Hoher Auftragseingang durch Produkt-Innovationen

Electrolux Deutschland GmbH schafft 50 neue Arbeitsplätze im Siegerland / Ratschläge für die Region

Siegen. In einer Zeit, in der sich die Hiobsbotschaften am Arbeitsmarkt überschlagen, schafft Electrolux im Siegerland zusätzliche Arbeitsplätze. Wie Adolf Kretzer, einer der Geschäftsführer der Electrolux Deutschland GmbH, auf Anfrage der SZ bestätigte, wurden bereits im Januar Neueinstellungen getätigt; weitere folgen noch in diesem Monat. Insgesamt entstehen in den ersten beiden Monaten diesen Jahres rund 50 neue Stellen. Hauptgrund sei der sehr gute Auftragseingang bei der im Siegener Weißtal ansässigen Electrolux Siegen GmbH, wo etwa 40 neue Arbeitsplätze geschaffen würden. Weitere zehn Stellen entstünden im ebenfalls derzeit gut ausgelasteten Werk Rudersdorf, wo viele neue Produkte der Umformtechnik gefertigt werden, »die wir vor zwei Jahren noch gar nicht im Programm hatten«.

Früchte der Produktinnovationen

Nach Ansicht von Kretzer erntet Electrolux die Früchte der Anstrengungen der vergangenen Jahre. »Der augenblickliche Erfolg basiert zum großen Teil auf der 1996 auf den Markt gebrachten neuen Hotel-Minibar-Generation, die 40 Prozent weniger Energie verbraucht als die Vorgängerpalette. Solche Produkt-Innovationen sind unabdingbar für den unternehmerischen Erfolg. Als Weltmarktführer bei Absorptionskühlschränken für Minibars und den Caravanmarkt bieten wir schließlich den Konkurrenten, zu denen wir auch ein Electrolux-Werk Ungarn rechnen müssen, unheimlich große Angriffsflächen. Diese Position müssen wir ständig verteidigen, was uns nur durch eine enorme Flexibilität am Markt und ein hohes Innovationstempo im Entwicklungsbereich gelingt. Jedes Jahr bringt unsere Siegener Entwicklungsabteilung neue Produkte zur Marktreife und zwar in enger Abstimmung mit dem Vertrieb.«

Neue Arbeitszeitregelung von Vorteil

Besonders hilfreich erweist sich für die Siegerländer Electrolux-Betriebe die noch relativ neue Arbeitszeitregelung. »Geschäftsleitung und Betriebsrat haben Anfang 1996 ein höchst flexibles Arbeitszeitmodell vereinbart. Wir können damit im Jahresverlauf nicht nur gut auf Auftragsschwankungen reagieren. Ziel war es auch, dadurch künftig teure Überstunden möglichst zu vermeiden.« Dennoch spricht sich Adolf Kretzer energisch gegen das neuerdings wieder diskutierte Verbot von Überstunden aus. Es gebe Situationen in allen Betrieben, wo Überstunden im begrenzten Umfang unvermeidbar seien. Die Tarifverträge räumten jedoch inzwischen gute Möglichkeiten der flexiblen Arbeitszeitgestaltung auf Betriebsebene ein, so daß Geschäftsleitung und Betriebsrat mit etwas gutem Willen weitgehend auf Überstunden verzichten könnten. Die im vergangenen Jahr von der Politik ermöglichte Verlängerung von befristeten Arbeitsverträgen und die sicherlich noch nicht ganz befriedigende Lockerung des bislang viel zu starren Kündigungsschutzes wären ebenfalls Schritte in die richtige Richtung. »All dies hat uns Mut gemacht, uns für Neueinstellungen zu entscheiden, auch wenn diese vorerst bis zum Jahresende befristet sind.« Dem um sich greifenden allgemeinen Pessimismus schließt sich der Electrolux-Manager nicht an. »Nur herumsitzen und die hohe Arbeitslosigkeit beklagen – das schafft noch mehr Verunsicherung beim Bürger und schadet dem Konsum-Klima.«Die Reformen müßten in Deutschland energischer vorangetrieben und die Unternehmen von ihren hohen Kosten entlastet werden. Nur so würden wieder neue wettbewerbsfähige Arbeitsplätze im größeren Umfang entstehen.

Mehr um Arbeitsplätze kämpfen

Im Siegerland müßten alle wirtschaftlichen Entscheidungsträger, von der Politik über die Verbände und Gewerkschaften bis hin zu den Unternehmern, noch viel mehr um die Arbeitsplätze kämpfen, betont Kretzer. Dies gelte auch für die regionalen Rahmenbedingungen, etwa die Verbesserung der Infrastruktur und die Vermeidung kommunaler Steuer- und Abgabenerhöhungen. Wenn diese Unterstützung erfolge, appelliert Kretzer, sollten die heimischen Unternehmer alles daransetzen, um den Arbeitsplatzabbau und -export »so weit wie eben verantwortbar möglichst zu vermeiden. Jeder, das geht bis hin zum Arbeitnehmer, muß an seinem Platz etwas bewegen. Wir müssen alles daransetzen, daß es auch in Zukunft viele Unternehmen in der Region gibt, die nicht nur handeln und verkaufen, sondern auch produzieren. Von den Dienstleistungen alleine kann das Siegerland nicht existieren.« jowi

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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