Hoffenheim – FC Chelsea der 3. Liga

Morgen im Leimbach-Stadion:

Loose: »Viel stärker als die Stuttgarter Kickers« / DFB-Psychologe erstmals auf TSG-Bank

rege Siegen. Was der russische Öl-Milliardär Roman Abramowitsch für den englischen Premier-League-Club FC Chelsea ist, das ist SAP-Milliardär Dietmar Hopp für den Regionalligisten TSG Hoffenheim. Mit einigen Millionen Euro hat »Vadder Hopp« seinem Heimatverein, für den er in jungen Jahren selbst die Fußballschuhe schnürte, die rasante sportliche Aufwärtsentwicklung ermöglicht, und die soll noch lange nicht beendet sein. Diese Saison haben die Kraichgauer den Aufstieg in die 2. Bundesliga ins Visier genommen, mittelfristig soll der Weg die Sinsheimer sogar in die Bundesliga führen. Dem Mäzen sei dank!

»Klotzen statt kleckern« lautet die Devise der Badener. Das gilt freilich nicht nur für den geplanten Bau eines neuen Stadions mit einem Fassungsvermögen von 30000 Zuschauern, sondern auch für die mehrere Millionen Euro teuren Trainingszentren und das Personal. Vor Saisonbeginn verpflichtete die TSG keinen Geringeren als Ralf Rangnick als neuen Cheftrainer, und der »Fußballprofessor« unterschrieb gleich einen Fünf-Jahres-Vertrag. Als Direktor für Sport- und Jugendförderung arbeitet seit dem 15. Oktober der ehemalige Hockey-Nationaltrainer Bernhard Peters. Diese Woche vermeldete die TSG einen weiteren prominenten Neuzugang: Hans-Dieter Hermann, Psychologe der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, soll die Drittliga-Akteure morgen in Siegen erstmals mental betreuen und in Zukunft dann regelmäßig bei dem ambitionierten Team vorbeischauen. Das jedenfalls bestätigte TSG-Manager Jan Schindelmeier der »Rhein-Neckar-Zeitung«.

TSG mit Copado noch ungeschlagen

Dass die TSG der Bezeichnung »FC Chelsea der 3. Liga« durchaus gerecht wird, beweist aber auch der Blick aufs kickende Personal, denn zahlreiche Spieler verfügen über Erst- und Zweitliga-Erfahrung. Beispiele gefällig? Tomislav Maric spielte immerhin neunmal in der kroatischen Nationalmannschaft und absolvierte für den VfL Wolfsburg, Borussia Mönchengladbach und den Karlsruher SC 96 Erstliga-Spiele. Selim Teber, der »Staubsauger« vor der Abwehr, durfte im Trikot des 1. FC Kaiserslautern insgesamt 32-mal Erstliga-Luft schnuppern. Last-minute-Verpflichtung Francisco Copado stand bei 43 Erstliga-Partien auf dem Platz. Mit dem 32-jährigen Spanier, den die TSG Ende August von Eintracht Frankfurt holte, hat die TSG übrigens noch kein Spiel verloren. Das Team von Ralf Rangnick hat die letzten vier Auswärtsspiele allesamt gewonnen und ist seit neun Regionalliga-Partien unbesiegt.

Doch Bangemachen gilt nicht: Am Mittwoch kamen die Hoffenheimer im Baden-Pokal im eigenen Stadion erst nach Verlängerung zu einem 2:1-Triumph über den Liga-Rivalen Karlsruher SC 2. Vielleicht stecken den TSG-Spielern die 120 Minuten ja noch etwas in den Knochen, wenn sie morgen um 15 Uhr im Leimbach-Stadion zum Kräftemessen mit den Sportfr. Siegen einlaufen. Aber selbst dann wird’s schwer genug für die »Sportfreunde«.

»Blessin wird morgen brennen«

»Hoffenheim schätze ich noch viel stärker ein als die Stuttgarter Kickers. Das ist der Top-Gegner der Liga. Die haben viele teure Spieler. Es müssen bei uns fast alle Spieler in Top-Form sein, um die TSG zu schlagen. Aber wir wollen gegen diese Ausnahmemannschaft einen bedingungslosen Fight abliefern«, verspricht Siegens Coach Ralf Loose, dass die Siegerländer morgen bis in die Haarspitzen motiviert sein werden. Ohne zusätzliche Motivationsspritze dürfte Alexander Blessin auskommen: »Der ist bei uns ein tragender Spieler. In Hoffenheim hat er keine Rolle mehr gespielt. Das sieht man die Kräfteverhältnisse. Blessin wird morgen brennen«, ist sich Loose sicher.

An der personellen Situation hat sich bei den Siegenern gegenüber der Vorwoche nichts geändert: Robert Vujevic und Til Bettenstaedt haben am Mittwoch bzw. gestern zwar wieder mit dem Lauftraining begonnen, sie fallen morgen aber ebenso aus wie Marco Laaser. Durchaus möglich, dass der Coach trotz des »permanenten Konkurrenzkampfs« mit der gleichen Elf beginnt wie beim 3:3 in Kassel. Während der Trainer die endgültige Aufstellung für das morgige Top-Spiel noch vom Eindruck des heutigen Abschlusstrainings abhängig macht, schließt Loose einen Systemwechsel aus: »Wir haben uns mit dem System, das wir derzeit spielen, gut entwickelt Das hat der Mannschaft Sicherheit gegeben. Dass wir in Wehen und gegen 1860 verloren und in Kassel nur 3:3 gespielt haben, lag an individuellen Fehlern. Wir dürfen uns durch Niederlage nicht vom Weg abbringen lassen. Es macht keinen Sinn, am System etwas zu ändern.« Das werden sich auch Ralf Rangnick und Dietmar Hopp sagen, denn die Erfolgsstory des einstigen »Dorfvereins«, der 1991 noch in der A-Kreisklasse Sinsheim um Punkte kämpfte, dürfte in der Saison 2006/07 um ein Kapitel erweitert werden.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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