Holzwurm im Oberen Schloss

 Ein Blick auf die Fachwerk-Konstruktion im Grafentrakt des Oberen Schlosses. Fotos: Siegerlandmuseum   Ein befallener Balken am seitlichen Eingang des Grafentrakts.
  • Ein Blick auf die Fachwerk-Konstruktion im Grafentrakt des Oberen Schlosses. Fotos: Siegerlandmuseum Ein befallener Balken am seitlichen Eingang des Grafentrakts.
  • hochgeladen von Archiv-Artikel Siegener Zeitung

sz - Der Grafentrakt im Oberen Schloss ist befallen: von Holzschädlingen. Um das denkmalgeschützte Gebäude vor weiteren substanzgefährdenden Schäden zu bewahren, wird den Schädlingen nun der Garaus gemacht. Vom 11. bis 18. Juli nimmt die Firma Römer BioTec aus Wilhelmshaven eine Sanierung gegen Holzschädlinge vor. Für einige Tage steht ein Teil des Gebäudes deshalb unter Sulfuryldisflourid, einem toxischem Gas. Die Abklebearbeiten und weitere Vorbereitungsmaßnahmen haben bereits begonnen.

Bei den laufenden Sanierungsarbeiten am Grafentrakt stellten Sachverständige fest, dass das Gebäude durch tierische Schädlinge befallen ist. Diese gelten als holzzerstörende Insekten, das heißt, die Larven der Schädlinge ernähren sich von Holz und zerstören damit unweigerlich die Substanz von Holzkonstruktionen. Im Oberen Schloss haben die Schädlinge bereits immense Schäden angerichtet, wie sich an einigen der tragenden Konstruktionen zeigte. Um die vielen, zum Teil schwer zugänglichen Holzbalken und damit letztlich auch die Museums-Exponate zu schützen, entschied man sich daher nun für eine Bekämpfung durch eine „Begasung“, so der Fachbegriff für diese bautechnische Maßnahme.

Im ersten Schritt wird der Grafentrakt abgeklebt. Da Mauerwerk gasdurchlässig ist, wird das gesamte Fachwerkgebäude in diesen Tagen von außen mit Folien bedeckt, die luftdicht miteinander verklebt werden. Nachdem der betroffene Teil des Schlosses eingepackt und die Gasdichtigkeit festgestellt worden ist, wird das toxische Gas Sulfuryldifluorid über fachmännisch verlegte Schläuche in den Innenraum des Grafentrakts eingeleitet. Die Einwirkzeit beträgt voraussichtlich 72 Stunden.

In dieser Zeit wird durch ständige Messungen die Konzentration im Inneren überwacht. Gleichzeitig finden Kontrollmessungen in der unmittelbaren Umgebung des Schlosses statt. In der kompletten Zeit sei die Sicherheit von Mensch und Umwelt dank durchlaufender Messungen der Konzentration sichergestellt, heißt es. Nach Beendigung der Maßnahme und entsprechenden Prüfungen durch die Spezialfirma und den TÜV soll das Obere Schloss für Mitarbeiter und Besucher nach einer Woche wieder offenstehen. 

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.