Hunde müssen draußen bleiben

 Der Nachwuchs der Rehe ist einem Schäferhund nicht gewachsen. Deshalb wäre mit einer Leine viel gewonnen, appellieren Naturschützer, Förster und Bauern unisono. Foto: Archiv
  • Der Nachwuchs der Rehe ist einem Schäferhund nicht gewachsen. Deshalb wäre mit einer Leine viel gewonnen, appellieren Naturschützer, Förster und Bauern unisono. Foto: Archiv
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damo - Gerade in diesen Wochen gehören Hunde an die Leine, sagt Jonas Krause-Heiber von der NABU-Regionalstelle Westerwald. „Es ist einfach eine hochsensible Zeit in der Natur“, erklärt er und macht das an zwei Beispielen fest: an den Bodenbrütern und dem Rehwild.

Vogelnester seien schnell zerstört – was doppelt schlimm sei, weil viele Wiesenbrüter ohnehin in ihrem Bestand gefährdet seien. Und mit Blick auf die Rehe erklärt Krause-Heiber, dass deren angeborene Schutzstrategie schnell fatale Folgen haben könne: „Rehkitze ducken sich, machen sich klein, verharren reglos und sind still. Wenn ein Hund auf sie stößt, sind sie ihm schutzlos ausgeliefert.“

Das bestätigt auch Helmut Hilpisch. Und der Berufsjäger warnt: Selbst wenn Hundebesitzer ihren Hund nur kurz aus den Augen verlieren, könne das schlimme Folgen haben - denn Hunde sind enorm schnell unterwegs. „Die Herrchen ahnen oft gar nicht, was ihr Hund gerade macht“, sagt Hilpisch. Auch Herbert Netter vom Landesbauernverband warnt: „Hunde haben einfach noch einen Jagdtrieb.“

Nun gibt es keinen Leinenzwang. Aber oft dauert es trotzdem nicht lange, bis Hund und Halter mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Hilpisch verweist auf das Landesnaturschutzgesetz, das ausdrücklich die Störung von Wildtieren verbietet. Zudem drohe eine Einstufung als „gefährlicher Hund“ - und für diese steige die Hundesteuer explosionsartig, und es greife sehr wohl ein Leinenzwang.

Diesen Ärger können sich Hundehalter ersparen, wenn sie den Appellen der Fachleute folgen: „Auch wenn es für einen Hund natürlich nicht schön ist, wenn er angeleint ist: Im Augenblick sollten Hundehalter einfach Sensibilität zeigen und ihre Tiere anleinen“, sagt Frank Schneider vom Forstamt Altenkirchen: „Junge Wildtiere haben keine Chance.“

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