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Kreis schickt Federvieh in den Lockdown
Hühner hinter Schloss und Riegel

Der Freigang ist vorerst gestrichen. Erst, wenn das Land den entsprechenden Erlass wieder aufhebt, dürfen Gänse, Hühner und Co. wieder aus dem Stall.
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  • Der Freigang ist vorerst gestrichen. Erst, wenn das Land den entsprechenden Erlass wieder aufhebt, dürfen Gänse, Hühner und Co. wieder aus dem Stall.
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sp Siegen/Bad Berleburg. Jetzt ist sie näher an den Kreis Siegen-Wittgenstein gerückt, die Geflügelpest. In einer Putenhaltung im Hochsauerlandkreis kam es am 19. März zu einem Ausbruch der für Geflügel hochansteckenden Geflügelinfluenza vom Typ H5N8. Die Folge: In den Regierungsbezirken Arnsberg und Münster muss gehaltenes Geflügel vorerst in den Stall bzw. so untergebracht werden, dass es nicht mit wilden Vögeln oder deren Kot in Kontakt kommt. Damit soll eine Verbreitung des Virus verhindert werden. Mit einer Allgemeinverfügung setzte der Kreis Siegen-Wittgenstein den Erlass des zuständigen Ministeriums des Landes NRW um. Dieser Erlass kann nur vom Ministerium wieder aufgehoben werden.

sp Siegen/Bad Berleburg. Jetzt ist sie näher an den Kreis Siegen-Wittgenstein gerückt, die Geflügelpest. In einer Putenhaltung im Hochsauerlandkreis kam es am 19. März zu einem Ausbruch der für Geflügel hochansteckenden Geflügelinfluenza vom Typ H5N8. Die Folge: In den Regierungsbezirken Arnsberg und Münster muss gehaltenes Geflügel vorerst in den Stall bzw. so untergebracht werden, dass es nicht mit wilden Vögeln oder deren Kot in Kontakt kommt. Damit soll eine Verbreitung des Virus verhindert werden. Mit einer Allgemeinverfügung setzte der Kreis Siegen-Wittgenstein den Erlass des zuständigen Ministeriums des Landes NRW um. Dieser Erlass kann nur vom Ministerium wieder aufgehoben werden.

Geflügelhaltung – auch wenn es nur fünf Hühner sind – muss dem Veterinäramt und der Tierseuchenkasse NRW gemeldet werden, damit im Fall einer sich ausbreitenden Seuche gehandelt werden kann. Siegen-Wittgensteins Kreisveterinär Dr. Ludger Belke weiß, dass längst nicht alle Halter ihre Tiere anmelden. 1500 Geflügel-Haltungen mit insgesamt etwa 38 000 Tieren sind dem Kreis Siegen-Wittgenstein bekannt. „Das ist für das ganze Kreisgebiet fast nichts.“ In anderen Regionen gebe es Betriebe, die in mehreren Ställen bis zu 50 000 Tiere hielten.

Tote Tiere Veterinäramt melden

Ob ein Tier erkrankt ist, sei nicht immer einfach zu erkennen, erklärt Belke: „Wassergeflügel zeigt kaum eine Symptomatik, Hühner hingegen schon.“ Landwirte könnten das an einer schlechteren Legeleistung und weniger Nahrungsaufnahme erkennen. Privaten Haltern falle vielleicht auf, dass sich das Huhn aufplustere und die Nase laufe, „oder sie finden das tote Tier“. Das sollte übrigens nicht mit bloßen Händen angefasst und dem Veterinäramt gemeldet werden – der Kadaver wird bei Verdacht untersucht, einen Tag später kommt der Befund. Allerdings: „Nicht jeder Vogel, den man jetzt findet, muss die Geflügelpest haben, wenn eine große Glasfront in der Nähe ist, kann man davon ausgehen, dass der Vogel an einem Genickbruch gestorben ist“, sagt Belke. Wer sich bei einem toten Tier unsicher ist, kann aber Kontakt mit dem Kreis-Veterinäramt aufnehmen.

Tauben sind bislang von der Aufstallung ausgenommen, erst wenn die Seuche noch näher kommt, dürften auch sie nicht mehr frei fliegen.
  • Tauben sind bislang von der Aufstallung ausgenommen, erst wenn die Seuche noch näher kommt, dürften auch sie nicht mehr frei fliegen.
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Das Amt kontrolliert stichprobenartig, ob die Stallpflicht eingehalten wird. Wenn das nicht der Fall ist, folgt eine Aufforderung dies zu tun, wird dieser wiederum nicht nachgekommen, kann ein Bußgeld von bis zu 30 000 Euro fällig werden. Und sollte durch einen nicht gemeldeten Fall Schaden bei anderen entstehen, kann der Halter dafür haftbar gemacht werden.

Tauben bei Aufstallung ausgenommen

Belke rät jedem Halter, sich an die Aufstallung zu halten: „Es könnte jederzeit zu einem Viruseintrag kommen.“ Tauben seien bislang übrigens von der Aufstallung ausgenommen, erst wenn die Seuche noch näher komme, dürften auch sie nicht mehr frei fliegen. Mirko Sonneborn aus Wingeshausen gehört zu den wenigen Landwirten im Kreis Siegen-Wittgenstein, die eine größere Anzahl Hühner halten. Jetzt sind seine rund 1000 Tiere, die sich sonst frei an der frischen Luft bewegen dürfen, im Stall. „Die bekommen jetzt Äpfel, Möhren, Kartoffeln und Strohballen, damit die sich beschäftigen können und sich nicht an die Federn gehen.“ Können die Hühner ihrem „Pick-Trieb“ nicht nachgehen, kann es sein, dass sie sich gegenseitig verletzen.

Sonneborn hält aber fest: „Es ist kein Mehraufwand für uns.“ Obwohl die Hühner jetzt im Stall leben müssen, darf der Landwirt die Hühner weiterhin als Freiland-Eier verkaufen, allerdings nur 16 Wochen lang. Was danach passiert, müsse mit dem Veterinäramt abgeklärt werden.

Der Freigang ist vorerst gestrichen. Erst, wenn das Land den entsprechenden Erlass wieder aufhebt, dürfen Gänse, Hühner und Co. wieder aus dem Stall.
Tauben sind bislang von der Aufstallung ausgenommen, erst wenn die Seuche noch näher kommt, dürften auch sie nicht mehr frei fliegen.
Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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