Hondachsjungen in Nauroth

 Am Bürgerhaus Nauroth stellten sich die Hondachsjungen zum Foto auf, um dann gemeinsam von Tür zu Tür zu ziehen und ein „glückseliges neues Jahr“ zu wünschen.Foto: rai  Für die guten Wünsche der Hondachsjungen gab es von den Bewohnern öfter eine kleine Spende für die Party am Abend. Foto: rai
  • Am Bürgerhaus Nauroth stellten sich die Hondachsjungen zum Foto auf, um dann gemeinsam von Tür zu Tür zu ziehen und ein „glückseliges neues Jahr“ zu wünschen.Foto: rai Für die guten Wünsche der Hondachsjungen gab es von den Bewohnern öfter eine kleine Spende für die Party am Abend. Foto: rai
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rai - „Das muss so sein, sonst würde etwas fehlen“, sagte Tina Ruhbaum schmunzelnd. Gerade hatte sie einen schwarzen Teint verpasst bekommen. Wie bei allen Naurother Bürgern hatte der Bär auch bei ihr mit einem beherzten Tatzenschlag zugelangt und mit beiden Händen Schwärze auf ihre Wangen und die Stirn gebracht. So ist es eben in Nauroth, wenn die Hondachsjungen zum Jahresbeginn durch den Ort ziehen. Unterwegs sind sie mit dem Protagonisten Bär, dessen Treiber und der Eierliss. Gemeinsam wünschen sie allen Einwohner ein „glückseliges neues Jahr“. Dieser Brauch wird seit Jahrhunderten in dem Westerwalddorf gepflegt: Mehrere Dutzend Männer ziehen bei Wind und Wetter durch das Dorf und die Naurother warten auf deren Besuch. Aus 50 Kehlen ist dann zu hören: „Prosit Neujahr in diesem Haus, wir wünschen Euch, Euch wünschen wir, ein glückseliges neues Jahr.“ Auch das Scheppern der Deckel, die an der Kette des Bären über das Pflaster schleiften, sorgen immer für ordentlich Radau.

Als Treiber marschierte in diesem Jahr Nico Schmitz mit, und unter dem Bärenpelz steckte Lukas Kessler. Schon dreimal sind sie in der Gruppe mitgelaufen, aber dieses Mal mache es noch mehr Spaß, sagte Lukas Kessler mit einem verschmitzten Lächeln. Die Hondachsjungen standen in langer Reihe vor einem Haus an, um den Bewohnern mit Handschlag alles Gute für 2015 zu wünschen. Die Leute – und auch das ist eine Tradition – zeigten sich dafür erkenntlich. Nach altem Brauch gaben viele Naturalien wie Eier oder Fleischwurst, die in den Korb der Eierliss wanderten, die erstmals von Felix Schütz verkörpert wurde. Oder sie warfen etwas in die Sammelbüchse für die Hondachs-Party am Abend. Diese Büchse hatte viele Jahre Marcel Arndt getragen. Der 37-Jährige, der schon Bär war, berichtete am Samstag bei seiner 23. Teilnahme, früher habe sich das ganze Ritual in der Küche abgespielt – die ganze Truppe war in das Haus marschiert.

Heiter ging es in diesem Jahr auch am Abend im Bürgerhaus weiter, als die Hondachjungen, die Naurother Einwohner und auswärtige Gäste gemeinsam feierten. Der Musikverein Rot-Weiß Nauroth kümmerte sich um die Bewirtung – es gab traditionell Erbsensuppe, hartgekochte Eier sowie Frikadellen und Schnitzel. Der Musikverein Harmonie Elkenroth musizierte, bevor später die Band „Soul Fire“ für rockige Unterhaltung sorgte.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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