Umfrage der IHK Siegen
Homeoffice spaltet die heimische Wirtschaft

Die Corona-Pandemie war für viele heimische Unternehmen Anlass, stärker aufs Homeoffice zu setzen.
  • Die Corona-Pandemie war für viele heimische Unternehmen Anlass, stärker aufs Homeoffice zu setzen.
  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

sz Siegen/Bad Berleburg/Olpe. Immerhin: Die Zahl heimischer Unternehmen, die das Homeoffice als Instrument ihrer betrieblichen Personalpolitik einsetzen, ist im Zuge der Covid-19-Pandemie von 34 auf 57 Prozent gestiegen. Allerdings: Zugleich geben jedoch nach wie vor 43 Prozent der Unternehmen in den beiden Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe an, dass das Konzept „Homeoffice“ für sie nicht infrage kommt. „Zweifellos hat das Instrument in den Unternehmen an Relevanz gewonnen, ein Allheilmittel ist es jedoch nicht“, so fasst IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener die Ergebnisse einer weiteren IHK-Blitzumfrage zum Arbeitsplatz in den eigenen vier Wänden zusammen.

Verlängerung für Homeoffice?

Homeoffice-Arbeit wird in der Region eher maßvoll eingesetzt

In den vergangenen Tagen haben sich 408 Unternehmen an der Umfrage der Kammer beteiligt. Die Firmen setzen danach das Instrument sowohl bezogen auf die Gesamtzahl der Mitarbeiter als auch auf die mit Homeoffice verbundenen Stundenkontingente „tendenziell eher maßvoll ein“, so Gräbener.

Die Unternehmen, die das Instrument nutzen, berichten weit überwiegend von sehr positiven Erfahrungen. Hier ist sicherlich etwas in Bewegung gekommen, „frei nach dem Motto: Kontrolle ist gut, Vertrauen noch besser“, betont IHK-Referatsleiter Stephan Häger, der allerdings zugleich darauf hinweist, dass man eines nicht vergessen dürfe: „In vielen Unternehmensbereichen geht es einfach von der Aufgabe her nicht und vielfach wollen oder können die Mitarbeiter Homeoffice auch nicht nutzen.“

Klaus Gräbener ergänzt: „Je stärker die Unternehmen Homeoffice einsetzen, desto mehr laufen sie Gefahr, innerbetrieblich eine Zwei-Klassen-Gesellschaft zu entwickeln. Bei den einen geht es, bei den anderen nicht. Hier steht die betriebliche Personalarbeit vor der Herausforderung, einerseits aus der Ungleichbehandlung möglicherweise entstehende Konfliktherde im Keim zu ersticken, zugleich aber mit immer stärker individualisierten Arbeitszeitmodellen operieren zu müssen. Beides zu lösen, ist nicht von Pappe.“

Hier einige Ergebnisse der Umfrage im Detail:

  • 23 Prozent der Firmen gaben an, auf Grund der Pandemie Homeoffice erstmals eingeführt zu haben.
  • Weitere 23 Prozent verstärkten in den vergangenen Monaten ihre ohnehin bereits praktizierten Homeoffice-Aktivitäten.
  • Wenn Unternehmen Homeoffice einsetzen, dann im Schwerpunkt in der Verwaltung (76 Prozent), im Vertrieb (57 Prozent), im Marketing (35 Prozent) sowie in der IT (37 Prozent).
  • Erstaunlich aus Sicht der IHK: 28 Prozent aller Unternehmen nutzen das Instrument auch in der Geschäftsführung.
  • Wenig überraschend ist hingegen, dass Homeoffice in der Produktion, bei personalen Dienstleistungen oder im Direktverkauf etwa im Handel keine Rolle spielt.
  • Bei 34 Prozent aller befragten Unternehmen arbeiten bis zu einem Viertel der Belegschaft im Homeoffice. 8 Prozent nutzen das Instrument für mehr als die Hälfte der gesamten Belegschaft.
  • Die Minimierung des Ansteckungsrisikos mit dem Coronavirus (77 Prozent), die Vermeidung von Pendelzeiten (52 Prozent) sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf (ebenfalls 52 Prozent) sind aus Sicht der Betriebe die größten Vorteile bei einer intensiven Homeoffice-Nutzung.
  • Die Firmen sehen jedoch auch klar die Nachteile, die sie im Wesentlichen in einem erhöhten Abstimmungsbedarf (50 Prozent), in einem erschwerten Informationsfluss (42 Prozent), in Gefahren bei der Datensicherheit (35 Prozent) sowie eben in der Ungleichbehandlung der Mitarbeiter (34 Prozent) verorten.
Wie geht es weiter? Von allen befragten Unternehmen wollen 23 Prozent die derzeitige Anzahl sowie das Stundenvolumen der Homeoffice-Arbeitsplätze auch künftig mindestens beibehalten, 20 Prozent gaben an, die Anzahl und das Stundenvolumen der entsprechenden Arbeitsplätze wieder reduzieren zu wollen. Gut 45 Prozent wollen oder können auch in Zukunft nicht auf Homeoffice setzen oder aber gehen wieder komplett zur Präsenz-Kultur zurück. IHK-Chef Klaus Gräbener: „Hier zeigt sich, wie gespalten die berufliche Tätigkeit von zu Hause aus eingeschätzt wird. Die eine Hälfte verweist auf die höhere Zeitsouveränität aufgrund sinkender Pendelzeiten und sieht eindeutig mehr Chancen als Risiken, die anderen gewichten die Nachteile stärker als die Vorteile.“
Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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