Hollywood Vampires in Herborn

 Hollywood-Schauspieler Johnny Depp (l.) und Altrocker Alice Cooper gaben als Hollywood Vampires am Sonntagabend auf dem Hessentag in Herborn ihr einziges Deutschlandkonzert. Foto: René Traut
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ba - Tote Gänseblümchen und Vampire mit Hollywood-Glanz? Was war am Sonntagabend los in Herborn? Eine ganze Menge, denn zum Abschluss des Hessentages 2016 wurde Rockfans ein ganz besonderes Highlight geboten. Ein Highlight, das sich rund 7500 Fans, die an diesem Abend in die Hessentags-Arena geströmt waren, auf keinen Fall entgehen lassen wollten. Hatte sich doch mit den Hollywood Vampires eine Attraktion mit Seltenheitswert und illustrer Besetzung angekündigt. Altrocker Alice Cooper, Hollywood-Pirat Johnny Depp und Aerosmith-Gitarrist Joe Perry – musikalisch begleitet von Matt Sorum (Drums), Bruce Witkin (Keyboard, Gitarre), Tommy Henriksen (Gitarre) und Roberto DeLeo (Bass) – hatten sich vorgenommen, bei ihrem einzigen Konzert in Deutschland mit Cover-Versionen bekannter Rocksongs, aber auch eigenen Kompositionen, die Arena zum Kochen zu bringen.

Vorgeglüht hatten bereits Andreas Beiderwieden und Jorgos Lazaridis, begleitet von Cellistin Kate Shine und Gitarrist Lasse Stamer mit dem Projekt Herzog & Aurich, bei dem Rock ’n’ Roll auf Electro trifft, sowie der zweite musikalische Gast des Abends, The Dead Daisies (Die toten Gänseblümchen), die anschließend genau das boten, was das Publikum erwartete: handfesten Rock, der richtig Spaß machte. Kaum verwunderlich, denn sämtliche Bandmitglieder dürften ihren Fans bereits aus anderen Rockgruppen bekannt sein. So sang John Corabi bereits bei Mötley Crüe und RATT, Gitarrist Doug Aldrich spielte bei Whitesnake und Dio, Bassist Marco Mendoza bei Thin Lizzy und Whitesnake, Schlagzeuger Brian Tichy bei Ozzy Osbourne und Billy Idol und Band-Mitbegründer David Lowy bei Red Phoenix und Mink. Eine spannende Kombination, die genau das erfüllte, was John Corabi anfangs ankündigte: „We need to make some noise!“

Noch lauter wurde es dann, als endlich gegen halb zehn die heiß ersehnten Stars des Abends die Bühne betraten und mit der Eigenkomposition „Raise The Dead“ jeden Fan wieder zum Leben erweckten. Alice Cooper im schwarzen Outfit mit – wie sollte es anders sein – schwarz umrandeten Augen präsentierte sich optisch und stimmlich in Bestform. Johnny Depp, der sich im Publikum mehrfach als Double wiederfinden konnte, zeigte an der Gitarre, dass neben schauspielerischen Qualitäten ein echter Vollblutmusiker in ihm steckt, und Joe Perry, der in jeder Position die Saiten bearbeiten kann, steht nicht ohne Grund auf der Rolling-Stone-Liste der hundert besten Gitarristen. Ein Trio, das es in sich hat und das an diesem Konzertabend auch zeigte. So folgte ein musikalischer Höhepunkt auf den nächsten: „Pinball Wizard“ und „My Generation“ von The Who, wobei stilgerecht eine Gitarre von Joe Perry zertrümmert wurde, John Lennons „Cold Turkey“, Led Zeppelins „Whole Lotta Love“ oder auch David Bowies „Rebel Rebel“ – eine Best-of-the-best-Liste, die es in sich hatte.

Als letzter überlebender Vampir, wie Alice Cooper sich selbst bezeichnete, widmete er seinen verstorbenen Freunden, mit denen er damals in dem von ihm gegründeten Club „The Hollywood Vampires“ – auf dem auch der Name der Band basiert - exzessiv getrunken hatte, den Song „My Dead Drunk Friends“ und ließ mit „Ace Of Spades“ noch einen Tributesong für den kürzlich verstorbenen Lemmy Kilmister von Motörhead folgen. Das Publikum in Herborn war begeistert und ließ sich auch von ein paar Regentropfen nicht die gute Stimmung verderben. Nachdem mit Alice Coopers Klassiker „School‘s Out“ in Kombination mit „The Wall“ nach mehr als vier Stunden Programm die letzten Rockklänge des Top-Acts an diesem Abend in der Hessentags-Arena verklungen waren, kann man nur hoffen, dass diese Konzert-Tour kein einmaliges Ereignis bleiben wird, sondern die Hollywood Vampires erneut in Deutschland zu sehen sein werden.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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