Hotel- und Tagungszentrum geplant

 Die große Kommandozentrale im Bunker Erich lässt erahnen, welche Bedeutung der Standort Erndtebrück einst im Kalten Krieg hatte. Ralf Pasbach hat die gesamte Anlage sowie das Areal vor einigen Jahren gekauft. Foto: Timo Karl
  • Die große Kommandozentrale im Bunker Erich lässt erahnen, welche Bedeutung der Standort Erndtebrück einst im Kalten Krieg hatte. Ralf Pasbach hat die gesamte Anlage sowie das Areal vor einigen Jahren gekauft. Foto: Timo Karl
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tika - Hinter dem großen Scheunentor ist die Zeit stehen geblieben. Die große Kommandozentrale scheint nur darauf zu warten, ihren Zweck wieder zu erfüllen. Tief unten steht der alte Tresorraum offen, in dem einst Angriffspläne für den Ernstfall gelagert waren. Und die Telekommunikation ist zwar deaktiviert, die Technik allerdings weiterhin vorhanden. Das Interieur zeugt von einer Zeit, in der der Frieden an einem seidenen Faden hing – es war die Zeit des Kalten Krieges. Der Bunker Erich in Erndtebrück hat in dieser Zeit eine wichtige Rolle gespielt. Anfang des Jahrtausends hat die Bundeswehr den Bunker Erich in Erndtebrück verlassen. Seit dem Jahr 2005 wiederum befindet sich die Anlage sowie das gesamte rund 76 000 Quadratmeter große Areal im Besitz von Ralf Pasbach. Der 52-jährige Wattenscheider vermietet das Außengelände seither gelegentlich für verschiedene Aktionen. „Mir ging es vor allem darum, Zeitgeschichte zu retten. Ich wollte den Bunker für die Nachwelt erhalten – mit der Vermietung des Außengeländes trägt sich die Sache finanziell weitgehend“, erzählt der Mann aus dem „Pott“. Ideen, wie das Areal grundsätzlich nutzbar sein könnte, hatte und hat Ralf Pasbach genügend.

„Der Bedarf ist da und dies aus ganz verschiedenen Richtungen“, berichtet der Wattenscheider – nun hat er aber eine eindeutige Marschroute eingeschlagen: Auf dem gesamten Areal soll ein grenzüberschreitendes Übungsgebiet entstehen. Bereits in der Vergangenheit haben dort Übungen stattgefunden, jetzt will Ralf Pasbach die nötige Infrastruktur für das professionelle Niveau schaffen. Geplant ist, ein Hotel- und Tagungszentrum für die Gäste zu errichten. Schon jetzt ist ein großes Versorgungsgebäude vorhanden, dass allerdings sanierungsbedürftig ist. „Das Bestandsgebäude eignet sich für das Vorhaben. Natürlich muss es zunächst renoviert werden, dann jedoch wären sowohl ein Tagungszentrum als auch entsprechende Übernachtungsmöglichkeiten denkbar“, erklärt Ralf Pasbach. Sein Angebot soll sich an Rettungskräfte richten – die überdies ohnehin schon Übungen auf dem Gelände absolviert haben. Das Technische Hilfswerk, das Deutsche Rote Kreuz, die Freiwillige Feuerwehr, die Polizei und letztlich auch die Bundeswehr wären letztlich mehr als nur potenzielle Kunden. Das Außengelände wiederum will Ralf Pasbach als Areal für Übungseinsätze herrichten.

Der Bunker Erich – weiterhin als aktiver Bunker geführt – könnte dabei etwa zu Kletter- und Atemschutzübungen dienen. Seit einiger Zeit verfügt das gesamte Areal zudem über einen Anschluss an den elektrischen Strom – die Versorgung hatte Ralf Pasbach zuvor durch ein Dieselaggregat sichergestellt, ehe er in einer permanente Versorgung investiert hat. Das Gelände vor den Toren wiederum will Ralf Pasbach künftig zu einem Wanderparkplatz mit Sitzmöglichkeiten umgestalten. In diesem Zuge will er auch ein gastronomisches Angebot schaffen. Geplant sind derzeit ein oder zwei Foodtrucks. Hinter dem gesamten Projekt steht seine GmbH – diese besteht seit 51 Jahren und stand zuvor unter Federführung seines Vaters –, deren Sitz er im Vorjahr aus seiner Heimat in den Bereich der IHK Siegen verlegt hat. Zuvor hatte er einen Tankstellen- und Autowaschbetrieb in Bochum verkauft. „Das Geld investiere ich in den Bunker Erich“, erklärt er. Bevor Ralf Pasbach seine Pläne aber tatsächlich realisiert, will er zunächst noch abwarten, bis die Straßensanierung der Kreisstraße 33 in Erndtebrück beendet ist. Diese ist schließlich die direkte Zuwegung zum Bunker Erich. „Vorher macht es keinen Sinn, in diese Dinge zu investieren – durch die Straßensperrung ist das Areal schließlich schlecht erreichbar“, erklärt der Bunker-Erich-Besitzer vielsagend.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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