Hühnerdieben auf der Spur

 Die Wildkamera hat drei Männer fotografiert, die am 8. Mai 13 Hühner aus einem Stall in Müsen stahlen. Die Polizei ermittelt in dem Fall. Foto: privat
  • Die Wildkamera hat drei Männer fotografiert, die am 8. Mai 13 Hühner aus einem Stall in Müsen stahlen. Die Polizei ermittelt in dem Fall. Foto: privat
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kalle - Es war der 8. Mai, 19.40 Uhr, als die Wildkamera auf dem kleinen Hof an der Littfelder Straße am Ortsausgang von Müsen ansprang. Sie „schießt“ Bilder, dann filmt sie. Zu sehen ist ein Mann, mit üppig tätowiertem Oberarm, der sich auf das Gelände schleicht. Wenige Minuten später sieht man ihn dann auf dem Rückweg zur Verbindungsstraße des alten Bergmannsdorfs nach Littfeld.

Als sich am selben Abend die Dunkelheit über Müsen legt, springt die Kamera erneut an. Diesmal hält sie drei Männer fest. Einer hat einen schweren Holzprügel in der Hand. Sie sind auf dem Weg zum womöglich vorher ausgekundschafteten Hühnerstall. Einem der Hühnerdiebe scheint die Aktion auf die Blase geschlagen zu sein. Er erleichtert sich, während seine Kumpels bereits nah dran sind an den Hühnern der Rasse „Italiener“. Die Kamera ist zwischendurch in den Standby-Modus gefallen. Dann springt sie wieder an. Man sieht noch einen Mann, der mit einem Sack das Privatgelände verlässt. Es lässt sich nur vermuten, dass einer der Hühnerräuber darin seine Beute weg trägt. 13 „Italiener“ haben den „Besitzer“ gewechselt. Der Stall wurde weitgehend leergeräumt.

Nun kommt der Eigentümer der Stallungen und Hobbyzüchter – ein 48-jähriger Müsener – ins Spiel. Bereits im vergangenen Oktober waren ihm sechs edle Bronzeputen, im Schnitt zehn bis zwölf Kilogramm schwer, von dem Gelände gestohlen worden. Er folgte dem Rat der Polizei und installierte eine Wildkamera auf dem Areal. Zu Hause auf seinem Computer ließ er die Bilder ablaufen – und siehe da: Die Hühnerdiebe waren voll im Bild. Er zeigte den Fund unter anderen auch seiner Schwägerin.

Dann passierte wenige Tage folgendes: Das Handy des 48-Jährigen klingelte. Am anderen Ende seine Schwägerin, aufgeregt und aufgelöst. Sie schwor Stein und Bein, den Hühnerdieb mit dem auffälligen Tattoo am Oberarm in einem großen Supermarkt in Kredenbach gesehen zu haben. Er sei auch noch da, teilte sie ihrem Schwager mit. Der setzte sich schnell in sein Auto und traf in dem Einkaufsmarkt tatsächlich den vermeintlichen Hühnerdieb in der Gemüseabteilung an.

Die Polizei hatte die Schwägerin ebenfalls informiert. Doch so schnell der Hobbyzüchter waren die Beamten nicht. Der Geschädigte verwickelte den Mann in ein Gespräch. Nicht einfach, weil der Tatverdächtige offenbar kein Deutsch verstand. Dann endlich rückte die Polizei der Kreuztaler Wache an, die Beamten stiegen aus ihrem Dienstwagen aus und wollten die Personalien aufnehmen. Das schmeckte dem Hühnerdieb nicht besonders. Er setzte sich auf sein Fahrrad und machte sich aus dem Staub.

Erst eine weitere polizeiliche Fahndung war nötig, bis man den 34 Jahre alten Osteuropäer erkennungsdienstlich behandeln konnte. Aufgrund des Fotobeweises ist sich die Polizei auch sicher, einen der drei Hühnerdiebe erwischt zu haben. Die beiden anderen Männer sind noch nicht bekannt.

Laut Pressestelle der Kreispolizeibehörde laufen die weiteren Ermittlungen noch. Nach SZ-Informationen hat die Polizei den Tatverdächtigen vorgeladen. Der Einladung gefolgt ist der 34-Jährige allerdings nicht.

Die Ermittlungen können übrigens sehr unterschiedlich enden. Landet der Hühnerdiebstahl über kurz oder lang bei der Staatsanwaltschaft, ist davon auszugehen, dass der Vorgang eingestellt wird. Wie es in dem Fall weiter geht, darauf wartet also nicht nur der Bestohlene!

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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