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Studenten aus Siegen verfolgen US-Wahlnacht
Hoffen auf den Sieg von Joe Biden

Räumlich getrennt aber dennoch gemeinsam verfolgen viele Studierende des Seminars „US Election 2020“ die Präsidentschaftswahlen in den USA. Mehrheitlich hofften die Teilnehmer auf eine Ablösung von Donald Trump.
  • Räumlich getrennt aber dennoch gemeinsam verfolgen viele Studierende des Seminars „US Election 2020“ die Präsidentschaftswahlen in den USA. Mehrheitlich hofften die Teilnehmer auf eine Ablösung von Donald Trump.
  • Foto: juka (Screenshot)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

juka Siegen.  Es ist 7:05 Uhr am frühen Mittwochmorgen. 21 tapfere Teilnehmer des Seminars „US Election 2020“ von der Universität Siegen unter der Leitung von Dr. Marcel Hartwig sind in der Online-Besprechung noch übrig geblieben. Die meisten Felder sind bereits schwarz, nur noch wenige Kameras an den heimischen PC´s angeschaltet. Knapp neun Stunden sind seit dem Beginn der gelungenen Veranstaltung vergangen. Es war eine lange Nacht mit Blick über den großen Teich und vielen Informationen rund um die Wahl - allerdings ohne feststehendes Ergebnis.

juka Siegen.  Es ist 7:05 Uhr am frühen Mittwochmorgen. 21 tapfere Teilnehmer des Seminars „US Election 2020“ von der Universität Siegen unter der Leitung von Dr. Marcel Hartwig sind in der Online-Besprechung noch übrig geblieben. Die meisten Felder sind bereits schwarz, nur noch wenige Kameras an den heimischen PC´s angeschaltet. Knapp neun Stunden sind seit dem Beginn der gelungenen Veranstaltung vergangen. Es war eine lange Nacht mit Blick über den großen Teich und vielen Informationen rund um die Wahl - allerdings ohne feststehendes Ergebnis.

Verfolgen der US-Wahl nur digital möglich

Anders als vier Jahre zuvor, als sich Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen gegen Hillary Clinton durchgesetzt hatte, ist ein gemeinschaftliches Verfolgen des Duells um das Weiße Haus diesmal nur digital möglich. Daher lauschen die Teilnehmer ab 22 Uhr am späten Dienstagabend virtuell den Vorträgen ihrer Kommilitonen und den Einschätzungen von zugeschalteten Experten aus Übersee. Alles im Zeichen des Aufeinandertreffen zwischen Präsident Donald Trump und Herausforderer Joe Biden.

Donald Trump erklärt sich zum Wahlsieger

Dass die Wahlnacht einen solchen Verlauf nehmen sollte, ahnten die Studierenden um kurz nach Mitternacht noch nicht. Fast einig waren sich die meisten Beteiligten jedoch, was den Ausgang der Wahl betraf. Der Großteil des Kurses tippt auf Biden als Wahlsieger. Ein Tipp, bei dem auch oft ein Stück Hoffnung mitschwingt, wie einige Studierende bestätigten. Lediglich zwei Teilnehmer des Seminars sahen Trump vorne.

Fokus liegt rasch auf Florida - und den Sunshine State holt Donald Trump

Als um kurz nach 1 Uhr Donald Trump den Bundesstaat Indiana mit seinen elf Wahlmännern erwartungsgemäß bereits quasi für sich entschieden hat, liegt der Fokus im gut gefüllten Online-Meeting noch auf den Referaten der einzelnen Kleingruppen zu verschiedenen Wahlspezifischen Themen. Wirkliche Spannung kommt erstmals auf, als sich im wichtigen Swing State Florida ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen anbahnt. Fast minütlich geht es hier hin und her, auch nach 85 Prozent der ausgezählten Stimmen ist noch keine Entscheidung in Sicht. Dass sich der Präsident derweil Oklahoma, South Carolina, Kentucky und West Virginia holt, sorgt für keine Unruhe. Denn währenddessen sichert sich Biden unter anderem Vermont, Delaware, Massachusetts, Maryland und Columbia. Der Fokus liegt jedoch auf Florida. Denn auch die von Organisator Marcel Hartwig zugeschalteten Experten sind sich einig, dass Trump für einen möglichen erneuten Wahlsieg diesen Staat unbedingt benötigt.
Dass Biden im umkämpften Pennsylvania vorne liegt, löst in der demokratisch-geprägten Sitzung Erleichterung aus. „Das ist eine gute Nachricht“, misst auch Hartwig dem Staat eine hohe Bedeutung bei. Auch die Führung des Demokraten in Ohio stimmt die Interessierten positiv. Denn kein Republikaner zog bisher ins weiße Haus ein, ohne Ohio zu gewinnen.
Doch zusammen mit immer mehr Ergebnissen aus den Staaten kommt auch die Müdigkeit in die Online-Besprechung. Dennoch hat sich das Teilnehmerfeld auch um 03:30 Uhr nur unwesentlich ausgedünnt. „Es ist ja auch über diesen Weg schön, die Wahl zusammen zu verfolgen“, so Hartwig. In Florida hat Trump derweil die Nase leicht vorne, ruft sich auf Twitter bereits vorschnell als Sieger in diesem Staat aus. Sollte sich Trump in Florida tatsächlich durchsetzen, würde es ganz besonders auf Swing States wie Pennsylvania, Michigan und Arizona ankommen, sind sich die Experten sicher. „Das könnte noch eine längere Nacht werden“, lacht Hartwig mit Blick auf die vielen knappen Ergebnisse.

Donald Trump dreht den Spieß zunehmend herum

Als die neuesten Zwischenstände aus den Swing States Ohio, North Dakota, Texas und Pennsylvania eintreffen, wanderen einige Sorgenfalten auf die Stirnen der Beobachter. Jeweils hat Präsident Trump den Spieß herumgedreht und die Führung übernommen. Von den vormals blauen Regionen werden auf der interaktiven Karte innerhalb von wenigen Minuten immer mehr rot. Auch die Stimmung innerhalb der Online-Besprechung kippt etwas. Die anfänglichen Zuversicht ist Skepsis gewichen, eine zweite Amtszeit Trumps ist plötzlich realistischer denn je. „Zwei Dinge sind unendlich. Das Universum und die menschliche Dummheit“, textet eine Studentin wütend, eine Kommilitonin pflichtet ihr bei: „Ich hatte gehofft, Vertrauen in die amerikanische Bevölkerung zurückzugewinnen. Wie kann man in den Spiegel schauen und sagen, dass man Trump unterstützt“, beklagt sie.
„Ich bin etwas verwirrt, dass es so eng werden konnte“, pflichtet ein weiterer Student bei. So Eng, dass die Beobachter am gestrigen Morgen noch auf eine Entscheidung verzichten mussten. „Aber das hat uns nochmal gezeigt, dass die Dinge nicht vorhersehbar sind“, blickt Hartwig auf den Wahlabend zurück. Die Hoffnung, dass es für Biden doch noch reichen könnte, haben er und ein Großteil der Studierenden aber dennoch noch nicht aufgegeben...

Autor:

Julian Kaiser (Volontär) aus Siegen

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