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Areal an der Koblenzer Straße
Hotel Klein zu klein für die Feuerwehr

Wie aus einer lange vergangenen Zeit wirkt das frühere Hotel Klein in Siegen. Als Feuerwehrstandort ist es zu klein geraten, seit dem Rat am Mittwoch steht die Frage im Raum: Existieren in dem Haus noch immer die Signaturen von Joseph Beuys an den Wänden? Der berühmte Düsseldorfer Künstler gehörte offenbar zeitweise zu den Hausbesetzern im September 1980.
  • Wie aus einer lange vergangenen Zeit wirkt das frühere Hotel Klein in Siegen. Als Feuerwehrstandort ist es zu klein geraten, seit dem Rat am Mittwoch steht die Frage im Raum: Existieren in dem Haus noch immer die Signaturen von Joseph Beuys an den Wänden? Der berühmte Düsseldorfer Künstler gehörte offenbar zeitweise zu den Hausbesetzern im September 1980.
  • Foto: Michael Roth
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

mir Siegen. Nein, leider zu klein geraten. Das ehemalige Hotel Klein an der Koblenzer Straße kommt als Standort für ein modernes Feuerwehrgerätehaus nicht infrage. Der vorhandene Platz reicht nicht aus für eine Fahrzeughalle und einen Übungshof. Das hat Stadtbaurat Henrik Schumann dem Rat mitgeteilt.
Das Thema angestoßen hatte die UWG. Nicht ohne Grund. Bereits seit 2017 hat die Stadtverwaltung von der Politik den Auftrag erhalten, für den Löschzug Hammerhütte Ersatz zu suchen für den sanierungsbedürftigen Feuerwehr-Standort am Effertsufer. Parallel könnte die Feuerwehr im Stadtteil Hain eine neues Domizil oder aber eine grundlegende Erneuerung des vorhandenen Feuerwehrhauses gebrauchen.

mir Siegen. Nein, leider zu klein geraten. Das ehemalige Hotel Klein an der Koblenzer Straße kommt als Standort für ein modernes Feuerwehrgerätehaus nicht infrage. Der vorhandene Platz reicht nicht aus für eine Fahrzeughalle und einen Übungshof. Das hat Stadtbaurat Henrik Schumann dem Rat mitgeteilt.
Das Thema angestoßen hatte die UWG. Nicht ohne Grund. Bereits seit 2017 hat die Stadtverwaltung von der Politik den Auftrag erhalten, für den Löschzug Hammerhütte Ersatz zu suchen für den sanierungsbedürftigen Feuerwehr-Standort am Effertsufer. Parallel könnte die Feuerwehr im Stadtteil Hain eine neues Domizil oder aber eine grundlegende Erneuerung des vorhandenen Feuerwehrhauses gebrauchen.

Auch der Standort der Musikschule scheidet aus

Eigentlich eine passende Basis, eine Fusion zu probieren. Mit einem neuen Feuerwehrgerätehaus mitten zwischen Hain und Hammerhütte. „Das wäre theoretisch am Löhrtorbad der Fall“, meint Kämmerer Wolfgang Cavelius und schmunzelt: „Die Universität wird dort einen Campus bauen, das steht fest.“
„Wir sind immer auf der Suche, haben alles abgegrast nach Möglichkeiten und nichts gefunden“, gibt Cavelius Einblick. Auch den Standort der jetzigen Musikschule an der Frankfurter Straße habe man mit in die Überlegungen eingebunden. Leider sei auch dieses Areal zu klein.
Wäre eine Fusion beider Löschzüge wünschenswert und auch machbar? Cavelius möchte die Frage nicht verneinen, sein Ja klingt aber auch nicht recht überzeugend. Die zentrale Frage sei die nach dem passenden Grundstück für einen größeren Feuerwehrstandort. Oder andersherum: „Wenn wir der Feuerwehr einen zentral gelegenen Neubaustandort präsentieren könnten, wäre eine Zusammenarbeit oder Zusammenlegung sicherlich darstellbar.“
Nach aktuellem Stand der Dinge muss die Stadt Siegen davon ausgehen, dass sie beide Feuerwehrhäuser baulich optimieren muss. Das wäre unter finanziellen Gesichtspunkten der berühmte „Biss in den sauren Apfel“.
Hoffnung verbreitet nur eine Aussage von Stadtbaurat Henrik Schumann: „Das Thema Hotel Klein hat sich für die Feuerwehr erledigt. Aber es wird ein Standortvorschlag kommen.“

Abenteuerliche Vergangenheit

Seit Jahren und Jahrzehnten bietet das mit bröckelndem Schiefer ummantelte Gebäude im modernen Siegen eine gewöhnungsbedürftige Optik. Die Erben sind nicht verkaufsbereit, heißt es immer wieder. Seit Jahren ist bekannt, dass die Stadt Siegen nebenan gelegene Immobilien erworben hat.
Das frühere Hotel Klein hat eine abenteuerliche Vergangenheit. Als 1980 die HTS geplant wurde und in dem Bereich eine Abfahrt auf die Leimbachstraße errichtet werden sollte, zogen am 12. September 1980 Hausbesetzer ein. Sie nannten sich „Initiative für eine lebenswerte Stadt“. Baustopp für die HTS war das eine Ziel, die Räume sollten an Wohnungssuchende vermietet werden.
Am 30. September 1980 war Schluss, in den Morgenstunden rückte ein Sondereinsatzkommando der Polizei aus Bochum an und überraschte 19 Besetzer im Schlaf. Alle wurden vernommen und erhielten Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs und anderer Dinge, einer blieb in Gewahrsam, weil er per Haftbefehl gesucht wurde.

Erinnerungen an den Aktionskünstler Joseph Beuys

Warum die Kurzerzählung über die Vorgänge von 1980? Michael Groß (Grüne) erinnerte sich öffentlich in der Sitzung des Rates an die Besetzung: „Ich war auch dabei.“ Seiner Aussage zufolge hat es in den Besetzertagen einen berühmten Gast im Hotel Klein gegeben: Joseph Beuys, der aus Düsseldorf stammende Aktionskünstler, Bildhauer und Zeichner. Groß: „Joseph Beuys hat im Hotel Klein Wände signiert, ich weiß es genau. Man müsste mal in dem Gebäude schauen, was davon noch übriggeblieben ist.“
Dass ein unbedacht handelnder Hausmeister wie im Fall der berühmt-berüchtigten „Fettecke“ des Herrn Beuys in der Kunstakademie Düsseldorf für saubere Ecken gesorgt hat, dürfte bei der Siegener Hausbesetzung 1980 nicht der Fall gewesen sein.

Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

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