Hundehaufen im Dutzend

 Der Aushangkasten ist zwar kaputt, die Aufforderung klingt unzweideutig. Foto: mir

mir - Hunde können so lieb, nett und schmusig sein, sagen die meisten Halter. Aber es sind nun mal keine Maschinen, sondern Tiere, die zum Gassigang gerne mal vom eigenen Grundstück weg über öffentliche Straßen und Grundstücke geführt werden. Genau so ein Fall beschäftigt derzeit die Anlieger an der Oststraße. Tatort ist das Terrain rund um den städtischen Spielplatz unterm Hain. Direkt an den Spielgeräten im Kies finden sich keine tierischen Hinterlassenschaften, aber der Wegesrand drumherum ist übersät mit Hundekot. Jemand hat sich die Mühe gemacht, alle Stellen zu kennzeichnen. Gelbe Plastikstreifen stecken in den Haufen, mit rotem Filzschreiber beschriftet. „Hundekot“, „Pfui“ oder „Hundedreck“ steht gut lesbar in Blockbuchstaben darauf.

Ernst Rutar als Nachbar wohnt 100 Meter vom Spielplatz entfernt und hat die gelbe Pracht entdeckt: „Der Wiesenrand ist voll gespickt wie mit Sumpfdotterblumen. Wir haben anscheinend einen netten Gönner, der alle auf die Misere aufmerksam machen will.“ Wer hinter dieser aufklärenden Aktion steckt, darüber rätseln die Menschen in der Oststraße. Jedenfalls hat der Unbekannte an einem Baum hinter Folie gleich noch eine einleuchtende Erklärung angebracht. Der Texteinstieg ist klar und selbst erklärend: „Es reicht! Es ist nur noch widerlich und abstoßend! Jedes Stück Grünfläche, selbst Bürgersteige und Straßen, sind mit Hundekot übersät.“ Mensch und Hund träten permanent hinein in die Haufen, Magen-Darm-Krankheiten machten sich unter den Tieren breit: „Ist nicht jeder in der Lage, den Kot seines Hundes einzusammeln und zu entsorgen?“ Ein schlechtes Licht falle nämlich so auf alle Hundehalter. Und dann die ultimative Aufforderung an den möglichen Übeltäter: „Bitte sammeln Sie ihre Hundescheiße ein!“

Ernst Rutar ist besorgt, dass der Spielplatz durch Hundekot unbenutzbar werden könnte. Auch entlang der Oststraße hat der unbekannte „Aufklärer“ gelbe Schildchen mit Beschriftung aufgestellt. Einige sind über Nacht verschwunden, sagt Rutar. Seltsam. „Wir vermuten ja, dass jemand aus der ,Kolonie’ den Weg am Spielplatz vorbei nimmt, damit sich sein Hund da ungesehen entladen kann.“ Kolonie? Nie gehört. Rutar: „Das ist das Wohngebiet am Hang gegenüber.“ Gestern traf Ernst Rutar eine städtische Mitarbeiterin am Spielplatz und schilderte ihr, was alles vorgefallen war. „Die Dame hat sich alles angehört. Sie meinte, die Stadt könne niemanden abstellen, der rund um die Uhr aufpasst.“ Wenigstens einen Mülleimer müsste die Kommune aufstellen, dazu einen Tüten-Spender für Hundekot. „Aber dann machen die Leute die Tüten voll und werfen sie achtlos in die Weiß.“ Ernst Rutars Sorge lässt sich leider durch nichts entkräften.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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