heimischen Arbeitsmarkt stark zugesetzt: „Die Zahl arbeitslos gemeldeter Menschen in den beiden Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe ist im Vergleich zum Vorjahr stark angestiegen und Corona bescherte uns Rekordwerte bei der Kurzarbeit“, fasst Daniela Tomczak, Chefin der Arbeitsagentur Siegen, die Entwicklungen zusammen. Immerhin: „Doch trotz der negativen Auswirkungen der Pandemie für Arbeitssuchende wurden keine neuen Negativrekordwerte erreicht“, betont sie, „durch das Instrument der Kurzarbeit und umfangreiche Wirtschaftshilfen konnte der Arbeitsmarkt noch stabilisiert und das Niveau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung weitestgehend gehalten werden!“ Dazu der Arbeitsmarkt und das Jahr 2020 in den wesentlichen Schlaglichtern:

Arbeitslosigkeit: Durchschnittlich 12 168 Menschen waren im Agenturbezirk Siegen im vergangenen Jahr arbeitslos. Das sind 2342 Personen oder 28,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote lag im Durchschnitt bei 5,1 Prozent, im Jahr 2019 lag sie noch bei 4,1 Prozent.
Die Arbeitslosigkeit ist vor allem in den Monaten April und Mai, also nach dem ersten sogenannten harten Lockdown, spürbar gestiegen. Tomczak: „Die Unternehmen haben nicht mehr entlassen, sondern ganz klar weniger eingestellt!“. Trotz des Anstiegs lag die durchschnittliche Arbeitslosigkeit unter dem Niveau der Finanzkrise im Jahr 2009. Zum Ende des Jahres hat sich der Arbeitsmarkt in beiden Kreisen wieder stabilisiert, die Zahl der Menschen ohne Job ist zum Jahresende sogar entgegen der saisonüblichen Entwicklung wieder leicht gesunken.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung: Die Unternehmen haben ihre Belegschaft trotz der unsicheren Zeiten größtenteils gehalten. Mit 175 896 reduzierte sich die versicherungspflichtige Beschäftigung um 1,3 Prozent zum Vorjahr und blieb relativ stabil. „Beschäftigungsverluste sind vor allem im verarbeitenden Gewerbe und der Arbeitnehmerüberlassung zu erkennen, Steigerungen gab es in den systemrelevanten Bereichen, wie z. B. im Gesundheitswesen, in der öffentlichen Verwaltung und im Handel“, erklärt Tomczak.

Kurzarbeit: Das Instrument der Kurzarbeit sicherte jede Menge Arbeitsplätze. „Wir können zum jetzigen Zeitpunkt noch keine abschließenden Aussagen treffen, wie die endgültigen Zahlen aussehen“, so Tomczak. Immerhin: Bis Jahresende wurden für beide Kreise insgesamt 5857 Anzeigen auf Kurzarbeit eingereicht, potentiell betroffen waren 108 497 Beschäftigte.Die aktuellsten Hochrechnungen zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit liegen für den Monat August vor. In diesem Monat haben insgesamt 1400 Betriebe Kurzarbeit umgesetzt. Die Anzahl der Beschäftigten, die sich in Kurzarbeit befanden, lag bei 18 534.

Offene Stellen: Mit Beginn der ersten Eindämmungsmaßnahmen brach im Frühjahr die Arbeitskräftenachfrage deutlich ein. Im Jahresschnitt waren 2992 Arbeitsstellen unbesetzt. Verglichen mit 2019 waren 1241 freie Stellen weniger im Bestand, ein Rückgang von 29,3 Prozent. „In dieser Krise zeichnete sich noch deutlicher ab, dass in unserer Region vor allem qualifiziertes Personal gebraucht wird. In zwei von drei ausgeschriebenen Stellen werden Fachkräfte gesucht“, betont Tomczak. Die Pandemie habe zudem das Thema Digitalisierung deutlich schneller vorangetrieben, vielen Beschäftigten fehlten aber noch die notwendigen Qualifikationen.

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SZ Redaktion aus Siegen

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